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Touristen halten Walfang in Island am Leben

Radolfzell / Reykjavik, 02.07.2012: Würden Touristen in Island kein Walfleisch mehr essen, wäre die Jagd auf Minkwale (Zwergwale) wäre nicht mehr lukrativ und müsste eingestellt werden.

Davon ist die deutsche Delfin- und Walschutzgesellschaft ProWal überzeugt, die vor der 64. Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC), die vom 2. bis 6. Juli in Panama-City stattfindet, bei der isländischen Regierung gegen den weltweit geächteten kommerziellen Walfang intervenierte.

Andreas Morlok, Geschäftsführer von ProWal: „Tatsache ist, dass die Nachfrage der Isländer nach Walfleisch viel geringer ist, als das Interesse der Touristen einmal Walfleisch zu probieren! Unzählige Restaurants in Island bieten Walfleisch von Minkwalen an. Gebratenes Walfleisch gibt es als Menü für etwa 25,-€ und roh in Sushi-Stücken schon ab 2,40€. Obwohl in Island in zehn Supermarktketten Walfleisch angeboten wird, entpuppt es sich dort als Ladenhüter und trotz einer massiven Marketing-Offensive haben nach einer Umfrage 86% der Isländer in den letzten 12 Monaten kein Walfleisch mehr gekauft. Wir trafen viele Isländer, die entweder noch nie oder nur einmal in ihrem Leben Walfleisch gegessen haben. Der Geschmack des Walfleisches sei zu tranig und zu fettig, auch wenn man das Fleisch vorher in Milch eingelegt hätte, um das Fett aus dem Fleisch zu ziehen. Aktuellen Schätzungen zufolge liegt der Anteil des heutigen Walfleischkonsums in Island bei etwa 80 % durch Touristen und nur noch bei etwa 20% durch die Isländer selbst.“

Laut ProWal jagen die Isländer heutzutage noch zwei Walarten und das aus rein kommerziellen Gründen. Die als bedroht eingestuften Finnwale werden ausschließlich für den Export nach Japan gefangen. Das Fleisch der Finnwale wird in Island nicht verkauft. Die Regierung genehmigte für dieses Jahr eine Fangquote von 150 Tieren. Für den isländischen Markt werden Minkwale gejagt und das gar in der Nähe eines Gebietes, in dem Touristen lebende Wale beim Whale-Watching beobachten. Die genehmigte Minkwal-Fangquote beträgt für dieses Jahr 216 Tiere. Das Minkwalfleisch wird nur in Island verkauft und nicht exportiert, da die Japaner an dem Fleisch dieser Walart wegen der hohen Kontamination mit Umweltgiften nicht interessiert sind.

Andreas Morlok: „Erfreulich ist, dass die beiden Walfangschiffe, die für die Jagd auf Finnwale spezialisiert sind, dieses Jahr im Hafen von Reykjavik bleiben. Wie uns zwei Arbeiter an Bord der Schiffe mitteilten, haben die Japaner nach der Tsunami-Katastrophe kein Geld, um Finnwalfleisch von den Isländern zu kaufen. Da Japan selbst schon seit Jahren auf einem Berg von mehreren tausend Tonnen tiefgekühltem Walfleisch sitzt und trotz mehreren Auktionen kaum Abnehmer dafür findet, hat die isländische Jagd auf Finnwale wohl keine wirtschaftliche Zukunft mehr. Wir würden es sehr begrüßen, wenn Touristen, die Island besuchen, auf den Konsum von Walfleisch verzichten würden. Nicht die isländische Regierung oder die Internationale Walfangkommission, sondern die Besucher Islands selbst sind der Schlüssel dazu, ob in Zukunft die Waljagd auf Minkwale fortgesetzt oder beendet wird.“

Die Tierschutzaktivisten von ProWal decken illegalen Handel mit Delfinfleisch in Island auf.

Andreas Morlok: „Wir haben nun eine Bestätigung, dass Island neben der Ukraine und den Färöer-Inseln das dritte Land in Europa ist, in dem heute noch Delfine gegessen werden. Wir waren ziemlich baff, als wir herausfanden, dass in Island auch Delfine gegessen werden! Fischer, in deren Netze sich Delfine verfangen und sterben, haben das Recht, die Tiere zu verwerten und für den Eigenbedarf zu verwenden, sprich zu essen. Diese Regelung machte uns stutzig, denn ein Fischer mit seiner Familie kann ja das Fleisch eines Delfins nicht alleine verzehren. In Island gibt es einen Schwarzmarkt für Delfinfleisch! Der Verkauf von Delfinfleisch ist zwar illegal und steht unter Strafe, ist jedoch gängige Praxis! Bei unserem Besuch beim isländischen Ministerium für Fischerei und Landwirtschaft in Reykjavik, welches für den isländischen Walfang zuständig ist, trafen wir stellvertretend für das Ministerium Valdimar Halldórsson, der uns bestätigte, dass es in Island tatsächlich einen Schwarzmarkt für Delfinfleisch gibt. Halldórsson äußerte sich mit folgenden Worten uns gegenüber: „Natürlich ist das nicht legal, aber wissen Sie, wir Isländer sind doch alle eine große Familie und wenn man mir Delfinfleisch anbieten würde, ich würde nicht zögern dieses auch zu kaufen. Mein Vater war Fischer und Delfinfleisch schmeckt ja schließlich vorzüglich.“


Link–Tipp:
Einen ausführlichen Bericht zu den aktuellen ProWal-Recherchen über den kommerziellen Walfang in Island gibt es im Internet auf der Webseite von ProWal >

Autor: Projekt Walschutzaktionen (ProWal)
4640 Aufrufe
Stand: 2. Juli 2012
Erstellt: 2. Juli 2012

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