Umweltjournal.de | Ernaehrung und Landwirtschaft  | Artikel Nr.: 356

Holland in Not. Das modernste Agrarland Europas hat mehr Kühe und Schweine als Einwohner - und damit ein Problem:





Das Land droht in Gülle zu versinken. Holländische Forscher entwickeln daher künstliche Lebensmittel, die den Fleischkonsum und damit den Viehbestand reduzieren könnten.

Die neuartige Eiweiße sollen fischloses Sushi ebenso ermöglichen wie fleischlose Schnitzel. Form, Farbe und Geschmack - alles wird nur noch eine Frage des Designs.

In den Niederlanden verbraucht jeder der mehr als 15 Mio. Einwohner pro Jahr im Schnitt zehn Tiere - für den Bedarf an Fleisch, Eier und Milch. Die Folge ist ein enormer Viehbestand. 4,7 Mio. Kühe und 13 Mio. Schweine tummeln sich auf Hollands Wiesen. Doch der Flächenverbrauch ist noch nicht mal das größte Problem. Es ist der Mist, den die Tiere produzieren, rund 94 Mio. Tonnen jährlich. Diese Masse an Mist kann der Boden nicht aufnehmen. Gülle sickert ins Oberflächen- und Grundwasser und beeinträchtigt so die Qualität der niederländischen Trinkwasserversorgung. Mist gilt zudem in den Niederlanden als bedeutender Luftverschmutzer. Ein Teil der Nitrate aus dem Mist gelangen in Form von Ammoniak in die Luft und führen somit zu Saurem Regen.

Um zu verhindern, dass Holland in Gülle versinkt und um die Umweltbelastungen zu reduzieren, hat die Regierung in Den Haag vorgegeben, dass in den nächsten dreissig Jahren 35 Prozent des Eiweißes in der Nahrung pflanzlichen Ursprungs sein sollen. Das aber lässt sich nur erreichen, wenn zwei-, dreimal die Woche Fleisch vom Speiseplan gestrichen und durch anderes ersetzt wird.
Autor: Carsten Rau
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Stand: 31. März 2012
Erstellt: 29. April 2001

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