Umweltjournal.de | Ernaehrung und Landwirtschaft  | Artikel Nr.: 379

Alle Macht den Verbrauchern - Die Agrarwende ist möglich





Das alte Vorurteil, kleine Bauernhöfe seien grundsätzlich gut, große Bauernhöfe aber grundsätzlich schlecht, muss überwunden werden.

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In Thüringen gibt es ökologische Höfe mit 2.000 Hektar, die beispielhaft biologischen Landbau betreiben - außerdem noch ökonomisch erfolgreich! Dasselbe gilt für Supermarktketten, die ausschließlich ökologisch erzeugte Lebensmittel verkaufen. Auch dabei sind die Schweiz und Österreich Vorbilder für Deutschland. Aber ohne eine neue Agrarwissenschaft wird es keine neue Agrarpolitik geben können.

    Instrumente, mit deren Hilfe die 100-prozentige Agrarwende möglich wird:
  • ein Max Planck Institut für ökologischen Landbau
  • neue Lehrstühle und Studienfächer für ökologischen Landbau
  • eine Bundesforschungsanstalt für ökologischen Landbau und entsprechende Landesforschungsanstalten
  • Fachhochschulen für ökologischen Landbau
  • günstige Darlehen beim Umstieg in den ökologischen Landbau
  • Verbot der Einfuhr von Kraftfutter aus der Dritte Welt
  • Verbot unwürdiger Formen der Tierhaltung
  • neue Vermarktungsstrategien für Biolebensmittel
  • verstärkte Verbraucheraufklärung
  • die Demokratisierung der Landwirtschaftskammern
  • lernfähige Journalisten, die sich wieder für den Urberuf und die Basisproduktion einer Gesellschaft interessieren.


Die grüne Revolution wird aber erst vollendet, wenn die Landwirte von morgen auch Energiewirte werden. Die Europäische Kommission erwartet, dass Bauern in etwa 40 Jahren ein Drittel aller Energie über Biomasse vom Wald und Acker der Gesellschaft zur Verfügung stellen. Das bedeutet: statt Bauernsterben wie bisher zwei Millionen neue Arbeitsplätze in Europas Landwirtschaft und klimaverträgliche Energie.

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{b2r}Bauern werden Energie- und Rohstoffproduzenten der Zukunft. Das heißt: Schluss mit dem Bauernsterben.

Erst diese neue zukunftsfähige Landwirtschaft zeigt der gesamten Wirtschaft wie nachhaltiges Wirtschaften insgesamt funktionieren kann:
Denken in Generationen, Wirtschaften in Kreisläufen, Verantwortung für Mensch und Tier, Einkommensorientierung statt Gewinnmaximierung.

Voraussetzung zum Gelingen dieser agrarischen Kulturrevolution ist das ökologische Gewissen der Verbraucher.

Mit Hilfe der Agrarwende kann die Ökologie die Ökonomie des 21. Jahrhunderts werden. Von wem, wenn nicht von Landwirten kann die gesamte Wirtschaft lernen, dass auch die Ökonomie ein Untersystem des Gesamtsystems Natur ist? In der Natur aber gelten die Naturgesetze. Und diese kennen kein grenzenloses, sondern immer nur ein natürliches Wachstum. Es wird sich zeigen: Moderne Landwirtschaft ist zukunftsfähig, wenn sie sich an ökonomischen, ökologischen, sozialen, kulturellen und ethischen Prinzipien orientiert. Diese neue Kulturrevolution hat im ländlichen Raum schon begonnen.

Eine ökologische Ethik wächst - sogar an der Börse.
Boris Becker ist in die Vermarktung ökologischer Lebensmittel eingestiegen.

Wer sich gesund ernährt, gewinnt mehr Gesundheit und eine bessere Lebensqualität. Der Zusammenhang von gesunden Böden, gesunden Tieren, gesunden Lebensmitteln und gesunden Menschen wird wissenschaftlich immer deutlicher. Daraus ergibt sich: Die Agrarwende ist mehr als eine Berufswende für die Bauern. Sie ist Gesundheitspolitik und betrifft a l l e . Deshalb führt die Agrarwende zu einer wirklichen Agrar-Kultur, das heißt zu einer vertieften Verbindung von Ökonomie, Ökologie, neue Arbeit und neuer Schöpfungsspiritualität. Bauern werden wieder Kulturträger auf dem Land.

Kultur auf dem Land heißt auch wieder Kult auf dem Land - also Gemeinschaft allen Lebens mit Gott. Landwirte wissen zwar, dass die Software für ihre Computer von Bill Gates kommt, aber sie wissen auch, dass der Regen von Gott kommt. Landwirte werden wieder Lebens-Wirte - denn die Land-Wirte von morgen sind Wassermanager, Kulturträger, kreative Unternehmer, Landschaftspfleger, Tourismus-Experten, Lebensmittel-, Rohstoff- und Energieproduzenten.

Sie werden nicht mehr als "dummen Bauern" beschimpft, sondern werden Hoffnungsträger und Zukunftsmenschen sein.

Sie können das Video bestellen bei www.focus-film.de

{b3l}"Alle Macht den Verbrauchern" - fordert Franz Alt in seinem neuen Buch. Dass sich Verbraucher endlich ihrer Macht bewusst werden, ist Voraussetzung für die komplette Agrarwende.

Die Vision des Autors:
"2030 gibt es in der EU nur noch Ökolandwirtschaft."
Franz Alt definiert Landwirtschaftspolitik als Gesundheitspolitik.
"Wir können nur ernten, was wir säen."

Das Buch erscheint im Herbst 2001.


Auf der Sonnenseite von Franz Alt finden Sie täglich kommentierte
NEWS: DIE SONNENSEITE
Autor: Franz Alt
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Stand: 24. März 2003
Erstellt: 25. Mai 2001
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