Islands Walfangolympiade
München, 29.09.2009: Mit der Tötung von 125 Finnwalen und 80 Zwergwalen im Jahr 2009 vollzog Island die Wiederaufnahme des groß angelegten kommerziellen Walfangs im Nordwestatlantik. Walschützer berechnen die angelandete Menge an Walprodukten mit mehr als 3 Millionen Kilogramm Walfleisch und Walspeck, die ausschließlich für den japanischen Markt vorgesehen sind. Und dies trotz eines bestehenden internationalen Handelsverbotes mit Walprodukten und der Tatsache, dass noch im Juni 2009 in Japan mehr als 4.500 Tonnen Walprodukte in den Kühllagern auf Abnehmer warteten.Neben der Tatsache, dass es sich um die größte Waljagd Islands seit den 1980er Jahren handelt, feiert der einzige isländische Finnwaljäger Kristjan Loftsson, Eigentümer des Walfangunternehmens Hvalur, die Tötung des 15.000sten Finnwal seit Gründung der Firma im Jahr 1947.
Walfängern sind der Schutzstatus von Walen, internationale Schutzbestimmungen und Handelsbeschränkungen vollkommen egal. Bedauerlicherweise gelingt es ihnen zusätzlich, einige Regierungen zu instrumentalisieren, sagt Nicolas Entrup, Sprecher der internationalen Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS und verweist auf die Bedeutung des internationalen Walfangverbotes, das ist der höchstmögliche rechtliche Schutz von Waltieren vor Bejagung und die internationale Staatengemeinschaft muss auf den Vollzug dieser Artenschutzerrungenschaft drängen.
Die Walschützer fordern von der EU-Kommission, dass sie in den Verhandlungen mit Island über einen EU-Beitritt die Beendigung der Walfangaktivitäten zu einem Kriterium macht. Die Gesetzeslage innerhalb der Europäischen Union ist klar und Walfang ist in allen Formen verboten, sagt der WDCS-Sprecher und fordert eine Aufwertung internationaler Artenschutzbestimmungen durch verstärktes Augenmerk auf den Vollzug.
Die isländische Regierung zeigt dem Aufgrund des zunehmenden Artensterbens kommt dem A. wachsende Bedeutung zu. Artenschutz und somit der EU-Gesetzgebung noch die kalte Schulter und hebt die Walfangquoten für die kommende Saison erneut an. Im kommenden Jahr werden 200 Finnwale und 200 Zwergwale zum Abschuss frei gegeben. Zusätzlich hat Kristjan Loftsson bereits angemerkt, die von der diesjährigen Quote nicht genutzten 25 Finnwale für den zusätzlichen Abschuss im kommenden Jahr einzufordern.Schreiben Sie noch heute eine Protest-E-Mail an die Premierministerin und den Fischereiminister Islands und fordern Sie ein Ende des isländischen Walfangs!
Zusatzinformation
Die Kalkulation der WDCS zu der Gesamtmenge an in Island angelandeten Walprodukten basiert auf einem 2009 im Wissenschaftsausschuss eingereichten Dokument, das sich mit den nutzbaren Mengen pro Wal befasst. Zur Berechnung wurden keine Maximalwerte herangezogen. Für einen Finnwal werden die Durchschnittswerte von 16 Tonnen Fleisch und 8 Tonnen Walspeck herangezogen. Ein Zwergwal gibt insgesamt durchschnittlich 3 Tonnen Walspeck und Fleisch. Die Gesamtmenge der in Island angelandeten nutzbaren Mengen an Walfleisch und Walspeck liegt somit bei 3.240.000 Kilogramm. Walfänger nutzen weit geringere Angaben. Diese Angaben sind u.a. auch politisch motiviert, da die Fangquoten innerhalb des zunehmend kommerzialisierten Walfangs in Grönland auf Grund von Mengenangaben errechnet werden und Walfänger dazu tendieren, nur die besten Teile dieser gefährdeten Tiere zu nutzen und nicht so viel wie nur möglich zu verwerten.
Autor: WDCS, Whale and Dolphin Conservation Society gGmbH
Weiterführende Informationen:
Die letzten 10 Meldungen zum Thema "Artenschutz, Wale":
Vergiftung und Impotenz auf den europäischen Färöer-Inseln durch kontaminiertes WalfleischFäröer-Inseln/Deutschland, 01.09.2010: Auf den zum Reichsverband Dänemark gehörenden Färöer Inseln im Nordost-Atlantik kommen Tod und Zivilisationskrankheiten durch den Verzehr von kontaminiertem Walfleisch schleichend.
Japan: Jagd auf Delfine geht wieder losMünchen, 30.08.2010: Tierschützer befürchten das Schlimmste: Am Mittwoch, dem 1. September, startet vor der japanischen Küste wieder die Treibjagd auf Delfine und Kleinwale. Alljährlich werden dort bis zu 15.000 der kleinen Meeressäuger grausam abgeschlachtet.
Wenn es Nacht wird in Deutschland, ist der Tiger unterwegsBerlin, 29.08.2010: Die Umweltschutzorganisation WWF startet in Frankfurt am Main die Running Tiger Tour. Im Rahmen der WWF-Aktion wird an den kommenden Wochenenden ein bis zu zwanzig Meter großer Tiger durch sechs deutsche Großstädte rennen.
Aktivisten decken Walfangskandale auf den Färöer-Inseln aufFäröer/Hagen/Radolfzel, 10.08.2010: Auf den europäischen Färöer-Inseln im Nordatlantik, welche zwischen den schottischen Shetlandinseln und Island auf der Höhe von Norwegen liegen, findet jedes Jahr ein blutiges Abschlachten von bis zu tausend Grindwalen und anderen Delfinarten statt.
Stoppt das Massaker an Grindwalen auf den Färöer-InselnWädenswil, 03.08.2010: Mit erschütternden Bildern hat der Film The Cove (Die Bucht) die skrupellose Jagd auf Delphine und das blutige Massaker dokumentiert, das japanische Fischer alljährlich im Dorf Taiji veranstalten. Der Film wurde mit dem Oscar für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet. Doch während die Welt empört und erschüttert nach Japan schaut, spielt sich im europäischen Nordatlantik von der Öffentlichkeit weit gehend unbeachtet eine Tragödie ab, die durchaus mit dem japanischen Blutbad vergleichbar ist.
Walschützer gehen in die „Höhle des Löwen“ auf den Färöer-InselnHagen-Westf., 28.07.2010: Der Oscar-prämierte Film Die Bucht mit Richard OBarry brachte die grausamen Delfintreibjagden in Japan mit jährlich rund 20.000 abgeschlachteten Delfinen an das Licht der Weltöffentlichkeit. Jetzt wollen Wal- und Delfinschützer der blutigen Waljagd auf den europäischen Färöer-Inseln ein Ende setzen.
Walweibchen begeht Selbstmord-VersuchTokyo / Gerlingen, 14.07.2010: Vor den Augen schockierter Zuschauer sprang Walweibchen Kuru am 4. Juli während einer Show aus dem Wasserbecken und versuchte, Selbstmord zu begehen (Video). Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. fordert das Management des japanischen Okinawa Churaumi Aquariums jetzt zur Freilassung des verzweifelten Schwertwals auf.
Walfang weiterhin außer KontrolleHamburg, 25.06.2010: Kein Konsens in Sachen Walfang und Walschutz. Die Verhandlungen über einen Kompromissvorschlag zum Walfang bei der Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission IWC in Agadir haben zu keinem Ergebnis geführt. Der WWF kritisiert das Scheitern der Bemühungen.
Neues Waldgesetz verschenkt Chancen für Natur- und ArtenschutzBerlin, 21.06.2010: Für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist das vom Bundestag beschlossene Bundeswaldgesetz eine verschenkte Chance für mehr Natur- und Artenschutz im deutschen Wald. Der Gesetzgeber habe es versäumt, verbindliche und bundesweit gültige Standards der guten fachlichen Praxis festzuschreiben, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.
Kompromissloses internationales Verbot des Walfangs gefordertHagen-Westfalen, 20.06.2010: Die deutsche Meeres-Umweltschutz-Organisation Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) fordert die IWC anlässlich ihrer Tagung ab 21.6. in Marokko auf, sich nicht nur wie bisher in bürokratischen Absichtserklärungen zu verlieren, sondern endlich die Fakten der tödlichen Bedrohung der Meeressäuger anzuerkennen und den Walfang generell zu verbieten.
Stand: 29. September 2009
Erstellt: 29. September 2009
Erstellt: 29. September 2009




















Druckansicht