Kinofilm "Die Bucht" sorgt für Zündstoff
Radolfzell/Hagen, 05.11.2009: Der Kinofilm "Die Bucht", der als Öko-Thriller weniger blutige Bilder von den japanischen Delfintreibjagden zeigt, als vom Kinobesucher befürchtet, sorgt nach wie vor für Zündstoff. Delfinschutzorganisationen kritisieren die Haltung der Delfine in den drei deutschen Zoos in Duisburg, Münster und Nürnberg. Nach Aussagen der deutschen Delfin- und Walschutzorganisationen WDSF und ProWal vertuschen die Delfinarienbetreiber der drei Zoos in Münster, Duisburg und Nürnberg die wahren Zustände über die Haltung von Delfinen in Gefangenschaft.Der Geschäftsführer von ProWal, Andreas Morlok, befürchtet gar, dass Delfine zwangsernährt werden müssten, weil sie normalerweise toten Fisch als Aas betrachten und diesen in freier Wildbahn nicht fressen würden.
Morlok: Es ist kein Zufall, dass z.B. die Tierarztkosten im Nürnberger Delfinarium etwa 40% der Kosten des gesamten Zoos ausmachen. Die Delfinschützer fordern, dass die Zoos ihre vorhandenen Zuchtbücher und Jahresprüfberichte offenlegen. Jürgen Ortmüller, Geschäftsführer des WDSF: Wenn die Delfinarienbetreiber eine schöne heile Welt vorgaukeln und glaubwürdig sein sollen, dann müssen sie auch für eine solche Transparenz bereit sein. Es ist nicht hinnehmbar, dass auch öffentliche Gelder für die Delfinhaltung in städtischen Zoos verwendet werden und diese keine Einblicke in die Zuchtbücher gewähren. Selbst Bundestagsparteien verwehrte man diese Einsichtnahme der Eintragungen, die wohl so brisant sind, dass man sie lieber unter Verschluss hält.
Das WDSF und ProWal fordern die Schließung der letzten drei von ehemals neun Delfinarien im Land, weil kein künstliches Becken den Ansprüchen der Delfine genügen kann. Andreas Morlok: In Deutschland starben schon über 100 Delfine und auch Wale in Gefangenschaft. Kein einziges Tier wurde jemals ausgewildert und deshalb haben die deutschen Zoos mit dem Schutz der Delfinarten nichts gemein ganz im Gegenteil, denn sie sind aufgrund der nicht nachhaltigen Zucht auf weitere Wildfänge angewiesen, damit die Shows auf Kosten der Tiere fortgesetzt werden können.Autor: Wal- und Delfinschutz-Forum WDSF
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Die letzten 10 Meldungen zum Thema "Delfine, Delfinarien":
Japan: Jagd auf Delfine geht wieder losMünchen, 30.08.2010: Tierschützer befürchten das Schlimmste: Am Mittwoch, dem 1. September, startet vor der japanischen Küste wieder die Treibjagd auf Delfine und Kleinwale. Alljährlich werden dort bis zu 15.000 der kleinen Meeressäuger grausam abgeschlachtet.
Walweibchen begeht Selbstmord-VersuchTokyo / Gerlingen, 14.07.2010: Vor den Augen schockierter Zuschauer sprang Walweibchen Kuru am 4. Juli während einer Show aus dem Wasserbecken und versuchte, Selbstmord zu begehen (Video). Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. fordert das Management des japanischen Okinawa Churaumi Aquariums jetzt zur Freilassung des verzweifelten Schwertwals auf.
TUI stoppt nach Kritik von Delfinschützern sämtliche Delfinarien-Unterhaltungsangebote an der türkischen RivieraHagen/Westf., 09.04.2010: Nachdem das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) gegenüber der TUI nachgewiesen hat, dass Delfine in türkischen Delfinarien aus der blutigen Treibjagd in Japan stammen, macht der Reiseveranstalter jetzt zumindest einen vorübergehenden Rückzieher.
Hagener „Wal- und Delfinschutz-Forum“ im Gutachterausschuss des Bundesministeriums Hagen-Hohenlimburg, 17.03.2010: Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) hat am Montag den Geschäftsführer und Gründer des Hohenlimburger Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF), Jürgen Ortmüller, in den Gutachterausschuss zur Überarbeitung des Säugetiergutachtens für die in Deutschland in Zoos gehaltenen Delfine einberufen.
Sea-World Unfall auch in deutschen Delfinarien möglichGerlingen, 02.03.2010: Nach dem tödlichen Angriff eines Orcas im Sea-World Freizeitpark Orlando/Florida warnt die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. jetzt vor möglichen Angriffen von Delfinen in deutschen Delfinarien. Gerade Kinder, die in Delfinarien direkten Kontakt zu den Tieren haben, z. B. durch Handfütterung oder sogenannte Delfintherapien, befänden sich in großer Gefahr.
Ein Oscar für die Delfine?München, 03.02.2010: Der Dokumentarfilm Die Bucht wurde für den Oscar nominiert. Wie die Academy of Motion Picture Arts and Sciences soeben bekannt gab, wurde der Film über die japanische Delfinjagd in die enge Auswahl für den Besten Dokumentarfilm aufgenommen.
Kinofilm "Die Bucht" sorgt für ZündstoffRadolfzell/Hagen, 05.11.2009: Der Kinofilm "Die Bucht", der als Öko-Thriller weniger blutige Bilder von den japanischen Delfintreibjagden zeigt, als vom Kinobesucher befürchtet, sorgt nach wie vor für Zündstoff. Delfinschutzorganisationen kritisieren die Haltung der Delfine in den drei deutschen Zoos in Duisburg, Münster und Nürnberg. Nach Aussagen der deutschen Delfin- und Walschutzorganisationen WDSF und ProWal vertuschen die Delfinarienbetreiber der ...
Gigantischer Schaden - Ölaustritt vor Australien gestopptMünchen, 05.11.2009: 10 Wochen lang sprudelten vor der Australischen Westküste unkontrolliert Millionen Liter Öl in die Timorsee und alle Versuche, den Ölaustritt zu stoppen, schlugen fehl. Nun konnte das lecke Bohrloch endlich erfolgreich verschlossen werden der entstandene Schaden für die Tier- und Pflanzenwelt in diesem tropischen Gewässer ist jedoch immens.
Zoodirektoren rechtfertigen DelfinhaltungHagen/Radolfzell, 23.10.2009: Der Kinofilm "DIE BUCHT", der als Öko-Thriller verpackt, den blutigen Delfinfang in Japan schonungslos offenbart, erregt auch die Gemüter der deutschen Zoodirektoren. In einer dreiseitigen Stellungnahme weisen sie zwei Tage vor dem offiziellen Filmstart ihre Mitschuld an den Delfintreibjagden zurück. Ric OBarry, Ex-Flippertrainer und Hauptakteur des Kinoschockers von Regisseur Louie Psihoyos, hatte im Vorfeld des Films mehrfach an die deutschen Fernsehzuschauer appelliert:
Es tut sich etwas in TaijiMünchen, 20.10.2009: Die Behörden des japanischen Fischerdorfes Taiji haben erstmals Haarproben von Bewohnern genommen, um diese auf Quecksilberbelastung infolge des Verzehrs von Delfinfleisch zu untersuchen. Die Organisationen Pro Wildlife, die internationale Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS und OceanCare sind offizielle Partner von "Die Bucht" und haben nur eine Erklärung für die neuesten Vorgänge in Taiji: "Die Behörden wollen offenbar darauf hinarbeiten, dass ihnen der Gesundheitsaspekt einen Grund liefert, die Delfinjagd ...
Stand: 5. November 2009
Erstellt: 5. November 2009
Erstellt: 5. November 2009




















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