Inserate
Top-News Politik und Wirtschaft
Kernkraft kann auslaufen
Fragwürdiges CCS-Gesetz soll schmutzigem Kohlestrom sauberes Image verschaffen
Gewerbegebiet Ostsee?
BUND-Klage gegen Bundesumweltministerium erfolgreich. BMU muss Unterlagen zum Elbschutz rausrücken
Wirtschaftsministerium hält Energiebericht zurück
Energieeffizienz statt Laufzeitverlängerung: Umwelt-, Verbraucherverbände und Gewerkschaften fordern zukunftsweisendes Energiekonzept
Werbung mit Klimaschutz beeinflusst Kaufverhalten
Taktloses Muskelspiel der Energiebranche
Transport- und Logistiksektor bleibt auf der Strecke
Familienstiftung investiert in ForestFinance-Mischwälder
Neue EU-Luftqualitätsrichtlinie in deutsches Recht umgesetzt
Atomkonsens einhalten: Atomlobbyisten in die Schranken weisen!
Grausame Tierquälerei bei Milchproduzent für Humana Milchunion
Etikettenschwindel im Textilhandel beenden
Trinkwasser wird Menschenrecht
Katalonien verbietet Stierkampf
Betriebsstromspiegel 2010: Mieter zahlen jährlich 100 Millionen Euro unnötig zuviel!
Die Nutzung der Windenergie auf dem Meer kennt nur Gewinner
WWF Statement zur Verschiebung des US-Klimagesetzes
Lieber aufgedreht als abgefüllt
Inserate
Umweltjournal.de | Politik und Wirtschaft  | Artikel Nr.: 16698

Wattenmeer gegen steigenden Meeresspiegel wappnen

Frankfurt a. M., 17.03.2010: Die 11. Konferenz der Anrainerstaaten des Wattenmeeres findet am 17. und 18. März unter deutscher Präsidentschaft auf Sylt statt. Auch nach Anerkennung des Wattenmeeres als Weltnaturerbe durch die UNESCO sieht der WWF noch viele ungelöste Probleme, für die gemeinsame Strategien vereinbart werden müssen.

Die Fischerei auf Muscheln und Krabben sei noch nicht naturverträglich und immer mehr unvorsichtig eingeschleppte und gebietsfremde Arten globalisierten die ursprüngliche Natur vor der Küste.

Es drohe eine weitere Industrialisierung des Wattenmeeres durch Kohlekraftwerke, Ölförderung, Kohlendioxidspeicherung und übertriebenen Hafenausbau. Das Risiko von großen Schiffsunfällen mit dem Austritt von Öl oder Chemikalien wachse. Und der durch den Klimawandel beschleunigt ansteigende Meeresspiegel bedrohe das Wattenmeer auf lange Sicht sogar in seiner Substanz.
„Wir müssen heute beginnen, die Anpassung des Wattenmeeres an den Klimawandel vorzubereiten“ sagte Hans-Ulrich Rösner, Projektleiter Wattenmeer beim WWF Deutschland. „Dazu brauchen wir Forschungsarbeiten und Pilotprojekte, die zeigen, wie der künftige Schutz der Menschen vor Sturmfluten mit dem Erhalt der einmaligen Wattenmeerlandschaft auch bei steigendem Meeresspiegel in Einklang gebracht werden kann.“

Zu kurz greifen die Konferenzvorbereitungen beim Thema Schiffssicherheit. Die Schifffahrt müsse endlich den besonderen Status des auch von der Internationalen Schifffahrtsorganisation als besonders empfindlich anerkannten Wattenmeeres zur Kenntnis nehmen. „Der besondere Schutzbedarf muss wenigstens in die Seekarten aufgenommen werden und Schiffe, die sich dem Wattenmeer nähern, müssen von der Verkehrsüberwachung angesprochen und auf den besonderen Schutzbedarf hingewiesen werden“, sagte Rösner.
Wichtig sei auch, dass Dänemark sich nun um die Erweiterung des Weltnaturerbes auf seinen ´Teil des Wattenmeeres bemüht, damit zusammen mit dem hamburgischen Wattenmeer klar wird: Es ist ein gemeinsames Naturgebiet, für welches die drei Staaten gemeinsam eintreten, und für das sie gemeinsam Vorsorge gegen schädigende Entwicklungen treffen. Auch für die notwendige Erneuerung des gemeinsamen Managementplans für das Wattenmeer und der Erarbeitung einer Strategie für umweltverträglichen Tourismus fehlt noch die Zustimmung Dänemarks.

Rückschritte befürchtet der WWF in der Bildungsarbeit zum Wattenmeer . Die drei Wattenmeerstaaten Deutschland, Niederlande Dänemark hätten in den letzten Jahren mit der „Internationalen Wattenmeerschule“ ein vorbildliches Programm geschaffen. Es unterstützt Klassenfahrten in das Wattenmeer der Nachbarländer und entwickelt zahlreiche Hilfestellungen für die Informations- und Bildungsarbeit im Wattenmeer. Ein ganzes Netzwerk von Infozentren in Dänemark, Deutschland und den Niederlanden könne so erfolgreicher arbeiten. „Die Anerkennung als Weltnaturerbe, erfordert eigentlich ein Mehr an Bildungsarbeit, doch ausgerechnet jetzt droht die finanzielle Austrocknung“ sagt Rösner. Der WWF fordert von der Wattenmeerkonferenz eine Fortsetzung und Ausweitung der Aktivitäten der Internationalen Wattenmeerschule.


Autor: WWF Deutschland

Die letzten 10 Meldungen zum Thema "Wattenmeer":
Erfolgreicher Start ins WeltnaturerbeErfolgreicher Start ins Weltnaturerbe
Hamburg, 24.06.2010: Ein Jahr nach Anerkennung des Wattenmeeres als Weltnaturerbe durch die UNESCO zieht der WWF eine vorsichtig positive Bilanz: „Das Weltnaturerbe hat eine unglaublich gute Resonanz in der Region und viele Menschen sind stolz auf die Anerkennung“, sagt Hans-Ulrich Rösner, Projektleiter Wattenmeer beim WWF.
Wattenmeer gegen steigenden Meeresspiegel wappnenWattenmeer gegen steigenden Meeresspiegel wappnen
Frankfurt a. M., 17.03.2010: Die 11. Konferenz der Anrainerstaaten des Wattenmeeres findet am 17. und 18. März unter deutscher Präsidentschaft auf Sylt statt. Auch nach Anerkennung des Wattenmeeres als Weltnaturerbe durch die UNESCO sieht der WWF noch viele ungelöste Probleme, für die gemeinsame Strategien vereinbart werden müssen.
Meeresgrund trifft HorizontMeeresgrund trifft Horizont
Dortmund/Hamburg 19.01.2010 – Watt zum Sehen und zu Erleben: Zu einer außergewöhnlichen und auf dem internationalen Reisemarkt einmaligen, nachhaltigen Entdeckertour durch das Wattenmeer laden der Reiseveranstalter ONE WORLD Reisen mit Sinnen und forum anders reisen. Gemeinsam mit dem WWF Deutschland ist eine ungewöhnliche einwöchige Reise entstanden, die aktives Erleben, Aufklärung, Kulinarik, kulturelle Aspekte und natürlich das einmalige Ökosystem des Wattenmeeres mit einander verbindet.
Niemand braucht Öl aus dem WattenmeerNiemand braucht Öl aus dem Wattenmeer
Frankfurt, 28.06.2009: Bei der jährlichen Sitzung des Welterbe-Komitees der UNESCO im spanischen Sevilla fiel soeben die Entscheidung: Das Wattenmeer an der Nordseeküste wurde als Weltnaturerbe anerkannt. Damit steht der einmalige Naturraum zukünftig auf einer Stufe mit den Galapagos-Inseln, dem Grand-Canyon-Nationalpark ...
Die Ölpest-ZeitbombeDie Ölpest-Zeitbombe
Frankfurt, 29.10.2008: Die Gefahr einer Umweltkatastrophe an der deutschen Küste durch Havarien von Tankern und Containerschiffen ist immer noch nicht gebannt. Der zunehmende Schiffsverkehr, die wachsenden Schiffsgrößen, technische Mängel und schlecht ausgebildete Besatzungen bei Billigflaggen-Schiffen sowie der Bau von Windkraftanlagen auf See erhöhen sogar die Unfallgefahr, warnt der WWF anlässlich des 10. Jahrestages der Pallas-Havarie.
Etappensieg gegen ÖlförderungEtappensieg gegen Ölförderung
Husum, 14.08.2008: Die von RWE Dea geplanten Bohrungen nach Erdöl im Nationalpark Wattenmeer vor Dithmarschen sind schlicht unzulässig, wenn sie nicht von der bestehenden Förder-Plattform „Mittelplate“ aus erfolgen. Und auch Schrägbohrungen vom Festland aus nach Öl unter dem Nationalpark könnten allenfalls dann zulässig sein, wenn "erhebliche Beeinträchtigungen" der Natur, wie etwa Landabsenkungen, ausgeschlossen werden können.
Artenschwund in Deutschland hält anArtenschwund in Deutschland hält an
Frankfurt, 12.05.2008: Bund und Länder werden ihr Ziel, das Artensterben zwischen Wattenmeer und Alpen bis 2010 zu stoppen und die biologische Vielfalt in Deutschland zu bewahren, nur mit erheblichem Mehraufwand erreichen können. Dies geht aus der heute veröffentlichten WWF-Studie „Naturschutz in Deutschland. Schutzgebiete und das Biodiversitätsziel 2010“ hervor.
Das Märchen vom harmlosen ÖlDas Märchen vom harmlosen Öl
Frankfurt, 06.03.2008: Die Umweltverbände WWF, NABU und Schutzstation Wattenmeer fordern erneut einen Verzicht auf jegliche Ölförderung im Nationalpark Wattenmeer. Aktueller Anlass: Ohne vorherige Genehmigung überbaut RWE Dea seit Monaten 50.000 Quadratmeter Watt und Priele rund um die Plattform "Mittelplate". Die Betreiber wollen die Förderinsel vor einem heranwandernden Priel schützen. Dieser ...
Erster Erfolg im Streit mit der ÖlindustrieErster Erfolg im Streit mit der Ölindustrie
Hamburg, 19.02.2008: Der WWF begrüßt den Verzicht der RWE Dea AG auf die Errichtung weiterer Öl-Bohrinseln im schleswig-holsteinischen Nationalpark Wattenmeer. Dies hatte ein Konzernsprecher am Samstag gegenüber der WELT angekündigt. "Das ist ein erster Teilerfolg. Aber wir sind noch nicht am Ziel", so Hans-Ulrich Rösner, Leiter des WWF Wattenmeerbüros. Denn der Konzern will grundsätzlich am umstrittenen ...
Welterbe WattenmeerWelterbe Wattenmeer
Hamburg, 01.02.2008: Der Weg für eine mögliche Ernennung des Wattenmeeres zum Weltnaturerbe ist frei. Einen entsprechenden Antrag haben Deutschland und die Niederlande fristgerecht bei der UNESCO in Paris eingereicht. "Das ist ein Meilenstein für den Naturschutz. Das Wattenmeer hat diesen Titel mehr als verdient. Wir sind überglücklich, dass nach all dem Hick-Hack der letzten Wochen am Ende die Vernunft gesiegt hat“, erklärte ...

Stand: 17. Maerz 2010
Erstellt: 17. Maerz 2010