Schulsponsoring und -werbung: Bildungsministerien haben keinen Überblick über Werbung an den Schulen
Berlin, 12.08.2005: Auf Klassenfahrt mit Bahlsen-Keksen, Kochen Lernen mit Thomy, Kicken auf dem Schulhof mit Coca Cola: Immer mehr Unternehmen drängen mit Werbung und Sponsoring in die Schulen - und sind in Zeiten knapper öffentlicher Mittel willkommene Geldgeber. So hat in Nordrhein-Westfalen bereits jede dritte Schule eine Partnerschaft mit einem Unternehmen.Zugleich fehlt den Kultusministerien der Überblick über die Situation an den Schulen. Vor diesem Hintergrund nimmt der Verbraucherzentrale Bundesverband Werbung und Sponsoring in Schulen erstmals bundesweit unter die Lupe. In einer Studie untersucht der Verband, inwieweit an Deutschlands Schulen der Kommerz Einzug hält - und ob pädagogische Inhalte dabei in den Hintergrund gedrängt werden. "Niemand hat bisher einen Überblick über die tatsächliche Situation an den Schulen, nicht einmal die Bildungsministerien, und darum gibt es Fehlentwicklungen", sagt Helmut Schorlemmer, Gymnasialdirektor in Unna und Autor der Studie.
"Wir sagen Nein zu kommerzieller Werbung an Schulen, aber nicht zum Sponsoring an sich," so Schorlemmer. "Gute Schulen sind offene Schulen." Für die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Unternehmen müssten aber klare Regeln gelten, die sich an pädagogischen Zielen orientieren. Die genauen Studienergebnisse wird der vzbv am 05. September 2005 auf seiner Tagung "Werbung und Sponsoring in der Schule" in Berlin vorstellen.
Vor wenigen Wochen erst hatte sich der Verbraucherverband in dem Verfahren gegen den Kekshersteller Bahlsen durchgesetzt. Dabei hatte das Oberlandesgericht Celle die Werbe-Aktion "Sammeln für die Klassenfahrt" wegen des damit verbundenen Gruppen- und Kaufzwangs bei Schülern, Lehrern und Eltern für unzulässig erklärt.
Terminhinweis:
Tagung zu Werbung und Sponsoring in Schulen am 05. September
Im Spannungsfeld zwischen Bildung und Kommerz nehmen die Schulen eine zwiespältige Haltung ein: Sie haben die Finanzspritzen der Sponsoren dringend nötig, doch droht ihnen auf der anderen Seite der Verlust pädagogischer Autonomie. In einer Pressekonferenz zum Auftakt unserer Tagung wird der vzbv die Ergebnisse einer Studie zum Ausmaß von Werbung und Sponsoring an Deutschlands Schulen vorstellen. Montag, den 05. September, 9 Uhr 30, Landesvertretung Hessen.
Autor: Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.
Weiterführende Informationen:
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Kekswerbung in Schulen?Berlin, 07.06.2004: Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) will die umstrittene Werbeaktion "Sammeln für die Klassenfahrt" der Firma Bahlsen stoppen. Mit einer Abmahnung will der vzbv verhindern, dass mit der Aktion Produktwerbung in Schulen Einzug findet. vzbv-Vorstand Prof. Dr. Edda Müller sagte: "Kekswerbung hat nichts mit dem Bildungsauftrag der Schulen zu tun."
Mittelschule Portitz/Leipzig gewinntErfurt, 23.05.2004: Am 17. Mai 2004, wurde die deutsche Gewinnerklasse des 7. europaweiten Wettbewerbs zum Nichtrauchen "Be Smart - Don't Start" bekannt gegeben: Gewonnen hat die Klasse 6 II der Mittelschule Portitz aus Leipzig. Die Schüler gehen jetzt auf Klassenfahrt nach Wien. "Wir gratulieren den Jugendlichen sehr herzlich", sagte die Präsidentin der Deutschen Krebshilfe, Frau Professor Dr. Dagmar Schipanski.
Stand: 1. Maerz 2006
Erstellt: 12. August 2005
Erstellt: 12. August 2005




















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