Inserate
Top-News Politik und Wirtschaft
Kernkraft kann auslaufen
Fragwürdiges CCS-Gesetz soll schmutzigem Kohlestrom sauberes Image verschaffen
Gewerbegebiet Ostsee?
BUND-Klage gegen Bundesumweltministerium erfolgreich. BMU muss Unterlagen zum Elbschutz rausrücken
Wirtschaftsministerium hält Energiebericht zurück
Energieeffizienz statt Laufzeitverlängerung: Umwelt-, Verbraucherverbände und Gewerkschaften fordern zukunftsweisendes Energiekonzept
Werbung mit Klimaschutz beeinflusst Kaufverhalten
Taktloses Muskelspiel der Energiebranche
Transport- und Logistiksektor bleibt auf der Strecke
Familienstiftung investiert in ForestFinance-Mischwälder
Neue EU-Luftqualitätsrichtlinie in deutsches Recht umgesetzt
Atomkonsens einhalten: Atomlobbyisten in die Schranken weisen!
Grausame Tierquälerei bei Milchproduzent für Humana Milchunion
Etikettenschwindel im Textilhandel beenden
Trinkwasser wird Menschenrecht
Katalonien verbietet Stierkampf
Betriebsstromspiegel 2010: Mieter zahlen jährlich 100 Millionen Euro unnötig zuviel!
Die Nutzung der Windenergie auf dem Meer kennt nur Gewinner
WWF Statement zur Verschiebung des US-Klimagesetzes
Lieber aufgedreht als abgefüllt
Inserate
Umweltjournal.de | Politik und Wirtschaft  | Artikel Nr.: 16658

Vorratsdatenspeicherung: Staat muss Vorbild sein

Berlin, 03.03.2010: Informationelle Selbstbestimmung ist Schlüssel für souveränes Handeln - "Klares Signal aus Karlsruhe". Zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Vorratsdatenspeicherung erklärt Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv): "Die Richter in Karlsruhe haben ein klares Signal gegeben:

Die informationelle Selbstbestimmung ist und bleibt auch künftig ein hohes Schutzgut in unserer Gesellschaft, insbesondere auch in der digitalen Welt. Dieser Maßgabe muss der Gesetzgeber nun umgehend entsprechen, um das Vertrauen der Bürger in den Schutz ihrer Daten und Kommunikation wiederherzustellen."

Der Staat müsse der Wirtschaft mit gutem Beispiel vorangehen. Dies sei nicht gewährleistet, wenn er selbst in großem Stil verdachtsunabhängig Daten horte. Das Prinzip "So viel wie nötig, so wenig wie möglich" gelte im Datenschutz für Staat und Wirtschaft gleichermaßen. "Verbraucher dürfen keine Angst haben, dass jeder beliebig Daten über sie und ihr Verhalten sammelt und diese für seine eigenen Zwecke nutzt", so Billen weiter: "In der Informationsgesellschaft muss der Staat Vorbild sein. Das Wildwestverhalten von Teilen der Wirtschaft darf er nicht dulden."

Mit ihrem heutigen Urteil haben die Richter des Bundesverfassungsgerichts den Gesetzgeber scharf gerügt und die unverzügliche Löschung der bisher erhobenen Daten angeordnet. So erklärte das Bundesverfassungsgericht die Regelung als insgesamt verfassungswidrig und nichtig. Es fehle an einer dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz entsprechenden Ausgestaltung. Zudem würden die angegriffenen Vorschriften weder eine hinreichende Datensicherheit noch eine hinreichende Begrenzung der Verwendungszwecke der Daten gewährleisten." Auch genügten sie nicht in jeder Hinsicht den verfassungsrechtlichen Anforderungen an Transparenz und Rechtsschutz.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband, Mitglied des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung, hatte bereits 2005 die zugrundeliegende EU-Richtlinie 2006/24/EG als unverhältnismäßig kritisiert. Die für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding hat eine Überprüfung der EU-Richtlinie bis Ende dieses Jahres angekündigt.

Urteil des BVerfG vom 2. März 2010 - 1 BvR 256/08, 1 BvR 263/08, 1 BvR 586/08 -

Autor: Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.

Die letzten 10 Meldungen zum Thema "Datenschutz":
Facebook missachtet DatenschutzFacebook missachtet Datenschutz
Berlin, 07.04.2010: Unterstützung bei ihrer Kritik an Facebook erhält Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner durch den Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Der vzbv wirft dem weltgrößten Online-Netzwerk vor, wiederholt und wissentlich datenschutzrechtliche Bestimmungen zu missachten.
Vorratsdatenspeicherung: Staat muss Vorbild seinVorratsdatenspeicherung: Staat muss Vorbild sein
Berlin, 03.03.2010: Informationelle Selbstbestimmung ist Schlüssel für souveränes Handeln - "Klares Signal aus Karlsruhe". Zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Vorratsdatenspeicherung erklärt Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv): "Die Richter in Karlsruhe haben ein klares Signal gegeben:
Vorratsdatenspeicherung: Bundesverfassungsgericht verhandelt MassenklageVorratsdatenspeicherung: Bundesverfassungsgericht verhandelt Massenklage
Murnau a. Staffelsee: 17.12.2009: Bundesbürger unter Generalverdacht - Vorratsdatenspeicherung grundgesetzwidrig? Przyklenk und Brückner raten zur Prophylaxe: "Seien Sie geizig mit Ihren persönlichen Daten". Seit gestern geht es in Karlsruhe um die umstrittene Speicherpflicht für Telefon- und Internetverbindungsdaten.
Skandalwelle im Datenschutz rollt - „Kursbuch Datenschutz“Skandalwelle im Datenschutz rollt - „Kursbuch Datenschutz“
Murnau, 26.11.2009: „Kursbuch Datenschutz“ mit Information und zahlreichen Tipps zum Schutz vor Datenklau. Obwohl die neue Regierung einige Verfehlungen der Datenschutzgesetzgebung korrigieren möchte, reißen die Datenschutzpannen nicht ab. Mittlerweile kann nahezu jeder Bürger davon ausgehen, dass er irgendwann Opfer einer solchen Panne wird. Und dabei handelt es sich beileibe nicht immer um die kriminelle Tat eines Einzelnen wie jüngst im Falle des Netzwerks „SchülerVZ“.
Datenskandal - Postbank hält Zusage nicht einDatenskandal - Postbank hält Zusage nicht ein
Berlin, 02.11.2009: Freie Handelsvertreter haben weiter Zugriff auf Girokontodaten von Millionen Postbank-Kunden. Bereits am Dienstag hatte Postbank-Sprecher Joachim Strunk erklärt, dass die Datenbanken dicht seien.
Vom gläsernen Menschen zum mündigen BürgerVom gläsernen Menschen zum mündigen Bürger
Murnau, 01.10.2009: Fast wäre es im Sommerloch aus Politskandälchen und Dauerkrise übersehen worden: Die Europäische Union plant, US-amerikanischen Terrorfahndern den Zugriff auf sensible Bankverbindungsdaten aus dem europäischen Finanzraum zu ermöglichen. Mit dem Anschlag auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001 wurde eine neue Zeitrechnung in der Terrorbekämpfung und der staatlichen Datensammelwut eingeläutet.
Datenerhebung außer KontrolleDatenerhebung außer Kontrolle
Karlsruhe, 04.09.2009: Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Universität Regensburg haben Dienste im Internet analysiert und massive Defizite aufgedeckt. Ihr Ergebnis: Zwar existieren meist hinreichende Datenschutzgesetze, doch niemand kümmert sich darum, dass sie eingehalten werden.
Soziale Netzwerke mit mangelndem Fair-Play?Soziale Netzwerke mit mangelndem Fair-Play?
Berlin, 15.07.2009: Der Verbraucherzentrale Bundesverband nimmt die Anbieter Sozialer Netzwerke ins Visier. Gegen die Plattformen MySpace, Facebook, lokalisten.de, wer-kennt-wen.de und Xing leitete der Verband Unterlassungsverfahren ein. "Die Bedeutung Sozialer Netzwerke nimmt stetig zu. Jetzt müssen die Betreiber ihre Hausaufgaben in Sachen Verbraucherschutz machen", so Vorstand Gerd Billen.
Der gläserne Mensch - Zwischen Forschung und SchwarzmarktDer gläserne Mensch - Zwischen Forschung und Schwarzmarkt
Bonn, 04.04.2009: Die neueste Ausgabe der GESIS-Reihe "Recherche Spezial" beschäftigt sich mit der Problematik personenbezogener Daten im Spannungsverhältnis von informationeller Selbstbestimmung und Informationsfreiheit, in dessen Mitte sich der Datenschutz bewegt.
Google Street View ist rechtswidrigGoogle Street View ist rechtswidrig
Kiel, 04.10.2008: Seit einigen Tagen werden immer wieder PKWs mit einem Kameraaufbau in Schleswig-Holstein gesichtet. Die Fa. Google erfasst damit Bildersequenzen von öffentlichen Straßen im Land, um diese Bilder über den Dienst "Google Street View" im Internet bereitzustellen. Das Thema wurde in dieser Woche im Innen- und Rechtsausschuss des Schleswig-Holsteinischen Landtags behandelt.

Stand: 3. Maerz 2010
Erstellt: 3. Maerz 2010