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Umweltjournal.de | Politik und Wirtschaft  | Artikel Nr.: 11371

AKW sind überall gefährlich - nicht nur in Schweden

Hamburg, 15.11.2006: Nach dem Unfall im schwedischen Atomkraftwerk Ringhals fordert Greenpeace die Bundesregierung zu Konsequenzen auf. Die alten deutschen AKW müssen sofort vom Netz genommen, alle weiteren so schnell wie technisch möglich abgeschaltet werden. In Ringhals war in der Nacht zum Dienstag nach einer Explosion ein Feuer ausgebrochen.


Der Unfall führte zur Schnellabschaltung des Reaktors 3. Betrieben wird das AKW von Vattenfall und E.ON. Es liegt in der Natur einer so komplexen Technologie, dass sie nicht wirklich zu beherrschen ist. Weil die gesundheitlichen Auswirkungen von Nuklearunfällen aber so gewaltig sind, dürfen Atomkraftwerke nicht betrieben werden, sagt Thomas Breuer, Atomexperte von Greenpeace.

Ringhals 3 ging Ende 1981 nach achtjähriger Bauzeit in Betrieb. Ein Jahr zuvor hatten sich die Schweden per Volksabstimmung für den Ausstieg aus der Atomkraft ausgesprochen. Bis 2010 sollten alle Reaktoren stillgelegt werden. Seitdem sind zwar keine Neubauten erfolgt, aber es wurden auch erst zwei der ursprünglich zwölf alten Meiler vom Netz genommen.

Noch ist völlig ungeklärt, wie es zu der Explosion in einem Transformator in Ringhals gekommen ist. Es handelt sich um den zweiten Unfall in schwedischen AKW innerhalb von wenigen Monaten. Erst Ende Juli hatte im Vattenfall-AKW Forsmark die Notstromversorgung versagt. Darüber hinaus war für 20 Minuten ein Teil der elektronischen Überwachung des Reaktors ausgefallen. Nach dem Störfall wurden vier baugleiche Kraftwerke aus Sicherheitsgründen vorübergehend abgeschaltet.

Vattenfall und E.ON betreiben in Deutschland gemeinsam die Atomkraftwerke Brokdorf, Krümmel und Brunsbüttel. Bis Ende 2005 gab es in diesen drei AKW über 900 meldepflichtige Ereignisse. Krümmel ging 1983, Brokdorf 1986, Brunsbüttel 1976 in Betrieb.

Damit ist Brunsbüttel eines der ältesten Atomkraftwerke in Deutschland. Ein für Greenpeace Deutschland entwickelter Risikoindikator zeigt auf, dass alte Atomkraftwerke generell störanfälliger sind und höhere Risiken aufweisen. Gemessen am Risikoindikator ist Brunsbüttel das problematischste deutsche Atomkraftwerk noch vor Biblis A (RWE).

Die Bundesregierung muss jetzt reagieren und die alten Atomkraftwerke endgültig vom Netz nehmen, sagt Thomas Breuer. Greenpeace fordert den Ausstieg aus der Atomindustrie und den massiven Einstieg in Erneuerbare Energien und Energieeffizienz.
Autor: Greenpeace e.V.

Weiterführende Informationen:


Die letzten 15 Meldungen zum Thema "Atomkraftwerk":
Atomkraftgegner planen 120 Kilometer lange Aktions- und Menschenkette
Berlin/Hamburg, 04.02.2010: Breites Bündnis will am 24. April zwischen Brunsbüttel und Krümmel demonstrieren. Die Anti-AKW-Bewegung macht mobil gegen den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke. Für den 24. April ruft ein breites gesellschaftliches Bündnis unter dem Motto „KettenreAktion: Atomkraft abschalten!“ zu einer 120 Kilometer langen Aktions- und Menschenkette zwischen den Atomkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel auf.
Keine voreilige Entscheidung zum Atommülllager Asse
Berlin, 13.01.2010: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat davor gewarnt, sich voreilig auf eine bestimmte Option zur Zukunft des Atommüllendlagers Asse in Niedersachsen festzulegen. Die bisherigen Erkenntnisse über das eingelagerte radioaktive Inventar in dem ehemaligen Bergwerk und über den Zustand des Salzstocks ließen die Entscheidung für eine der drei untersuchten Schließungsvarianten nicht zu.
AKW-Bilanz zum 30.12.2009: Zahl weltweit erneut gesunken
Holzheim, 11.01.2010: Auch im Jahr 2009 sanken weltweit sowohl die Zahl als auch die Leistung der Atomkraftwerke. Drei Stilllegungen, zwei Inbetriebnahmen und elf Baustarts. In Betrieb genommen wurden zwei AKW mit 202 Megawatt (MW) in Indien und mit 866 MW in Japan. Endgültig stillgelegt wurden drei AKW: In Japan ein Atomreaktor mit 515 MW und einer mit 806 MW sowie in Litauen einer mit 1185 MW.
CSU baut Hürden für Laufzeitverlängerung auf
München, 18.11.2009: Der CSU-Bundestagsabgeordnete Josef Göppel sieht noch zahlreiche Hürden auf dem Weg zu einer Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken. In der Generaldebatte des Bundestages zur Umweltpolitik der schwarz-gelben Regierung forderte er Gegenleistungen, wenn die Begrenzung der Laufzeiten fällt:
Tödliche Nachbarn
München, 15.11.2009: Die neue Bundesregierung will in den nächsten Monaten mit den großen Energiekonzernen verhandeln und entscheiden, welche Atomreaktoren ausreichend "sicher" sind, um längere Laufzeiten zu erhalten. Das Kampagnennetzwerk Campact zeigt mit einer Großaktion, dass der Versuch, die Meiler in "sicher" und "unsicher" zu unterscheiden, der Quadratur des Kreises gleicht: So weisen zum Beispiel gerade die neueren Anlagen das Problem auf, dass bei einem Leck das ...
Koalitionäre dürfen AKW-Laufzeiten nicht freigeben. Nachrüstungen können Sicherheitsprobleme nicht lösen
Berlin, 10.09.2009: Berlin: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisierte die Pläne von Union und FDP, im Koalitionsvertrag eine Verlängerung von Laufzeiten für Atomkraftwerke festzulegen. „Eine völlige Freigabe der AKW-Laufzeiten in Deutschland hat nichts mit der von Union und FDP angeblich gewollten Brückentechnologie zu Erneuerbaren Energien zu tun. Sie wird den Stromkonzernen enorme Zusatzgewinne bescheren und den Ausbau der Erneuerbaren behindern“, so der Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger.
Politik für Menschen statt Vorfahrt für Konzerne
Hamburg, 05.10.2009: Greenpeace veröffentlicht Forderungen an Koalitionsverhandlungen. Zum Auftakt der Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU und FDP fordert Greenpeace beide Parteien auf, die Erfolge der deutschen Umweltpolitik nicht zu gefährden und ihr einen höheren Stellenwert als bisher einzuräumen. Insbesondere soll am Atomausstieg festgehalten werden. In ihrem heute veröffentlichten Forderungspapier verlangt die Umweltorganisation außerdem ein „"Notpaket Klimaschutz"“, um die deutschen Treibhausgase stärker als bisher geplant zu reduzieren.
Es gibt keine Stromlücke
Baden-Baden, 04.10.2009: In dieser Woche erhielt die neue Bundesregierung bereits Post vom Umweltbundesamt (UBA). Die neue Regierung aus CDU/CSU und FDP müsse keine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke beschließen und auch keine neuen Kohlekraftwerke genehmigen, hieß es da. Die oft beschworene "Stromlücke" werde es nämlich gar nicht geben. Der neuen Bundesregierung wird diese Strategie empfohlen: Der Ausbau der Erneuerbaren Energien und ...
3. Oktober 2009 Tag der Dt. Einheit und europäischen Atomproteste
Paris/Colmar/Berlin/Mainz, 02.10.2009: Atomlobbyisten wenden sich gegen die Stillegung von Fessenheim, versuchen die Lebensdauer maroder Atomkraftwerke zu verlängern und gleichzeitig neue Reaktoren des Typs EPR in die Welt zu setzen. Die im Bundesverband Christliche Demokraten gegen Atomkraft (CDAK/Mainz) organisierten atomkritischen CDU/CSU-Mitglieder unterstützen deshalb wie Greenpeace und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) die große europäischen Kundgebung am 3. und 4.Oktober 2009 in COLMAR (Elsaß).
Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!
Berlin, 05.09.2009: Auf geht's zur Großdemo gegen Atomkraft am 5. September in Berlin. Zum Einstimmen gibt es jetzt das passende Online-Spiel. Am 5. September ist es soweit: Großdemo in Berlin. Alle, denen eine nachhaltige Energieversorgung wichtig ist, versammeln sich in der Bundeshauptstadt und demonstrieren gegen Atomkraft und für ...
Die Zukunft ist grün– oder gar nicht
München, 22.08.2009: Eine einzige Anfrage bei Google braucht so viel Energie wie eine Energiesparlampe in einer Stunde. Der Stromverbrauch des Internets verursacht genau so viel CO2, wie der weltweite Flugverkehr. Und in Deutschland laufen zwei Atomkraftwerke alleine für den in Stand-by-Schaltungen notwenigen Strom.
Der mündige Bürger - Umfrage zeigt Ernüchterung der Deutschen
Hamburg, 18.07.2009: Allerneuste Umfrageergebnisse des Emnid-Instituts für Greenpeace zeigen deutlich die Ernüchterung und Desillusioniertheit der deutschen Bevölkerung gegenüber Aussagen der Atomlobby, die finanzielle Vorteile in Form von sinkenden Strompreisen versprechen.
Mensch, wo bist du? - gegen Atomenergie!
Bremen, 25.05.2009: Mit einer Kletter- und Banneraktion haben am Donnerstag AktivistInnen der Umweltorganisation ROBIN WOOD am Rande des Kirchentags für den Ausstieg aus der Atomenergie protestiert. 3 AktivistInnen seilten sich über der Weser an der Fußgängerbrücke ´An der Schlachte´ ab.
Brisantes Leck
Berlin, 18.01.2009: Die hessische Atomaufsicht unter Ministerpräsident Roland Koch (CDU) lässt den Atomkraftwerksblock Biblis B weiterlaufen, obwohl dort seit dem 10. Januar Radioaktivität über einen so genannten Dampferzeuger in die Umgebung entweicht. Wie der Betreiber RWE und das hessische Umweltministerium meldeten, ereignete sich in Biblis B am 10. Januar eine "geringfügige Heizrohrleckage" in einem Dampferzeuger des Atomkraftwerks.
AKWs und Kinderkrebs
Berlin, 15.03.2008: Die Ärzteorganisation IPPNW fordert stärkere Bemühungen zur Aufklärung der Zusammenhänge zwischen Kinderkrebs und dem Betrieb von Atomkraftwerken. Zwischen 1980 und 2003 erkrankten jedes Jahr 5 bis 12 Kleinkinder an Krebs oder Leukämie durch den Betrieb der westdeutschen Atomkraftwerke. Das ist das Ergebnis der KiKK-Studie die im Dezember letzten Jahres vom Bundesamt für Strahlenschutz veröffentlicht worden ist.

Stand: 15. November 2006
Erstellt: 15. November 2006

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