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Umweltjournal.de | Politik und Wirtschaft  | Artikel Nr.: 16750

TUI stoppt nach Kritik von Delfinschützern sämtliche Delfinarien-Unterhaltungsangebote an der türkischen Riviera

Hagen/Westf., 09.04.2010: Nachdem das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) gegenüber der TUI nachgewiesen hat, dass Delfine in türkischen Delfinarien aus der blutigen Treibjagd in Japan stammen, macht der Reiseveranstalter jetzt zumindest einen vorübergehenden Rückzieher.

Den in Japan praktizierten grausamen Fangmethoden fallen jedes Jahr etwa 20.000 Delfine zum Opfer. Die Stärksten und Schönsten landen zu Stückpreisen von bis zu 150.000 Dollar in Delfinarien wie in der Türkei.

Nachdem die TUI auf Intervention des WDSF bereits im letzten Jahr die Anlagen in Antalya und Belek wegen mangelhafter hygienischer Zustände und lautstarker Musikbeschallung bis auf weiteres aus dem Unterhaltungsprogramm gestrichen hatte, war das Sealanya-Delfinarium in Alanya jedoch weiter im Angebot. Als jedoch Anfang des Jahres dort vier Delfine an einer Oleanderblattvergiftung starben und das WDSF der TUI den Kaufvertrag von zehn Delfinen aus japanischen Wildfängen für das Sealanya präsentierte, reagierte der Reiseveranstalter jetzt.

„Ich bestätige Ihnen hiermit, dass das Delphinarium Sealanya derzeit nicht von der TUI verkauft wird. Wir überprüfen derzeit eine Wiederaufnahme zur Sommersaison. Erst nach diesem Audit wird entschieden, ob der Verkauf wieder aufgenommen wird oder nicht“, schreibt das Umweltmanagement von TUI dem WDSF. Ebenso wird darauf hingewiesen, dass das Delfinarium in Kemer sich nicht im Verkaufsprogramm der TUI befindet. Eine Überprüfung (Audit) im letzten Jahr hatte noch keine Einschränkungen im Sealanya ergeben. Das WDSF hofft auf eine dauerhafte Streichung sämtlicher Delfinarien aus dem Unterhaltungsprogramm aller Reiseveranstalter. „Alles andere wäre inkonsequent“, meint WDSF-Gründer und Geschäftsführer Jürgen Ortmüller.
Pikanterweise hatte sich TUI an dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen zum Schutz freilebender Delfine beteiligt – gleichwohl bot sie das Vergnügungsprogramm mit Delfinen aus Wildfängen an.

Der Reiseveranstalter Schauinslandreisen teilte bisher mit, dass er sich den Entscheidungen von TUI anschließt. Von Rewe Touristik mit Jahn und ITS wurde dem WDSF übermittelt, dass nur im Winter keine Delfin-Veranstaltungen angeboten werden. Thomas Cook mit Neckermann habe nur Antalya und Belek nicht im Programm, heißt es. Das Familienunternehmen alltours reagierte auf keines der Schreiben des WDSF und bietet das Katastrophen-Delfinarium „Sealanya“ in den Hotels im Raum Alanya weiterhin an. Öger Tours hatte bereits direkt nach den Delfin-Todesfällen im Sealanya sämtliche Delfinarien in der Türkei aus dem Programm gestrichen.

Das Wal- und Delfinschutz-Forum beobachtet die Einhaltung der selbst auferlegten Beschränkungen der Reiseveranstalter vor Ort sehr intensiv. WDSF-Mitarbeiter observieren die anfahrenden Busse mit den verschiedenen Logos der Anbieter. Hotelmappen werden fortlaufend auf Delfinarien-Angebote überprüft. Die Delfinschützer erhoffen sich durch den Rückgang von zahlenden Besuchern, dass keine Delfine nachgekauft werden können und die Delfinarien letztendlich ganz schließen müssen.


Autor: Wal- und Delfinschutz-Forum WDSF

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Stand: 9. April 2010
Erstellt: 9. April 2010