Inserate
Top-News Politik und Wirtschaft
Kernkraft kann auslaufen
Fragwürdiges CCS-Gesetz soll schmutzigem Kohlestrom sauberes Image verschaffen
Gewerbegebiet Ostsee?
BUND-Klage gegen Bundesumweltministerium erfolgreich. BMU muss Unterlagen zum Elbschutz rausrücken
Wirtschaftsministerium hält Energiebericht zurück
Energieeffizienz statt Laufzeitverlängerung: Umwelt-, Verbraucherverbände und Gewerkschaften fordern zukunftsweisendes Energiekonzept
Werbung mit Klimaschutz beeinflusst Kaufverhalten
Taktloses Muskelspiel der Energiebranche
Transport- und Logistiksektor bleibt auf der Strecke
Familienstiftung investiert in ForestFinance-Mischwälder
Neue EU-Luftqualitätsrichtlinie in deutsches Recht umgesetzt
Atomkonsens einhalten: Atomlobbyisten in die Schranken weisen!
Grausame Tierquälerei bei Milchproduzent für Humana Milchunion
Etikettenschwindel im Textilhandel beenden
Trinkwasser wird Menschenrecht
Katalonien verbietet Stierkampf
Betriebsstromspiegel 2010: Mieter zahlen jährlich 100 Millionen Euro unnötig zuviel!
Die Nutzung der Windenergie auf dem Meer kennt nur Gewinner
WWF Statement zur Verschiebung des US-Klimagesetzes
Lieber aufgedreht als abgefüllt
Inserate
Umweltjournal.de | Politik und Wirtschaft  | Artikel Nr.: 15447

Schutz der Nordsee mangelhaft

Frankfurt, 25.03.2009: Europas Schutzbemühungen für seine Meere sind noch immer mangelhaft“, sagt WWF-Experte Stephan Lutter anlässlich der Veröffentlichung einer aktuellen Studie der Umweltschutzorganisation zur Ausweisung von Schutzgebieten in der Nordsee. Mit der Flora-Fauna-Habitatrichtlinie (FFH) sind die EU-Mitgliedsstaaten die Verpflichtung eingegangen, Lebensräume und Arten auch auf See zu schützen und Meeresgebiete in das Natura 2000 Netzwerk aufzunehmen.


Doch nach WWF-Angaben hinken die meisten Staaten den Zielvorgaben für Nordsee und Atlantik hinterher – und das, obwohl die Frist zur Umsetzung Ende 2008 verstrichen ist. Derzeit wird die Ausweisung von Meeresschutzgebieten der EU-Mitgliedsstaaten im irischen Galway auf den Prüfstand gestellt. Der WWF fordert, endlich die nach der FFH-Richtlinie definierten Gebiete in der Nordsee unter Schutz zu stellen. „Die EU-Staaten müssen ihren vertraglich geregelten Verpflichtungen nachkommen“, sagt Stephan Lutter, der für die Umweltstiftung an der Konferenz teilnimmt. Außerdem sei es höchste Zeit, auch in anderen Regionen - wie der Ostsee oder dem Mittelmeer - ein umfassendes Netz an Meeresschutzgebieten auszuweisen.

Die aktuelle WWF-Studie macht schädliche Fischereipraktiken, etwa den Einsatz von Grundschleppnetzen, Offshore-Anlagen, Sand- und Kiesabbau und intensiven Schiffsverkehr als größte Gefahren für das Ökosystem Nordsee aus. Der Bericht benennt außerdem all jene Gebiete, die nach den Anforderungen der FFH-Richtlinie dringend geschützt und bewahrt werden müssten. Mit Ausnahme der Bundesrepublik Deutschland, die rund 30 Prozent von Nord- und Ostsee unter Schutz gestellt hat, verfehlen alle weiteren europäischen Staaten die Natura 2000-Ziele. „Vielen Ländern fehlt offensichtlich der politische Wille oder sie geben dem wachsenden Druck der Fischerei- oder Offshore-Lobby nach“, sagt WWF-Experte Stephan Lutter.

So sind etwa in den ausschließlichen Wirtschaftszonen (200 Seemeilen ab der Küste) von Dänemark und Niederlande zahlreiche Riffe noch immer von den Grundschleppnetzen der europäischen Fischereiflotte bedroht. Ähnliches gilt für die britischen Gewässer, wo nur viel zu kleine Riff-Parzellen unter Schutz gestellt werden sollen. Außerdem weigert sich die britische Regierung entgegen der FFH-Richtlinie, dringend notwendige Gebiete für Delfine und Schweinswale auszuweisen. Bedroht sind nach wie vor auch weite Teile der Dogger Bank, ein submarines Hochplateau in der zentralen Nordsee. Zwar haben Deutschland und die Niederlande Teile der Dogger Bank unter Schutz gestellt, doch England und Dänemark weigerten sich bisher ihren Verpflichtungen nachzukommen.

Autor: WWF Deutschland

Weiterführende Informationen:


Die letzten 10 Meldungen zum Thema "Delfine, Meeresschutz":
Japan: Jagd auf Delfine geht wieder losJapan: Jagd auf Delfine geht wieder los
München, 30.08.2010: Tierschützer befürchten das Schlimmste: Am Mittwoch, dem 1. September, startet vor der japanischen Küste wieder die Treibjagd auf Delfine und Kleinwale. Alljährlich werden dort bis zu 15.000 der kleinen Meeressäuger grausam abgeschlachtet.
Ölkatastrophe: WDSF-Meeresschützer fordern den Einsatz von Vogelwaschmaschinen vom BP/Aral-KonzernÖlkatastrophe: WDSF-Meeresschützer fordern den Einsatz von Vogelwaschmaschinen vom BP/Aral-Konzern
Hagen-Westf. 18.06.2010: Nachdem der Ölteppich im Golf von Mexiko die Strände der Region erreicht hat und Tausende von Seevögeln gefährdet sind, fordert die Meeresschutz-Organisation „Wal- und Delfinschutz-Forum“ (WDSF) den BP-Konzern auf, umgehend Vogelwaschmaschinen zur Verfügung zu stellen.
TUI stoppt nach Kritik von Delfinschützern sämtliche Delfinarien-Unterhaltungsangebote an der türkischen RivieraTUI stoppt nach Kritik von Delfinschützern sämtliche Delfinarien-Unterhaltungsangebote an der türkischen Riviera
Hagen/Westf., 09.04.2010: Nachdem das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) gegenüber der TUI nachgewiesen hat, dass Delfine in türkischen Delfinarien aus der blutigen Treibjagd in Japan stammen, macht der Reiseveranstalter jetzt zumindest einen vorübergehenden Rückzieher.
Portugal stellt Seeberge unter SchutzPortugal stellt Seeberge unter Schutz
Hamburg, 31.03.2010: Der Meeresgrund des Nordostatlantiks erhält mehr Schutz. Der WWF lobt die Entscheidung der portugiesischen Regierung, vier Meeresschutzgebiete auf dem erweiterten Kontinentalschelf der Azoren und Portugals einzurichten, als Meilenstein für die Erhaltung der Ozeane.
Hagener „Wal- und Delfinschutz-Forum“ im Gutachterausschuss des Bundesministeriums Hagener „Wal- und Delfinschutz-Forum“ im Gutachterausschuss des Bundesministeriums
Hagen-Hohenlimburg, 17.03.2010: Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) hat am Montag den Geschäftsführer und Gründer des Hohenlimburger „Wal- und Delfinschutz-Forum“ (WDSF), Jürgen Ortmüller, in den Gutachterausschuss zur Überarbeitung des Säugetiergutachtens für die in Deutschland in Zoos gehaltenen Delfine einberufen.
Ein Oscar für die Delfine?Ein Oscar für die Delfine?
München, 03.02.2010: Der Dokumentarfilm „Die Bucht“ wurde für den Oscar nominiert. Wie die „Academy of Motion Picture Arts and Sciences“ soeben bekannt gab, wurde der Film über die japanische Delfinjagd in die enge Auswahl für den „Besten Dokumentarfilm“ aufgenommen.
Kinofilm Kinofilm "Die Bucht" sorgt für Zündstoff
Radolfzell/Hagen, 05.11.2009: Der Kinofilm "Die Bucht", der als Öko-Thriller weniger blutige Bilder von den japanischen Delfintreibjagden zeigt, als vom Kinobesucher befürchtet, sorgt nach wie vor für Zündstoff. Delfinschutzorganisationen kritisieren die Haltung der Delfine in den drei deutschen Zoos in Duisburg, Münster und Nürnberg. Nach Aussagen der deutschen Delfin- und Walschutzorganisationen WDSF und ProWal vertuschen die Delfinarienbetreiber der ...
Gigantischer Schaden - Ölaustritt vor Australien gestopptGigantischer Schaden - Ölaustritt vor Australien gestoppt
München, 05.11.2009: 10 Wochen lang sprudelten vor der Australischen Westküste unkontrolliert Millionen Liter Öl in die Timorsee und alle Versuche, den Ölaustritt zu stoppen, schlugen fehl. Nun konnte das lecke Bohrloch endlich erfolgreich verschlossen werden – der entstandene Schaden für die Tier- und Pflanzenwelt in diesem tropischen Gewässer ist jedoch immens.
Hai Noon statt Hai LifeHai Noon statt Hai Life
München 01.11.2009: Gleich für acht Haiarten werden aktuell beim Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) weltweite Handelsbeschränkungen beantragt. Damit ist diese Tiergruppe Spitzenreiter bei den Schutzanträgen – und wird auf der Artenschutzkonferenz im März 2010 für hitzige Diskussionen sorgen. "Niemals zuvor gab es so viele Anträge, Haie schützen zu lassen", berichtet Dr. Sandra Altherr von Pro Wildlife. "Doch es wird schwer werden.
Zoodirektoren rechtfertigen DelfinhaltungZoodirektoren rechtfertigen Delfinhaltung
Hagen/Radolfzell, 23.10.2009: Der Kinofilm "DIE BUCHT", der als Öko-Thriller verpackt, den blutigen Delfinfang in Japan schonungslos offenbart, erregt auch die Gemüter der deutschen Zoodirektoren. In einer dreiseitigen Stellungnahme weisen sie zwei Tage vor dem offiziellen Filmstart ihre Mitschuld an den Delfintreibjagden zurück. Ric O’Barry, Ex-Flippertrainer und Hauptakteur des Kinoschockers von Regisseur Louie Psihoyos, hatte im Vorfeld des Films mehrfach an die deutschen Fernsehzuschauer appelliert:

Stand: 25. Maerz 2009
Erstellt: 25. Maerz 2009