Inserate
Top-News Politik und Wirtschaft
Kernkraft kann auslaufen
Fragwürdiges CCS-Gesetz soll schmutzigem Kohlestrom sauberes Image verschaffen
Gewerbegebiet Ostsee?
BUND-Klage gegen Bundesumweltministerium erfolgreich. BMU muss Unterlagen zum Elbschutz rausrücken
Wirtschaftsministerium hält Energiebericht zurück
Energieeffizienz statt Laufzeitverlängerung: Umwelt-, Verbraucherverbände und Gewerkschaften fordern zukunftsweisendes Energiekonzept
Werbung mit Klimaschutz beeinflusst Kaufverhalten
Taktloses Muskelspiel der Energiebranche
Transport- und Logistiksektor bleibt auf der Strecke
Familienstiftung investiert in ForestFinance-Mischwälder
Neue EU-Luftqualitätsrichtlinie in deutsches Recht umgesetzt
Atomkonsens einhalten: Atomlobbyisten in die Schranken weisen!
Grausame Tierquälerei bei Milchproduzent für Humana Milchunion
Etikettenschwindel im Textilhandel beenden
Trinkwasser wird Menschenrecht
Katalonien verbietet Stierkampf
Betriebsstromspiegel 2010: Mieter zahlen jährlich 100 Millionen Euro unnötig zuviel!
Die Nutzung der Windenergie auf dem Meer kennt nur Gewinner
WWF Statement zur Verschiebung des US-Klimagesetzes
Lieber aufgedreht als abgefüllt
Inserate
Umweltjournal.de | Politik und Wirtschaft  | Artikel Nr.: 9146

Call-Center der Telekom außer Kontrolle?

Berlin, 03.10.2005: Die Verbraucherzentralen fordern ein Ende aggressiver Werbemethoden der Deutschen Telekom AG. In den Beratungsstellen und beim Bundesverband häufen sich Beschwerden über unerbetene Werbeanrufe und untergeschobene Verträge. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat die Deutsche Telekom jetzt vor dem Landgericht Bonn verklagt, ihre umstrittenen Werbemethoden zu beenden.

"Nach unserem Eindruck hat die Deutsche Telekom die Kontrolle über ihre Vertriebsmitarbeiter und Call-Center verloren", so Patrick von Braunmühl, Fachbereichsleiter im vzbv. Das Unternehmen müsse sich fragen lassen, wie sich diese Werbemethoden mit der vom Vorstandsvorsitzenden Kai-Uwe Ricke angekündigten "Qualitätsoffensive" vertragen.

Gegenstand der Klage gegen die Telekom sind untergeschobene Vertragsänderungen. Allein die Verbraucherzentrale Brandenburg registrierte seit Beginn des Jahres mehrere hundert Beschwerden. Die Betroffenen berichteten gleichlautend von unerbetenen Anrufen im Auftrag der Deutschen Telekom, mit denen sie als Kunden für einen angeblich günstigeren Telefontarif geworben werden sollten. Bei Ablehnung wurde den Kunden die Zusendung von Infomaterial angeboten, um das Angebot in aller Ruhe prüfen zu können. Statt bloßer Information flatterte den Verbrauchern jedoch eine Auftragsbestätigung ins Haus, obwohl sie ausdrücklich keine Zustimmung zu einem neuen Vertrag erteilt hatten.

"Solchen ungewollten Verträgen sollten Verbraucher sofort und nachweislich widersprechen", rät Norbert Richter, Telekommunikations-Experte der Verbraucherzentrale Brandenburg. Telekom-Kunden empfiehlt er, ihre Rechnung auf nicht vereinbarte Tarifänderungen hin zu prüfen und sich gegebenenfalls an die Verbraucherzentralen zu wenden - selbst wenn die Widerspruchsfrist bereits verstrichen ist.

Die Verbraucherzentralen sehen in der Vorgehensweise der Deutschen Telekom eine unzumutbare Belästigung der Verbraucher und einen Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Die Verbraucher sind genötigt, aktiv zu werden und den Vertrag unter Wahrung der Widerspruchsfrist zu widerrufen. "Die Antwort auf zunehmenden Wettbewerb im Festnetz kann nicht in unseriösen Marketingpraktiken liegen", sagte Patrick von Braunmühl.

Bereits Anfang dieses Jahres verurteilte das Oberlandesgericht Köln die Deutsche Telekom zur Unterlassung unerwünschter Telefonwerbung. Gegenstand dieses ebenfalls vom vzbv angestoßenen Verfahrens waren Verbraucherbeschwerden über unaufgeforderte Anrufe bei Telekom-Kunden durch Call-Center-Mitarbeiter.

Immerhin war die Deutsche Telekom im April auf Hinweis der Verbraucherzentrale Brandenburg aktiv geworden. Sie hatte einem ihrer Vertriebsunternehmen, das Kundenanrufe über Call-Center ohne ausdrückliche Autorisierung veranlasst hatte, Einhalt geboten. Zudem hatte das Unternehmen eine Mitarbeiterin mit der Klärung der Fälle beauftragt. "Die anhaltend massiven Beschwerden aus dem gesamten Bundesgebiet bestätigen jedoch, dass es kein regionales Phänomen und kein Einzelfall war und ist", so von Braunmühl.

In einem parallelen Verfahren wegen des "Unterschiebens von Verträgen" war der vzbv bereits im August gegen T-Online International vorgegangen. Da sich das Unternehmen geweigert hatte, eine Unterlassungserklärung abzugeben, erhob der vzbv jetzt Klage beim Landgericht Darmstadt.

Die Verbraucherzentralen betonten, dass auch zu anderen Telekommunikationsanbietern Beschwerden, in der Regel jedoch Einzelfälle vorliegen. "Die Abmahnungen gegen die Telekom und T-Online sind auch eine Mahnungen an andere Anbieter, ähnliche Geschäftspraktiken frühzeitig zu unterbinden", sagte von Braunmühl.

Autor: Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.

Weiterführende Informationen:


Die letzten 10 Meldungen zum Thema "Gericht":
BUND-Klage gegen Bundesumweltministerium erfolgreich. BMU muss Unterlagen zum Elbschutz rausrückenBUND-Klage gegen Bundesumweltministerium erfolgreich. BMU muss Unterlagen zum Elbschutz rausrücken
Berlin/Münster, 25.08.2010: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat vor dem Münsteraner Oberverwaltungsgericht ein mehrere Jahre dauerndes Verfahren gegen das Bundesumweltministerium gewonnen.
Hommage an die PastaHommage an die Pasta
Köln, 18.08.2010: Schnell kann man nach einem Italien-Urlaub einen allerorts verfügbaren guten Espresso und natürlich eine frische Pasta vermissen. Für alle Liebhaber italienischer Pastagerichte und (frustrierte) Urlaubsrückkehrer gibt es einen Rettungsanker: Das Buch „Pasta Fantastica“ hält was sein Buchtitel verspricht!
Putenmastskandal: Eidesstattliche Versicherungen der Betriebe nicht gerichtsfest Putenmastskandal: Eidesstattliche Versicherungen der Betriebe nicht gerichtsfest
Gerlingen / Hannover, 16.08.2010: Im Putenmastskandal um Ministerin Astrid Grotelüschen haben die Landwirtschaftsministerien von Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern lange die Authentizität der Videoaufnahmen wiederholt bezweifelt.
Bundesamt für Naturschutz sucht die Natursportfamilie des JahresBundesamt für Naturschutz sucht die Natursportfamilie des Jahres
Bonn, 15.06.2010: Bereits zum siebten Mal veranstaltet das Bundesamt für Naturschutz (BfN) im August 2010 Europas größtes Natursportprojekt, den Naturathlon. In diesem Jahr sucht das BfN unter dem Motto „Natursport begeistert“ die Natursportfamilie des Jahres. Das neue Konzept wurde speziell auf die generationsübergreifende Zielgruppe „Familie“ ausgerichtet und die Natursport-Disziplinen standardisiert.
Scientix: die neue Internet-Plattform für WissenschaftspädagogikScientix: die neue Internet-Plattform für Wissenschaftspädagogik
Brüssel, 05.06.2010: Die Europäische Kommission hat das neue Internet-Portal Scientix eingerichtet, das ab sofort für Lehrer, Forscher, politische Entscheidungsträger, Akteure vor Ort, Eltern und alle sonstigen Interessierten im Bereich der naturwissenschaftlichen Bildung zur Verfügung steht.
Klage gegen Amflora vor Europäischem GerichtshofKlage gegen Amflora vor Europäischem Gerichtshof
Berlin, 12.05.2010: Mehr als 40 in der „Aktion GEN-Klage“ vernetzte Verbände und Organisationen, darunter auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), wollen per Widerspruchsverfahren vor dem Europäischen Gerichtshof die Zulassung der umstrittenen Gentech-Kartoffel Amflora kippen.
Visionäres Wohnen: Wie aus Sperrmüll Designerstücke werdenVisionäres Wohnen: Wie aus Sperrmüll Designerstücke werden
Köln, 17.04.2010: Wohnen im Müll? Das will keiner, sollte man meinen. Doch in Köln ist aus einem ehemaligen Stunden- ein „Schrott-Hotel“ entstanden. Eingerichtet ist es nur mit Gegenständen, die andere weggeworfen haben. Das Design soll trotzdem stimmen. In einer Doku-Soap hat ZDF-Neo das Projekt verfilmt. Ab dem 20. April ist der 18-tägige Umbau im Fernsehen zu sehen.
Vorratsdatenspeicherung: Staat muss Vorbild seinVorratsdatenspeicherung: Staat muss Vorbild sein
Berlin, 03.03.2010: Informationelle Selbstbestimmung ist Schlüssel für souveränes Handeln - "Klares Signal aus Karlsruhe". Zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Vorratsdatenspeicherung erklärt Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv): "Die Richter in Karlsruhe haben ein klares Signal gegeben:
Ein H für Haiti – eine Aktion der WelthungerhilfeEin H für Haiti – eine Aktion der Welthungerhilfe
Berlin, 16.02.2010: Im 60. Jahr ihres Bestehens strahlen die Scheinwerfer besonders hell auf die Berlinale, auf die Stars und Medienvertreter aus aller Welt. Gerade vier Wochen ist es her, dass die Scheinwerfer der Welt auf einen anderen Ort gerichtet waren – auf Haiti, auf eine beispiellose Katastrophe.
Eskalation im Knöllchen-Streit gegen TierschützerEskalation im Knöllchen-Streit gegen Tierschützer
Stuttgart / Gerlingen, 01.02.2010: Rechtsbrecherischer Zirkus bleibt unbehelligt. Weil eine Tierschützerin angeblich Zirkusfahrzeuge behindert haben soll, deren Besitzer sich im September 2009 illegal Zugang zu dem öffentlichen und nicht abgesperrten Parkplatz P 3 am Killesberg verschafft hatten, zerrt die Stadt Stuttgart (Amt für öffentliche Ordnung) nun die Tierschützer von PETA Deutschland e. V. nacheinander vor Gericht.

Stand: 28. Februar 2006
Erstellt: 3. Oktober 2005