Umweltjournal.de | Ernaehrung und Landwirtschaft  | Artikel Nr.: 552

Lebensmittel auf Reisen - Nahrungsmitteltransporte und die Globalisierung unserer Ernährung





1. Lebensmittelreisen im Rückblick der Geschichte
In einer kurzen Zeitreise geben wir zunächst einen historischen Rückblick auf die Geschichte der Lebensmitteltransporte. Im komplexen Feld der Ernährungsgeschichte können nur einige historische Meilensteine und Beispiele dargestellt werden, um schließlich die aktuellen Entwicklungen von „Lebensmittel auf Reisen“ in der Gegenwart darzustellen.

{b1l}Über 50.000 Generationen, also rund 2 Millionen Jahre, haben die Menschen als Jäger und Sammler gelebt. In kleinen Sippen folgten unsere Vorfahren auf ihren ausgedehnten Wanderungen den „Lebensmitteln“. Sie konnten sich nur dort zeitweise niederlassen, wo es ausreichend Wild und eßbare Pflanzen gab. In Mitteleuropa waren dies v.a. Wildschweine, Rotwild und kleinere Tiere wie Geflügel sowie Früchte, Wildgemüse und Kräuter. Erschöpften sich die Nahrungsressourcen der Jagd- und Sammelterritorien zogen die Nomaden auf der Suche nach unverbrauchten Nahrungsgründen weiter.

Vor etwa 10.000 Jahren, gegen Ende der letzten Eiszeit, entdeckten die Menschen in der Region zwischen Euphrat und Tigris die Möglichkeiten des Ackerbaus und begannen vor allem Getreide in größerem Stil zu kultivieren. Erst mit der Weiterentwicklung des Ackerbaus und der Tierhaltung ab ca. 7.000 v. Chr. sowie der Entdeckung der ersten Techniken der Lebensmittelkonservierung (Räuchern, Trocknen) wurde es möglich, Nahrungsmittel für einen längeren Zeitraum haltbar zu machen.

{b2l}Ab 3.000 v. Chr. wurde erstmals systematisch Salz gewonnen. Ein erhöhter Salzbedarf entstand durch das Pökeln, das Konservieren von Fisch, Fleisch, Käse und Butter durch Salzzugabe. Lebensmittel konnten damit erstmals über längere Strecken transportiert werden. Die Voraussetzung für einen Lebensmittelhandel über die Region hinaus war geschaffen.

Um 2.000 v. Chr. ist im Nahen Osten die Lebensmittelverarbeitung bereits hochentwickelt: Umfangreiche Kenntnisse im Bereich der Lebensmittelkonservierung und die Intensivierung des Handels führen zu großem Wohlstand in der Region. Rund 1.500 Jahre später erfanden die Kelten die „Instantsuppe“. Damit stand erstmals ein getrockneter, zerstoßener und gewürzter Reiseproviant zur Verfügung, der mit etwas Wasser und Feuer schnell zubereitet werden konnte.


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Autor: KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung
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Stand: 29. Jänner 2008
Erstellt: 20. September 2001
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