Umweltjournal.de | Ernaehrung und Landwirtschaft  | Artikel Nr.: 7550

Weitere Betriebe wegen belastetem Futtermittel gesperrt





Bonn, 10.11.2004: Schon letzte Woche hatten die niederländischen Behörden über das Europäische Schnellwarnsystem über Dioxinbelastungen in Futtermitteln aus einem niederländischen Unternehmen informiert. Als Quelle wurde ein dioxinhaltiges Tonmineral (Kaolinit) aus einer Tongrube in Rheinland-Pfalz gefunden. Daraufhin wurden alle Lieferungen dieser Tongrube ebenfalls in das Europäische Schnellwarnsystem gestellt.

Aufgrund dieser Meldung der deutschen Behörden wurde heute ein zweiter kartoffelverarbeitender Betrieb in den Niederlanden als Empfänger identifiziert. Erste Untersuchungen weisen auf eine Dioxinbelastung der Kartoffelschalen hin, die als Futtermittel an weitere Betriebe veräußert wurden. Nach Mitteilung der niederländischen Behörden sind damit zusätzlich 76 Betriebe in den Niederlanden betroffen, ein Betrieb in NRW und einer in Niedersachsen. Fleisch und Milch aus diesen Betrieben darf nicht vermarktet werden.

Aus dem bayerischen kartoffelverarbeitenden Betrieb, der ebenfalls Kaolin aus Rheinland-Pfalz erhalten hatte, liegt inzwischen ein erstes Analyse-Ergebnis vor: Dioxin konnte in den Kartoffelschalen nicht nachgewiesen werden.

Alexander Müller, Staatssekretär im BMVEL sagte dazu heute in Berlin:"Es gilt jetzt, das erkannte Geschehen konsequent und lückenlos abzuarbeiten. Diese konsequente Aufarbeitung hat den heutigen Fall ans Licht gebracht. Es ist nicht auszuschließen, dass bei der weiteren Aufklärung noch Einzelfälle gefunden werden, in denen Futtermittel mit erhöhten Dioxingehalten an landwirtschaftliche Betriebe geliefert wurden. Wichtig ist jedoch, festzuhalten, dass die bisherigen Messergebnisse nur in einem von 70 Milchproben und in keiner der bis jetzt untersuchten Fleischproben, eine Überschreitung zulässiger Höchstmengen ergeben hat. Das Bundesinstitut für Risikobewertung sieht deshalb bei den derzeit vorliegenden Ergebnissen keine Gefährdung für Verbraucherinnen und Verbraucher."
Autor: Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, Bonn
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Stand: 10. November 2004
Erstellt: 10. November 2004

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