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Umweltjournal.de | Politik und Wirtschaft  | Artikel Nr.: 16496

Biokraftstoffe verringern Abhängigkeit von russischem Erdöl

Berlin, 05.01.2010: Biodiesel und Bioethanol aus nachhaltiger, heimischer Produktion verringern im Verkehrsbereich die Abhängigkeit Deutschlands von fossilem Erdöl aus Russland. Im Jahr 2007 hatten Biokraftstoffe einen Anteil von 7,3 Prozent am Kraftstoffmarkt, beim Diesel waren es sogar über 12 Prozent. „Wenn wir nicht in der Lage sind, die Abhängigkeit von unsicheren Lieferanten wie Russland zu reduzieren, ist Deutschland politisch und wirtschaftlich erpressbar.


Biokraftstoffe können einen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten und haben deshalb eine strategische Bedeutung“, sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB). Deutschland importiert nach Angaben des Mineralölwirtschaftsverbandes etwa 35 Prozent seines Erdöls aus Russland. Wie bereits 2007 hat Russland seit Anfang des Jahres seine Erdöllieferungen an Weißrussland eingestellt – in der Folge war es damals auch in Deutschland zu Lieferengpässen gekommen.

„Neben der Gefahr für die Versorgungssicherheit durch die einseitige Abhängigkeit von Russland als großem Öllieferanten ist die Produktion dort alles andere als nachhaltig“, sagte Baumann. Die Erdölgewinnung sei mit gravierenden Umweltschäden und hohen Treibhausgasemissionen verbunden. In Russland werde bei der Förderung Erdölbegleitgas in einer Menge abgefackelt, die mehr als 15 Prozent des jährlichen deutschen Erdgasverbrauchs entspricht. „Auf dem weltweiten Korruptionsindex 2008 steht Russland noch hinter Iran und nur kurz vor der Republik Kongo. Es stellt sich die Frage, ob Deutschland ein Drittel seiner Ölversorgung in die Hände eines solchen Landes legen möchte, oder ob die Alternativen Biodiesel und Bioethanol gefördert werden“, sagte Baumann.

Die Europäische Union hat das Potential von Biokraftstoffen erkannt und vorgegeben, dass regenerative Energiequellen bis zum Jahr 2020 einen Anteil von zehn Prozent am Kraftstoffverbrauch haben müssen. „Vor diesem Hintergrund ist die Entscheidung der letzten Bundesregierung vollkommen verfehlt, den Anteil von Biokraftstoffen auf 6,25 Prozent zu reduzieren. Wir fordern für die kommenden Jahre eine angemessene Förderung nachhaltiger Biokraftstoffe, damit die Sicherheit der deutschen Energieversorgung steigt“, sagte Baumann.

Autor: Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie e. V.

Die letzten 10 Meldungen zum Thema "Biokraftstoff":
Biodiesel aus Palmöl fast ausschließlich aus dem Ausland importiertBiodiesel aus Palmöl fast ausschließlich aus dem Ausland importiert
Berlin, 04.05.10: Biodiesel wird in Deutschland nur in äußerst geringen Mengen aus Palmöl hergestellt. Zu diesem Ergebnis kommt der VDB in einer aktuellen Mitgliederbefragung. Damit reagierte der Verband auf eine Untersuchung von Greenpeace, die an Tankstellen unter anderem Palmöl als Rohstoff von Biodiesel identifiziert hatte.
Neue Studie macht Biokraftstoffe mit Milchmädchenrechnung schlechtNeue Studie macht Biokraftstoffe mit Milchmädchenrechnung schlecht
Berlin, 11.02.2010: „Einmal mehr rechnet eine Studie die Klimabilanz von Biodiesel und Bioethanol mit unrealistischen und undifferenzierten Annahmen schlecht“, sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB). „Offenbar kennen die deutschen Autoren die Verhältnisse in Brasilien nicht.
Reifeprüfung für nachhaltige BiomasseReifeprüfung für nachhaltige Biomasse
Berlin, 22.01.2010: Der WWF Deutschland begrüßt die heutige Anerkennung des „International Sustainability and Carbon Certification“ (ISCC) als eines der ersten marktreifen Zertifizierungssysteme, das übergreifend für alle Agrarrohstoffe angewendet werden kann. Es sei ein wichtiger Schritt für die Erfüllung der deutschen Nachhaltigkeitsverordnungen für flüssige Biomasse und Biokraftstoffe.
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Reiner Biodiesel (B100) braucht Steuersenkung auf 10 Cent/LiterReiner Biodiesel (B100) braucht Steuersenkung auf 10 Cent/Liter
Berlin, 27.11.2009: Nur wenn die Besteuerung von reinem Biodiesel (B100) auf 10 Cent/Liter gesenkt wird, kann der Markt für Biodiesel eine Wiederbelebung erfahren. Denn nur dann ist B100 wettbewerbsfähig gegenüber fossilem Diesel. Dagegen reicht es nicht aus, die bisher vorgesehene Anhebung der Steuer auszusetzen, sodass Reinkraftstoff im kommenden Jahr wie bisher mit 18 Cent/Liter besteuert würde.
Biokraftstoffhersteller begrüßen KoalitionsvertragBiokraftstoffhersteller begrüßen Koalitionsvertrag
Berlin, 26.10.2009: Die Hersteller von Biodiesel und Bioethanol begrüßen die Regelungen des Koalitionsvertrages zu Biokraftstoffen. „Die vereinbarte Wiederbelebung des Marktes für reinen Biodiesel (B100) zum 1.1.2010 ist ein wichtiger Schritt, damit die deutschen Klimaschutzziele erreicht werden können“, sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB). Durch die kürzlich verabschiedete Nachhaltigkeitsverordnung sei gesichert, dass Biokraftstoffe auch zukünftig nachhaltig produziert werden.
Biokraftstoffe - die Alternative?Biokraftstoffe - die Alternative?
Köln, 04.07.2009: Brasilien nimmt im Bereich des Einsatzes und der Produktion von Biokraftstoffen eine führende Rolle ein. Seit langem schon werden effektiv alternative Treibstoffe in Brasilien verwendet. Brasilien ist inzwischen ein aufstrebendes Land. Können Biokraftstoffe also eine Entwicklungschance für Länder der ...
Biokraftstoffe als Ersatz fossiler EnergieträgerBiokraftstoffe als Ersatz fossiler Energieträger
Köln, 04.07.2009: Die letzten Tropfen Erdöl fließen im arabischen Golf und in Alaska. Tief im Ozean wird noch akribisch nach weiteren Vorkommen gesucht, doch über kurz oder lang wird das Öl versiegen und unser Alltag so wie heute wäre kaum mehr denkbar. Ein Glück, dass es inzwischen Biokraftstoffe gibt!
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Berlin, 22.05.2008: „Der Anteil von Biodiesel am gesamten Dieselmarkt betrug im vergangenen Jahr rund neun Prozent. Damit leisten Biokraftstoffe schon jetzt einen entscheidenden Beitrag, um die Folgen der sinkenden Ölreserven abzufedern. Sie bieten eine echte, bereits jetzt vorhandene nachhaltige Alternative zu fossilen Kraftstoffen“, sagt Petra Sprick, Geschäftsführerin des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB).

Stand: 5. Januar 2010
Erstellt: 5. Januar 2010