Umweltjournal.de | Ernaehrung und Landwirtschaft  | Artikel Nr.: 8210

Kommission verstärkt Kontrollen wegen Farbstoff Sudan





Brüssel/Berlin, 04.04.2005: Die Europäische Kommission wird künftig neben Chili und Chilierzeugnissen auch Einfuhren von Curcuma und nativem Palmöl auf den Farbstoff Sudan untersuchen. Sie veröffentlichte ein Merkblatt, das Lebens- und Futtermittelunternehmer an ihre Verantwortung zur Wahrung der Lebensmittelsicherheit erinnert.


Die Mitgliedstaaten befürworteten heute einen Vorschlag der Kommission, Curcuma und natives Palmöl in das Verzeichnis der Produkte aufzunehmen, die nachweislich frei von Sudan I, II und III sowie Scharlachrot (Sudan IV) sein müssen, damit sie in die EU eingeführt werden können. In dem Merkblatt werden auch die wichtigsten konkreten Pflichten der Lebens- und Futtermittelunternehmen zur Wahrung der Lebensmittelsicherheit genannt.

Der für Gesundheit und Verbraucherschutz zuständige Kommissar Markos Kyprianou sagte dazu: "Die Kommission unternimmt seit einigen Jahren strenge Kontrollen zur Abwehr der Gefahren, die von karzinogenen Stoffen wie dem Farbstoff Sudan ausgehen, und hat diese Vorkehrungen laufend verbessert. Was wir durch die jüngste Verunreinigung mit Sudan I gelernt haben, ist, dass wir auch andere Produkte als Chili auf Sudan untersuchen müssen, wenn wir den europäischen Verbrauchern den bestmöglichen Schutz bieten wollen. Alle Lebensmittelunternehmer und die mitgliedstaatlichen Behörden müssen verhindern, dass die diesen Farbstoff enthaltenden Produkte auf den EU-Markt gelangen; dazu sind sie verpflichtet.”

Weiter führte er aus: “Heute veröffentlichen wir zudem ein Merkblatt mit sieben Punkten für die Lebensmittelindustrie, damit diese auf einen Blick ihre Pflichten vor Augen hat. Die Verbraucher sollen wissen, was sie von den Lebensmittelunternehmern erwarten können, die nicht ignorieren dürfen, dass sie verpflichtet sind, allen Bürgerinnen und Bürgern der EU sichere Lebensmittel zu garantieren. Daher der nochmalige Aufruf der Kommission. Die Mitgliedstaaten ihrerseits müssen dann dafür sorgen, dass die Unternehmer ihren Pflichten auch nachkommen.”

Die Mitgliedstaaten haben bei Kontrollen festgestellt, dass viele Sendungen von Curcuma und nativem Palmöl mit dem Farbstoff Sudan kontaminiert sind. Diese Farbstoffe werden von der International Agency for Research on Cancer (Internationale Agentur für Krebsforschung) als krebserregend eingestuft und sind in der EU als Lebensmittelzutat verboten. Die einzelstaatlichen Behörden müssen dafür sorgen, dass Chilipulver und Chilierzeugnisse kein Sudan enthalten und die Kommission und die Mitgliedstaaten über das Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel verständigen, wenn diese Stoffe entdeckt werden.

Unter anderem wegen der Entdeckung von Sudanrot I in Hunderten von Lebensmitteln im Februar im Vereinigten Königreich hielt die Kommission es für angezeigt, die Lebensmittelunternehmer mit ihrem Merkblatt an ihre Pflichten nach dem Lebensmittelrecht der EU zu erinnern.

Im Merkblatt werden die Pflichten der Lebens- und Futtermittelunternehmer aufgezählt: Sie müssen die Sicherheit ihrer Produkte gewährleisten, Verantwortung übernehmen und für Rückverfolgbarkeit, Transparenz und Prävention sorgen. In Notfällen organisieren sie unverzüglich die Rücknahme und gewährleisten bei der Risikobegrenzung die Zusammenarbeit mit den Behörden.

Das Merkblatt “Key Obligations of Food and Feed Business Operators” (auf Englisch) findet sich unter der folgenden Adresse: europa.eu.int
Autor: Europäische Kommission in Deutschland
1856 Aufrufe
Stand: 2. März 2006
Erstellt: 4. April 2005

Weiterführende Informationen:

Weitere Meldungen zum Thema "Farbstoff":

Achtung: Umweltjournal.de übernimmt keine Haftung für veröffentlichtes Textmaterial der Autoren. Die Artikel unterliegen dem Urheberrecht der Autoren und sind nur nach ausdrücklicher Genehmigung frei zum weiterverarbeiten!

Webmaster: André Sepeur
© 1999 - by André Sepeur Medienberatung
plan-verde.de



Social Bookmarks
Newsletter bestellen
Seien Sie immer bestens informiert! Hier können Sie den Tagesrückblick bestellen >
Folgen Sie uns nach Facebook


Inserate
Top-News Ernährung und Landwirtschaft
Trinkwasser: Note "sehr gut" für deutsches TrinkwasserTrinkwasser: Note "sehr gut" für deutsches Trinkwasser
Trinkwasser: Note "sehr gut" für deutsches Trinkwasser
Bonn, 02.02.2012 (aid): In Deutschland hat das Trinkwasser eine sehr gute Qualität. Das hat ein aktueller Bericht des Bundesministeriums für Gesundheit und des Umweltbundesamts bestätigt.
Weiterlesen
Josef Ackermann bricht sein Versprechen: Keine Entscheidung über den Ausstieg aus der Spekulation mit Nahrungsmitteln Josef Ackermann bricht sein Versprechen: Keine Entscheidung über den Ausstieg aus der Spekulation mit Nahrungsmitteln
Josef Ackermann bricht sein Versprechen: Keine Entscheidung über den Ausstieg aus der Spekulation mit Nahrungsmitteln
Berlin, 31.01.2012: Entgegen ihrer Ankündigung entscheidet die Deutsche Bank nicht bis Ende Januar über den Ausstieg aus der Nahrungsmittel-Spekulation.
Weiterlesen
Legehennen: Kommission greift durchLegehennen: Kommission greift durch
Legehennen: Kommission greift durch
Die Europäische Kommission greift bei der mangelnden Umsetzung des Käfigverbots für Legehennen durch.
Weiterlesen
Trügerische Landidylle bei Teekanne & CoTrügerische Landidylle bei Teekanne & Co
Trügerische Landidylle bei Teekanne & Co
Berlin, 27.01.2012: Land-Bockwurst, Land-Gurken und Landlust-Tee: Immer mehr Produkte werden als "Land"-Lebensmittel beworben. Tatsächlich steckt dahinter in der Regel nur Standard-Industrieware aus billigen Zutaten und Aromastoffen.
Weiterlesen
Fischen ohne Grenzen: Ein Drittel der Weltmeere durch Fischerei geschädigtFischen ohne Grenzen: Ein Drittel der Weltmeere durch Fischerei geschädigt
Fischen ohne Grenzen: Ein Drittel der Weltmeere durch Fischerei geschädigt
Hamburg, 25.01.2012: Die Fangflotten der Weltfischerei breiten sich über den gesamten Globus aus und hinterlassen dabei Spuren. Seit 1950 haben sie ihren zerstörerischen Aktionsradius verzehnfacht: 100 Millionen Quadratkilometer werden so intensiv befischt, dass die Ökosysteme bereits stark geschädigt sind. Das entspricht einem Drittel der Oberfläche des gesamten Weltmeeres.
Weiterlesen
Demonstration „Wir haben es satt!“ – 23000 verlangen von Merkel Neuausrichtung der AgrarpolitikDemonstration „Wir haben es satt!“ – 23000 verlangen von Merkel Neuausrichtung der Agrarpolitik
Demonstration „Wir haben es satt!“ – 23000 verlangen von Merkel Neuausrichtung der Agrarpolitik
Berlin, 22.01.2012: 23000 Menschen haben heute in Berlin gegen Lebensmittelskandale, Gentechnik im Essen und Tierquälerei in Megaställen und für eine bäuerliche, ökologische und zukunftsfähige Landwirtschaft demonstriert.
Weiterlesen
Grüne Gentechnik und Grüne Woche: Regierung fördert mit 400 Millionen EuroGrüne Gentechnik und Grüne Woche: Regierung fördert mit 400 Millionen Euro
Grüne Gentechnik und Grüne Woche: Regierung fördert mit 400 Millionen Euro
Berlin, 21.01.2012: Zum Start der „Grünen Woche“ und der geplanten Großdemonstration unter dem Motto „Wir haben es satt!“ am Samstag in Berlin, kritisiert der WWF die Förderpolitik der Bundesregierung.
Weiterlesen
Gentechnik-Industrie will umstrittenen "Goldenen Reis" ohne ausreichende Prüfung der Risiken einführenGentechnik-Industrie will umstrittenen "Goldenen Reis" ohne ausreichende Prüfung der Risiken einführen
Gentechnik-Industrie will umstrittenen "Goldenen Reis" ohne ausreichende Prüfung der Risiken einführen
Berlon, 19.01.2012: Das Vorzeigeprojekt der Gentechnik-Industrie, der umstrittene "Goldene Reis", soll nach mehr als zehn Jahren der Produktentwicklung 2013 auf den Markt kommen.
Weiterlesen
Sonntagsbraten für die MülltonneSonntagsbraten für die Mülltonne
Sonntagsbraten für die Mülltonne
Berlin, 18.01.2012: WWF-Expertin: „Als würden wir die Ernte eines Ackers von der Größe Mecklenburg-Vorpommerns einfach wegwerfen.“ Pro Person und Jahr landen in Deutschland rund 80 Kilogramm Nahrungsmittel auf dem Müll.
Weiterlesen
Landesregierung NRW startet Datenbank für Einsatz von Antibiotika in der Hähnchenmast – Kritik an Bundesministerin AignerLandesregierung NRW startet Datenbank für Einsatz von Antibiotika in der Hähnchenmast – Kritik an Bundesministerin Aigner
Landesregierung NRW startet Datenbank für Einsatz von Antibiotika in der Hähnchenmast – Kritik an Bundesministerin Aigner
Düsseldorf, 12.01.2012: Nordrhein-Westfalen zieht weitere Konsequenzen aus den Ergebnissen der Antibiotika-Studie. Als erstes Bundesland hat NRW heute die deutschlandweit erste Datenbank zum Einsatz von antimikrobiellen Substanzen in der Hähnchenmast gestartet.
Weiterlesen
Inserate
Inserate
Jobbörse