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Skandalöse Gen-Kontamination bei Tierfutter

Wien/Pöchlarn, 19.03.2004: Mit einem 60 Quadratmeter großen Transparent protestiert die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 gegen den Einsatz von Gentechnik in Futtermitteln. "Garantiert genmanipuliert?" prangt in großen Lettern auf den Futtermittelsilos der Firma Garant, die das Gen-Futter herstellt. Eine von GLOBAL 2000 beim Umweltbundesamt in Auftrag gegebene Untersuchung brachte ein alarmierendes Ergebnis:

Das im Futtermittel verwendete Soja besteht zu 100 Prozent aus der Gensoja-Sorte `Roundup Ready´ der Firma Monsanto. "Das ist ein Skandal erster Güte", so der Anti-Gentechniksprecher Jens Karg, "für die Produktion von Eiern, Milch und Fleisch wird massiv auf die Gentechnik zurückgegriffen. Da diese Produkte keinerlei Kennzeichnungspflicht unterliegen, wird hier der Konsument gegen seinen Willen zum Versuchskaninchen der Gentech-Industrie. Von der allseits propagierten Wahlfreiheit kann keineswegs gesprochen werden. Tierische Produkte verkommen zu einer gefährlichen Mogelpackung für Gen-Food. Das hat unsere Untersuchung eindeutig belegt."

Hintergrund für die Kritik ist die ab 18. April 2004 wirksame neue EU-Kennzeichnungsverordnung. Diese sieht eine verschärfte Deklarierung von Gen-Food vor. Allerdings spart sie in ihren Regelungen tierische Produkte, die mit Hilfe von Gentech-Futtermitteln erzeugt wurden, vollkommen aus. “Das erschreckende Ergebnis der Futtermittelanalyse zeigt, dass die derzeitigen Diskussionen einiger großer Futtermittelhersteller reine Spiegelfechtereien sind. Angesichts eines Gensoja-Anteils von 100 Prozent ist klar, dass die Hersteller nicht einmal versuchen, Futtermittel gentechnikfrei zu produzieren.

Wir fordern die österreichischen Futtermittelhersteller auf, auf Gentechnik zu verzichten und nur risikofreies Futtermittel auf den Markt zu bringen”, so Karg weiter. Dass Gentech-Futtermittel ein Risiko darstellen, belegen aktuelle Studien. Bisher wurde angenommen, dass sich die DNA pflanzlicher Futtermittel vollständig im Verdauungstrakt abbaut. Dieses wissenschaftliche Dogma ist gefallen. Studien belegen, dass künstliches Erbmaterial - z. B. von Gentech-Futtermitteln stammend – von den Darmbakterien aufgenommen wird.

"Was das für den Menschen bedeutet, ist nicht abzuschätzen. Es ist vollkommen unklar, was mit der veränderten DNA im Körper geschieht. Hier fehlen wissenschaftliche Untersuchungen und Risikostudien. Ohne diese ist es nicht verantwortbar, dergestalt erzeugte Lebensmittel einfach unters Volk zu bringen", so Karg weiter. "Bundesministerin Rauch Kallat ist dringend gefordert, die KonsumentInnen zu informieren und zu schützen. Gentechnisch veränderte Futtermittel müssen vom österreichischen Markt ferngehalten werden", so Karg abschließend.

Autor: Global 2000 Umweltschutzorganisation

Weiterführende Informationen:



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Stand: 19. Maerz 2004
Erstellt: 19. Maerz 2004