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TRANSFAIR stellt sich vor

1992 startete der gemeinnützige Verein TRANSFAIR seine Arbeit mit dem Ziel, benachteiligte Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika zu fördern und durch den Fairen Handel ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern.

{b1r}Dabei handelt TRANSFAIR nicht selbst mit Waren, sondern vergibt sein Siegel für fair gehandelte Produkte. Fair bedeutet ein direkter Handel mit den Produzentengruppen unter Ausschluss von Zwischenhändlern; die Zahlung über dem Weltmarktniveau festgelegter Mindestpreise, Vorfinanzierung und langfristige Lieferbeziehungen.
Anfangs wurde TRANSFAIR von der Industrie und dem Handel belächelt, dann bekämpft und heute wird fair gehandelter Kaffee in über 22.000 Geschäften in der Bundesrepublik angeboten. Dem ersten TRANSFAIR besiegelten Produkt Kaffee folgten Tee, Kakao, Zucker, Honig, Bananen und zuletzt Orangensaft. Jährlich erzielten Waren mit dem TRANSFAIR-Siegel einen Gesamtumsatz von über 100 Millionen Mark. Konsumenten leisten direkt durch den Kauf der fair gehandelten Produkte einen Entwicklungsbeitrag. Rund 250 Genossenschaften aus 19 Ländern mit Zehntausenden von Kleinbauern und Tausende Plantagenarbeiter von 40 Plantagen profitieren vom Fairen Handel mit dem Siegel.

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Ökologie und Fairer Handel – ein ideales Paar
TRANSFAIR ist ein Sozialsiegel und kein Biolabel; trotzdem wird umweltverträglichen Produktionsweisen eine wichtige Bedeutung zugemessen. Der Erhalt der Umwelt in den Anbauländern spielt eine starke Rolle. Seine Prioritäten setzt TRANSFAIR jedoch auf die sozialverträglichen Handelsbedingungen. Viele Produzentinnen und Produzenten des Südens bauen traditionell biologisch an, haben bisher aber noch keine Biozertifizierung. Anderen Produzentengruppen wurde jahrelang mitgeteilt, dass nur der Einsatz von Pestiziden einen Ernteausfall durch Schädlinge verhindert. Um eine Erntesicherheit zu erlangen, setzen sie teure Düngemittel ein.

TRANSFAIR möchte gerade die Lebenssituation der besonders benachteiligten Erzeuger durch den Fairen Handel verbessern. Von Beginn an einen kontrolliert ökologischen Anbau zu erwarten, würde diese Produzentengruppen ausschließen. Auf der internationalen Ebene arbeitet die Dachorganisation der Fairhandels-Siegelinitiativen, FLO, in der auch TRANSFAIR Mitglied ist, eng mit IFOAM, dem internationalen Dachverband der Biozertifizierer zusammen, um eine gegenseitige Annäherung von Sozial- und Biosiegel zu erreichen.

Der Faire Handel ist oftmals die Voraussetzung für eine ökologische Anbauweise. In allen Produktbereichen wird kontinuierlich darauf hingearbeitet, soweit wie möglich auf künstliche Düngung und Schädlingsbekämpfung zu verzichten und Maßnahmen zum Gewässer- und Erosionsschutz durchzuführen. Ob solarbetriebene Trockenanlagen, organischer Dünger, Mehrfachnutzung von Wasser, umweltgerechte Beseitigung von Müll oder Wiederaufforstungsprogramme der erosionsgefährdeten Berghänge - die Umwelt profitiert auf verschiedene Weise vom TRANSFAIR-Mehrpreis.

Und nach der Umstellung fördert der Faire Handel biologische angebaute Produkte mit einem Bioaufschlag. Die Umsetzung der ökologischen Kriterien kann nur prozesshaft und in kleinen Schritten erreicht werden. Zu massiv sind oftmals die früher der Umwelt zugefügten Schäden. Aber der Faire Handel hilft, damit die Kriterien zukünftig realisiert werden können.


Autor: Claudia Brück

Weiterführende Informationen:


Die letzten 5 Meldungen zum Thema "Handel" bei oekoserve:

Stand: 24. Maerz 2003
Erstellt: 21. August 2000