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13 TierschützerInnen auf der Anklagebank in Wien.





Kinderarbeit und katastrophale Arbeitsbedingungen sind die Schattenseiten unserer Billigschokolade. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Die dunkle Seite der Schokolade“ des SÜDWIND-Instituts.


Am Brandenburger Tor gehen am 27.03 genauso die Lichter aus wie im Empire State Building und im höchsten Gebäude der Welt, dem Burj Khalifa.



Erneuter Todesfall einer Trainerin in einem Sea World Tierpark.



Umweltjournal.de | Artikel Nr.: 15914

EU oder Walfang?

München, 27.07.2009: Am Montag wird Island beim EU-Außenministerrat offiziell die Aufnahme in die Europäische Union beantragen. Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife fordert die EU auf, den Beitritt nur zuzulassen, wenn Island auf den Walfang verzichtet. "In der EU sind Wale und Delfine streng geschützt, das muss auch für Island gelten", sagt Pro Wildlife-Sprecherin Sandra Altherr.


Island ignoriert das seit 1986 geltende weltweite kommerzielle Walfangverbot. „Die isländische Regierung sucht derzeit einen Ausweg, um die EU-Schutzbestimmungen für Meeressäuger zu umgehen, doch die EU muss die Chance nutzen, den Walfang in Island endlich zu beenden“, so Altherr.

2003 nahm Island nach langer Pause den Fang von Zwergwalen wieder auf; seit 2006 werden wieder Finnwale gejagt. Im Januar 2009 schockierte der scheidende Fischereiminister der Vorgängerregierung die Weltöffentlichkeit, als er für den Zeitraum 2009 bis 2013 eine jährliche Fangquote von 150 Finn- und 100 Zwergwalen genehmigte. Doch mit einer neuen Regierung und dem geplanten EU-Beitritt besteht die Möglichkeit, dass das Land im Nordatlantik den Walfang einstellt.

EU-Rechtslage: Wale und Delfine sind streng geschützt

Wale und Delfine sind in Anhang IV der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU gelistet. Das bedeutet, dass die Tiere innerhalb der EU-Gewässer weder gestört noch gefangen oder getötet werden dürfen. Nach Informationen von Pro Wildlife will Island zwei Argumente ins Feld führen, um auch als EU-Mitglied Wale fangen zu dürfen: zum einen sei der Walfang in Island Tradition, zum anderen müssten die Walbestände dezimiert werden, weil Wale angeblich den Fischern die Fische wegfressen. „Dass die Wale nicht für den Kollaps der Fischbestände verantwortlich sind, ist wissenschaftlich erwiesen“, betont die Biologin Altherr. Und auch das Traditionsargument greift nicht: Eine lange Walfangtradition hat Island nicht und die Bevölkerung konsumiert kaum Walfleisch. Islands Walfang ist in der Hand eines einzigen Mannes, der das Walfleisch im großen Stil nach Japan verkauft:

Ein Mann dominiert Islands Walfangpolitik

Strippenzieher der isländischen Walfangpolitik ist Kristjan Loftsson, Besitzer der Walfangflotte „Hvalur Hf“ und Vorstandsmitglied mehrerer Fischfabriken. Dank bester politischer Beziehungen – er ist sogar Mitglied der isländischen Delegation für die Internationale Walfangkonferenz (IWC) – hat Loftsson das Monopol auf den Fang der bis zu 26 Meter großen Finnwale. „Tradition ist nicht die treibende Kraft für Islands Walfänger – es geht ganz einfach um Geld: Loftsson will 6.000 Tonnen Finnwalfleisch nach Japan verkaufen und erhofft sich Millionengewinne“, sagt Altherr. Und auch die Hälfte des Zwergwalfleisches soll nach Japan verschifft werden. Doch selbst dort verkauft sich Walfleisch mittlerweile schlecht und das Fleisch stapelt sich in den Kühlhäusern.

Pro Wildlife fordert umgehenden Walfangstopp in Island

Island gehört bereits zum EU-Wirtschaftsraum, viele seiner Gesetze sind bereits EU-konform. Entsprechend zügig könnten die Beitrittsverhandlungen der EU mit Island vorangehen, ein Beitritt wäre bereits in den nächsten Jahren möglich. Ein Streitpunkt wird die Fischerei sein, da Island anderen EU-Mitgliedsländern Zugang in die heimischen Gewässer erlauben müsste. „Die EU muss Island bei seinen starken Fischerei-Interessen sicher Zugeständnisse machen. Umso wichtiger ist es, dass die EU deutlich macht, dass sie im Gegenzug keinen Walfang tolerieren wird“, so Altherr.


Bild: © Frühling, PIXELIO
Autor: Prowildlife

Weiterführende Informationen:


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Stand: 27. Juli 2009
Erstellt: 27. Juli 2009