Umweltjournal.de | Politik und Wirtschaft  | Artikel Nr.: 14051

Österreich wird klimafit





Wien, 22.04.2008: Erstmals in der Geschichte des Umweltschutzes haben sich die namhaftesten Umweltschutz- und Entwicklungshilfeorganisationen zu einer Allianz zusammengeschlossen, um gemeinsam für das Klima zu kämpfen. Mit dem heutigen Startschuss der nationalen Kampagne machen sie sich gemeinsam mit dem ORF daran, 100.000 ÖsterreicherInnen zu KlimaschützerInnen zu machen. Die ORF-Klimainitiative "Unser Klima: Ein Planet. Ein Ziel." unter klima.ORF.at führt die User in drei Schritten in eine klimafreundliche Zukunft.


Gepusht wird die Kampagne durch massive Werbung im ORF und österreichweite Anzeigenschaltungen in Tageszeitungen und Magazinen. Ziel der Aktion ist, den ÖsterreicherInnen die Möglichkeit zu geben, mit ganz einfachen Mitteln ihren Beitrag zur Rettung unseres Weltklimas zu leisten. Alle mitmachen und der Erde CO2 ersparen!

Nach dem erfolgreichen „ORF-Themenschwerpunkt: Klimawandel“ mit 5,2 Millionen Zuseherinnen und Zusehern und dem „ORF-Klimatag“ am 7.7.07 setzt der ORF mit der Initiative „Unser Klima – Ein Planet. Ein Ziel.“ seine Themenführerschaft im Bereich Klimaschutz fort. Anlässlich des Welttages der Erde am 22. April 2008 will der ORF mit verstärkter Berichterstattung in allen Medien bis 10. Mai erneut auf das Thema aufmerksam machen. „Der ORF ist sich seiner Verantwortung für die Bewusstseinsbildung seiner Zuschauerinnen und Zuschauer bewusst und zeigt mit dem abermaligen Auf-die-Agenda-Nehmen dieses so wichtigen Umweltschutz-Themas, dass die Betonung des ‚Public Values‘ seines Programms kein Lippenbekenntnis ist. Und das Publikum honoriert diese Bemühungen“, so ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz.

In der Initiative „Unser Klima: Ein Planet. Ein Ziel.“ kann jeder online seine eigene Klimabilanz in einem Test checken und damit seinen persönlichen CO2-Ausstoß errechnen. Im zweiten Schritt erhalten die User Tipps für CO2-Einsparungen im eigenen Umfeld und können damit „Geschenke an die Erde“ machen. Im Schritt 3 bieten die genannten Organisationen internationale Klimaschutzprojekte an, in die man investieren kann. Darin verdeutlicht sich das Motto der Kampagne: Global denken, lokal handeln – bei sich selbst zu beginnen bedeutet, im eigenen Umfeld mit kleinen Schritten Großes zu bewirken. Zusätzlich kann jeder Einzelne der Erde CO2 sparen, indem man in weltweite Projekte zur Walderhaltung investiert. Diese Projekte wurden von einem externen Klimabeirat aus hochkarätigen, unabhängigen Klimaexperten analysiert, der den Organisationen in der Darstellung und Aufbereitung beratend zur Seite stand. Die Projekte leisten einen nachhaltigen Beitrag zum Klimaschutz.


Folgende Projekte werden von Österreichs größten Klimaschutz-Organisationen angeboten:

Der Erhalt der letzten Regenwälder unserer Erde ist nicht nur Naturschutz, sondern auch aktiver Klimaschutz. Um den Regenwald in Amazonien, einem der letzten großen Regenwaldgebiete, zu erhalten, unterstützt GLOBAL 2000 die ansässigen KautschukzapferInnen und damit eine nachhaltige Waldnutzung. Derzeit wird ein neues Gebiet von 600.000 Hektar vor Straßenbau, Abholzung und industrieller Landwirtschaft geschützt.
Klimaschutz muss aber auch in Österreich selbst stattfinden. Dazu schlägt GLOBAL 2000 ein Klimaschutzgesetz im Verfassungsrang vor und forciert konkret das Radfahren von und zur Arbeit in Kooperation mit dem Umweltministerium (www.fahrradpass.at). Außerdem engagiert sich GLOBAL 2000 für den Ausbau der klimaschonenden Biolandwirtschaft, setzt sich für eine sinnvolle Verkehrspolitik ein und kämpft weiter gegen Atomkraft, die effizienten Klimaschutz verhindert.
„Eine aktuelle, repräsentative Umfrage bestätigt, dass 82 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher Klimaschutz sehr wichtig bzw. wichtig ist. Die gemeinsame Kooperation mit dem ORF ist die ideale Basis, konkrete Taten folgen zu lassen. Um effizienten Klimaschutz gemeinsam umzusetzen, fordern 83 Prozent der ÖsterreicherInnen zusätzlich eine gesetzliche Verankerung von Klimaschutz“, so Klaus Kastenhofer, Geschäftsführer GLOBAL 2000.

CARE verbindet Armutsbekämpfung mit Projekten zum Klimawandel: Im Rahmen von Katastrophenvorsorge ebenso wie in Adaptionsprogrammen, die es den Menschen möglich machen, sich an die geänderten Umweltbedingen besser anpassen zu kommen.
Klimaschutz steht im Mittelpunkt des Projektes: In Ruanda wurde in den vergangenen Jahrzehnten ein Großteil der Wälder abgeholzt. Holz ist aber immer noch Energielieferant Nummer 1 – vor allem in der Küche. Durch energiesparende Kochtechniken und Öfen kann CARE einerseits Frauen und Mädchen helfen, die weniger Zeit zum Holzsammeln benötigen. Andererseits wird damit der CO2-Ausstoß beim Kochen massiv reduziert. Außerdem wird mit diesen Projekt Waldschutz betrieben, was wiederum der Klimabilanz zu Gute kommt.

„Der Klimawandel ist zutiefst ungerecht: Jene Menschen, die am wenigsten dazu beitragen, sind schon heute am stärksten davon betroffen“, darauf macht die Geschäftsführerin von CARE Österreich, Ulrike Schelander, aufmerksam. „Gerade die Ärmsten der Armen in den so genannten Entwicklungsländern, deren CO2-Emissionen sehr niedrig ausfallen, leiden massiv unter Dürren, Stürmen oder Überflutungen, die auch auf den Klimawandel zurückzuführen sind.“


Das Klimabündnis ist eine globale Partnerschaft zum Schutze des Weltklimas zwischen über 1600 europäischen Städten in 17 Staaten und den indigenen Völkern der Amazonas-Regenwaldgebiete. Dem Klimabündnis haben sich in Österreich bisher 710 Städte und Gemeinden, 350 Betriebe und 160 Schulen angeschlossen. Hauptziel ist die Umsetzung von Klimaschutz-Maßnahmen in den Bereichen Energieeffizienz, erneuerbare Energieträger, Verkehr, Land- und Forstwirtschaft und Beschaffung.
Klimabündnis Österreich unterstützt die indigenen Völker am Oberen Rio Negro in Nordwest-Brasilien bei ihrem Kampf zum Schutze der Amazonas-Regenwälder. Die Kooperation mit der regionalen indigenen Organisation FOIRN garantiert die nachhaltige Umsetzung von Regenwaldschutz und nachhaltiger Entwicklung am Rio Negro, einem Seitenfluss des Amazonas.
"Klimawandel ist ein globales Problem, das uns alle betrifft. Jede/r einzelne kann täglich zum Klimaschutz beitragen. Das Tool www.ichundco2.at zeigt auf, wie man sein Alltagsleben klimafreundlicher gestalten kann. Als Geschäftsführer von Klimabündnis Österreich freue ich mich über die Kooperation mit dem ORF, so können wir unsere Bündnispartner in Amazonien beim Regenwaldschutz noch mehr unterstützen", so Klimabündnis-Geschäftsführer Wolfgang Mehl.

Greenpeace warnte schon in den 80er-Jahren vor den Folgen des Klimawandels. Auf gewohnt konfrontative Art fordert die Umweltschutzorganisation seither eine Verhaltensänderung in Politik, Wirtschaft und bei den KonsumentInnen. Greenpeace zeigt in zahlreichen Studien, dass es möglich ist, auch im globalen Maßstab fossile Energie durch erneuerbare Energieträger zu ersetzen.

Ging es bei der Schutzkampagne für den Amazonas am Beginn vor allem um den Erhalt eines einzigartigen Ökosystems, so tritt nun zunehmend auch die stabilisierende Rolle des Amazonas fürs globale Klima in den Vordergrund. Mit dem Einschlagstopp für Sojaplantagen in Brasilien hat Greenpeace im Jahr 2006 einen riesigen Erfolg erzielen können. Nun geht es einerseits darum, dieses Moratorium zu verlängern. Andererseits gilt es, das erfolgreiche Instrument auch auf andere Bereiche auszudehnen, die den Amazonas gefährden, vor allem die Viehzucht und den Holzeinschlag. Ziel der Amazonas-Kampagne von Greenpeace ist ein Einschlagstopp bis zum Jahr 2015 in ganz Brasilien.

„Greenpeace warnt schon seit den 80er-Jahren vor den Folgen der Klimaerwärmung. Auch unser Engagement zur Rettung des Amazonas-Regenwaldes dient längst nicht mehr nur dem Erhalt eines extrem artenreichen Lebensraumes, sondern zunehmend auch dem Klimaschutz. Unsere Kampagne mit dem Ziel, die Abholzung bis 2015 zu stoppen, setzt dort an, wo die Zerstörung herkommt: bei der Politik und bei den beteiligten Unternehmen“, so Alexander Egit, Geschäftsführer Greenpeace.


Der WWF bietet ein Projekt zur Erhaltung des prächtigen Regenwaldes in Borneo. Dieses paradiesische Gebiet ist die Heimat der letzten Orang-Utans. Vor 15 Jahren lebten auf Borneo noch 13.000 Orang-Utans, heute ist ihre Anzahl fast auf die Hälfte geschrumpft. Ihr Lebensraum wurde ihnen genommen, denn allein in den 90er Jahren wurden auf Borneo mehr als 1Million Hektar Sumpf-Regenwälder abgeholzt und für die Landwirtschaft trocken gelegt. Mit fatalen Auswirkungen, die auch wir und unser Klima zu spüren bekommen! „Die Regenwälder speichern gigantische Mengen an CO2. Die Zerstörung der Wälder CO2 frei und heizt den Klimawandel an. Der WWF kämpft auf Borneo seit Jahren gegen die weitere Vernichtung der Regenwälder. Gleichzeitig arbeitet der WWF intensiv daran, bereits zerstörte Gebiete zu renaturieren. So schützen wir unser Klima und retten gleichzeitig den kostbaren Lebensraum der Orang-Utans“, so WWF-Geschäftsführerin Hildegard Aichberger.

Der WWF setzt sich generell seit Jahren für eine nachhaltige Klimapolitik ein und nimmt regelmäßig an internationalen Klimakonferenzen teil und bringt dort seine Anliegen ein. Der WWF fordert die Staaten weltweit auf, Maßnahmen für eine weitergehende CO2-Reduktion zu treffen. Politik und Wirtschaft sind gefordert, auf nachhaltige Energieformen, wie Wind- oder Solarenergie, umzusteigen. „Die Lösungen sind vorhanden – die Umsetzung darf nicht länger warten“, so Geschäftsführerin Hildegard Aichberger vom WWF abschließend.


Bild: www.pixelio.de
Autor: Global 2000 Umweltschutzorganisation
1972 Aufrufe
Stand: 22. April 2008
Erstellt: 22. April 2008

Weiterführende Informationen:

Weitere Meldungen zum Thema "Klimaschutz":

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