Ernaehrung und Landwirtschaft
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Artikel Nr.: 8405
Bonn, 16.05.2005: "Die Geschichte der Ernährungskommunikation ist eine Geschichte des Scheiterns", stellte der Sozialwissenschaftler Dr. Uwe Spiekermann zu Beginn des 8. aid Forums, das am 11. Mai im Bonner Wissenschaftszentrum stattfand, provokativ fest. Auch seine These, die Botschaft von Ernährungsexperten ginge oft am Adressaten vorbei und sei eher ein "Selbstgespräch der Wissenden" bot den rund 280 Vertretern aus den Bereichen Politik, Wissenschaft, Medien und Bildung viel Reibungsfläche und einigen Diskussionsstoff.
Alle aufwändigen und kostspieligen Programme, die auf ein größeres Ernährungsbewusstsein bei der Bevölkerung abzielen, sind zum Scheitern verurteilt, wenn die Botschaften erst gar nicht bei den Adressaten ankommen. Mit diesem grundsätzlichen Problem beschäftigte sich Prof. Dieter Herbst von der Universität der Künste in Berlin in seinem Vortrag. Seine ernüchternde Bilanz: "Von 100 Prozent Informationen wird nur ein Prozent wahrgenommen." Herbst plädiert für den verstärkten und vor allem auf Der Begriff Nachhaltigkeit wurde erstmals in der Forstwirtschaft verwendet: Danach soll nur soviel Holz aus dem Wald entnommen werden, wie in dem jeweiligen Gebiet nachwachsen kann.Nachhaltigkeit angelegten Einsatz von Bildern in der Ernährungskommunikation. Setze man hier auf die richtige Bildsprache, also keine Überfrachtung des Bildes, ein positives Motiv und eine gezielte Lenkung des Auges, dann würden diese Bilder nicht nur wahrgenommen, sondern auch erinnert.
Nicht allein die Massenmedien und das Internet wurden von den Referenten als mögliche Plattformen der Ernährungskommunikation genannt, auch unkonventionelle Methoden wurden vorgestellt oder angedacht. So fragte sich beispielsweise Dr. Peter Schwarz, Koordinator von Programmen zur Prävention von Diabetes, ob man nicht auf Lebensmittelverpackungen über Diabetes oder andere ernährungsbedingte Krankheiten informieren könne. Auch wurde in der abschließenden Talkrunde ein Blick in europäische Nachbarländer wie die Schweiz und Österreich gewagt. Die Frage, ob das britische Konzept, Lebensmittel im Sinne des Ampelsystems als geeignet oder weniger geeignet zu deklarieren, sinnvoll sei, konnte zwar nicht ausdiskutiert werden, zeigt jedoch, dass die Mittel und Wege der Ernährungskommunikation noch lange nicht erschöpft sind.Weiterführende Informationen: