Umweltjournal.de | Politik und Wirtschaft  | Artikel Nr.: 6858

"Stoppt Steuerklau - Stoppt Vodafone"





Frankfurt, 07.07.2004: Menschen aus ganz Deutschland protestieren derzeit gegen die Steuertricks des Mobilfunkkonzerns Vodafone. Unter dem Motto "Stoppt Steuerklau. Stoppt Vodafone" hat das globalisierungskritische Netzwerk Attac dazu mehrere 10.000 Flugblätter, Plakate und Protestpostkarten in Umlauf gebracht und unter attac.de/vodaklau eine Protestseite ins Netz gestellt.

Von dort wurden allein in den ersten 24 Stunden mehr als 3000 E- Mails an die Geschäftsführung von Vodafone Deutschland geschickt. "Dass ein Konzern trotz Milliardengewinnen keine Steuern zahlt, finden offenbar viele Menschen skandalös", sagte Lars Niggemeyer vom Attac Koordinierungskreis. "Dieser Fall ist exemplarisch für eine völlig verfehlte Steuerpolitik. Der Vodaklau muss gestoppt werden! Wir brauchen ein gerechtes Steuersystem, an dem sich alle angemessen beteiligen."

Zum Auftakt der Kampagne hatten Attac-Mitglieder gestern ein Transparent an der Fassade der Vodafone-Zentrale in Düsseldorf entrollt und einen überdimensionalen Koffer mit der Aufschrift "20.000.000.000 Euro" vor den Haupteingang gestellt. So viel Steuern will das Unternehmen sparen, indem es Buchverluste aus der Mannesmann-Übernahme in Höhe von 50 Milliarden abschreibt. Dadurch hätte das hoch profitable Unternehmen auf dem Papier einen riesigen Verlust und müsste auf Jahre hinaus weniger Steuern zahlen. Die Aussage von Vodafone, dass dieses Vorgehen legal und sogar vorgeschrieben ist, wird von Experten bezweifelt; es gibt viele Hinweise, dass Vodafone bewusst getrickst hat, um den Steuervorteil zu beanspruchen (Details hier).

Nach der zentralen Auftaktaktion finden in den nächsten Tagen und Wochen lokale Proteste vor Vodafone-Filialen in vielen Städten statt. Heute informieren Attac-Mitglieder in Handy-Kostümen in der Fußgängerzone in Marburg und machen "Protestbilder" mit Passanten. Neben den Protesten gegen die Vodafone-Pläne wirbt Attac mit der Kampagne für politische Veränderungen in der Steuerpolitik. Damit sich Unternehmen wieder angemessen an der Finanzierung öffentlicher Aufgaben beteiligen, fordert Attac, Steuerschlupflöcher zu schließen und den ruinösen Steuerwettbewerb zwischen Staaten durch internationale Mindestsätze zu stoppen.
Autor: Attac- Netzwerk
1906 Aufrufe
Stand: 7. Juli 2004
Erstellt: 7. Juli 2004

Weiterführende Informationen:

Achtung: Umweltjournal.de übernimmt keine Haftung für veröffentlichtes Textmaterial der Autoren. Die Artikel unterliegen dem Urheberrecht der Autoren und sind nur nach ausdrücklicher Genehmigung frei zum weiterverarbeiten!

Webmaster: André Sepeur
© 1999 - by André Sepeur Medienberatung
plan-verde.de



Social Bookmarks
Newsletter bestellen
Seien Sie immer bestens informiert! Hier können Sie den Tagesrückblick bestellen >
Folgen Sie uns nach Facebook


Inserate
Top-News Politik und Wirtschaft
Wer hat mehr Freunde: Die Sonne oder Philipp Rösler? (Ein Kommentar von Franz Alt)Wer hat mehr Freunde: Die Sonne oder Philipp Rösler? (Ein Kommentar von Franz Alt)
Wer hat mehr Freunde: Die Sonne oder Philipp Rösler? (Ein Kommentar von Franz Alt)
Baden-Baden, 04.02.2012: In den nächsten acht Jahren sollen in Deutschland insgesamt nur noch so viele Photovoltaik-Anlagen installiert werden wie die Bürgerinnen und Bürger allein im letzten Dezember auf ihre Dächer schraubten.
Weiterlesen
EU-Analyse unterstreicht wirtschaftliche Vorteile von stärkerem KlimaschutzEU-Analyse unterstreicht wirtschaftliche Vorteile von stärkerem Klimaschutz
EU-Analyse unterstreicht wirtschaftliche Vorteile von stärkerem Klimaschutz
Berlin / Brüssel, 31.01.2011: Eine gestern in Brüssel vorgestellte Analyse der Europäischen Kommission über die ökonomischen Auswirkungen stärkeren Klimaschutzes ist laut Oxfam ein wichtiger Meilenstein für die längst überfällige Anhebung des EU-Klimaschutzziels auf 30 Prozent Treibhausgasreduktion bis 2020.
Weiterlesen
Wie wär´s mit einer grünen FDP, Herr Wirtschaftsminister? Offener Brief von Franz Alt an Philipp RöslerWie wär´s mit einer grünen FDP, Herr Wirtschaftsminister? Offener Brief von Franz Alt an Philipp Rösler
Wie wär´s mit einer grünen FDP, Herr Wirtschaftsminister? Offener Brief von Franz Alt an Philipp Rösler
Lieber Philipp Rösler, die FDP war mal eine umweltfreundliche Partei. Sogar die erste in Deutschland – noch bevor es die Grünen gab. Hans Dietrich Genscher und Gerhard Baum hatten als Innenminister engagiert die Umweltpolitik in Deutschland begründet und in ihrem Ministerium verankert.
Weiterlesen
EU will sich aus Tierschutz zurückziehenEU will sich aus Tierschutz zurückziehen
EU will sich aus Tierschutz zurückziehen
Hamburg / Brüssel, 25.01.2012: Die neue Tierschutzstrategie der Europäischen Union für 2012 bis 2015 stößt bei Tierschützern auf Wiederstand.
Weiterlesen
Unilever schert sich nicht um Palmöl-OpferUnilever schert sich nicht um Palmöl-Opfer
Unilever schert sich nicht um Palmöl-Opfer
Hamburg, 19.01.2012: Konzern bricht sein Versprechen und hält trotz Gewalt und Menschenrechtsverletzungen in Indonesien an seinem Palmöl-Lieferanten Wilmar fest.
Weiterlesen
Klientelpolitik statt EnergiepolitikKlientelpolitik statt Energiepolitik
Klientelpolitik statt Energiepolitik
Bonn, 18.01.2012: Das angeblich so marktkonforme Quotensystem, das laut Bundeswirtschaftsminister Rösler einen Wettbewerb zwischen den verschiedenen Technologien auslösen soll, ist in Großbritannien gescheitert.
Weiterlesen
Letzter Akt für die ZDF-Serie „Unser Charly“ Letzter Akt für die ZDF-Serie „Unser Charly“
Letzter Akt für die ZDF-Serie „Unser Charly“
Mainz / Gerlingen, 08.01.2012: Am Samstag startete im ZDF die letzte Staffel der Serie „Unser Charly“, in der seit 1995 mindestens ein Dutzend junger Schimpansen zum Einsatz kamen. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. kämpft seit über 10 Jahren dafür, dass die Serie endlich vom Bildschirm verschwindet...
Weiterlesen
Erfolgreiche Kampagne des Umweltinstitut München: 36.000 Stellungnahmen gegen das polnische Atomenergieprogramm Erfolgreiche Kampagne des Umweltinstitut München: 36.000 Stellungnahmen gegen das polnische Atomenergieprogramm
Erfolgreiche Kampagne des Umweltinstitut München: 36.000 Stellungnahmen gegen das polnische Atomenergieprogramm
München, 04.01.2012: Heute wurden vom Umweltinstitut München e.V. die letzten Stellungnahmen gegen das polnische Atomenergieprogramm bei den zuständigen polnischen Behörden eingereicht.
Weiterlesen
Umweltschutz-Bilanz 2011: Fukushima, „halber“ Atomausstieg und die Untätigkeit einer Verbraucherschutzministerin. 2012 entscheidend für AgrarreformUmweltschutz-Bilanz 2011: Fukushima, „halber“ Atomausstieg und die Untätigkeit einer Verbraucherschutzministerin. 2012 entscheidend für Agrarreform
Umweltschutz-Bilanz 2011: Fukushima, „halber“ Atomausstieg und die Untätigkeit einer Verbraucherschutzministerin. 2012 entscheidend für Agrarreform
Berlin, 27.12.2011: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) will sich im kommenden Jahr verstärkt bei der Durchsetzung ökologischer Agrarreformen engagieren. „2012 muss die Bundesregierung zeigen, dass sie die Lokomotive der EU-Agrarreform ist und nicht die Blockiererin.
Weiterlesen
Lacoma-Baumbesetzung: Polizei räumt rechtswidriges Vorgehen gegen ROBIN WOOD-Aktivisten einLacoma-Baumbesetzung: Polizei räumt rechtswidriges Vorgehen gegen ROBIN WOOD-Aktivisten ein
Lacoma-Baumbesetzung: Polizei räumt rechtswidriges Vorgehen gegen ROBIN WOOD-Aktivisten ein
Cottbus, 21.12.2011: Die Cottbuser Polizei hat jetzt eingeräumt, dass ihr Vorgehen gegen BaumbesetzerInnen von ROBIN WOOD in Lacoma im September 2007 teilweise rechtswidrig war. Die Polizei hatte ohne richterlichen Beschluss mehrere AktivistInnen stundenlang in Gewahrsam gehalten. Die UmweltschützerInnen hatten gegen die Erweiterung des Braunkohletagebaus von Vattenfall in der Lausitz protestiert.
Weiterlesen
Inserate
Inserate
Jobbörse