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Bio-Hähnchen für das Münchner Oktoberfest 2000

Auf dem München Oktoberfest werden dieses Jahr auch in großer Stückzahl Hähnchen und Schweinhälse in Bioqualität angeboten. Die BioFleisch Süd GmbH liefert dazu exklusiv für ein ganzes Festzelt Bioland-Hähnchen an die Hühnerbraterei Ammer, die auf der Wiesn nur Hendl aus ökologischer Aufzucht an den Grill bringt.

Auch fünf Tonnen Schweinehals kann der Bioland-Vertragspartner BioFleisch Süd dort für hungrige und qualitätsbewusste Gäste absetzen. Damit ist die Erzeugergemeinschaft, der rund 80 Bio-Landwirte aus Baden-Württemberg und Bayern angehören, der größte Ökolieferant auf dem Münchner Oktoberfest.

„Dies markiert jedoch nur einen Meilenstein in der generell positiven Entwicklung unserer Vermarktung“, bekräftigt Martin Bauer, Geschäftsführer der BioFleisch Süd mit Sitz in Schwäbisch Hall. Seit der Gründung im Jahr 1996 hat sich der Umsatz der Erzeugergemeinschaft vervierzigfacht und liegt dieses Jahr voraussichtlich bei rund 10 Millionen DM. „Wir schlachten jährlich etwa 8000 Bioschweine, 2000 Rinder und 3000 Lämmer“. Hinzu kommen pro Woche etwa 500 Stück Geflügel, Tendenz steigend. Ab Januar 2001 verkauft die BioFleisch Süd zusätzlich rund 1000 Bio-Hähnchen an eine Lebensmittelkette in der Schweiz.
Die Nachfrage wächst ungebrochen, vor allem aus dem Ausland. „Wir hätten die Kundschaft für mehr Fleisch in Öko-Qualität, aber es mangelt am Angebot“, beschreibt Bauer die Situation. Die BioFleisch Süd kooperiert deshalb eng mit rund 350 Bio-Fleisch-Lieferanten aus dem ganzen Bundesgebiet, die allen Bioland oder anderen anerkannten Öko-Anbauverbänden angehören.

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Während der Export von BioFleisch boomt, ist die Vermarktung in Deutschland jedoch mit einigen Hindernissen konfrontiert. Aufgrund der Preiskämpfe unter den LEH-Ketten tun sich manche von ihnen mit der Einführung der hochpreisigen Fleisch- und Wurstprodukte in Bioqualität noch etwas schwer. „In Deutschland mangelt es an klaren Konzepten für die Vermarktung von Bioprodukten im LEH“, sagt Christoph Spahn, Marketingberater in der Biobranche.

Im Ausland ist der Lebensmitteleinzelhandel hier teilweise schon viel weiter: Die britische Kette „Waitrose“ zählt beispielsweise bereits 950 Bioprodukte in ihrem Sortiment und macht damit sieben Prozent ihres Umsatzes. Sie setzen sich mit viel Verständnis und Engagement für diesen Bereich ein. Eine kostenlose Zeitschrift informiert die Kunden über Bioprodukte und einmal im Monat gibt es in den Läden einen Kundenabend, zu dem auch Biobauern eingeladen werden. Auf diese Weise bekommen die Verbraucher Bezug zu den neuen Produkten. Hier gibt es in Deutschland offenbar noch Nachholbedarf. Doch Martin Bauer ist optimistisch: „Mit vernünftigen Werbestrategien kann auch in Deutschland das Biofleisch zu einem sehr erfolgsversprechenden Markt werden“.

Weitere Informationen: BioFleisch Süd GmbH, Martin Bauer, Unterlimpurger Str. 10/2, 74523 Schwäbisch Hall, Tel.: 0791 / 9780 264.


Autor: Andreas Greiner

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Stand: 25. Maerz 2003
Erstellt: 13. September 2000