Umweltjournal.de | Ernaehrung und Landwirtschaft  | Artikel Nr.: 722

Ein Jahr BSE in Deutschland - 121 BSE-Fälle wurden seit November 2000 in Deutschland bekannt.





Bad Aachen, 27.11.2001: Seit dem 24. November 2000 als der Erste BSE-Fall bekannt wurde, wird in Deutschland auch die Agrarwende versucht. Was wurde daraus?

Den Legehennen soll es ab 2007 besser gehen, die Zahl der Ökobauern soll bis 2010 auf 20 Prozent wachsen (von heute 2,6 Prozent), die VerbraucherInnen sollen es durch ein "BIO"-Siegel leichter haben, sich beim Einkauf für die Öko-Lebensmittel zu entscheiden und Brüssel soll keine Zuschüsse mehr geben für Überproduktion, sondern mehr Geld für Biobauern.
das meiste davon hat Renate Künast erreicht. Sie hat in 10 Monaten mehr für den Ökolandbau getan als ihre Vorgänger in 10 Jahren!
Wie aber verhalten sich die Konsumenten?

Vor einem Jahr war der Rindfleischverbrauch auf 40 Prozent eingebrochen - ist aber inzwischen wieder auf 80 Prozent angestiegen. Die nachhaltigste Änderung wird jetzt am Jahrestag in den meisten Medien verschwiegen: die Zahl der Vegetarier ist seit November 2000 in Deutschland von ca. 2,5 Millionen auf 5 Millionen angestiegen.

Am Anfang von Renate Künasts Minister-Arbeit waren 60 Prozent mit ihr einverstanden, heute noch 49 Prozent. Nach einer Emnid-Umfrage zum Jahrestag glauben erst 30 Prozent der Befragten, wir seien auf dem Weg zu artgerechter Tierhaltung; nur 27 Prozent halten den Weg zur Agrarwende für richtig.

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Die Kritiker behaupten häufig, Ökolebensmittel seien zu teuer. Sie übersehen, dass wir im Jahr 2000 in Deutschland 148,5 Milliarden Mark wegen falscher Ernährung ausgeben mussten. Das hat der Präsident des Deutschen Instituts für Ernährungsmedizin und Diätetik, Professor Rudolf Schmitz bekanntgegeben. Das Gesundheitsministerium in Berlin führt gar 64 Prozent aller Sterbefälle in Deutschland auf falsche Ernährung zurück. Die billigen Lebensmittel kommen uns teuer zu stehen. Eine gesunde Ernährung für alle ist nur möglich, wenn die Landwirtschaft zu 100 Prozent auf Ökolandbau umstellt. Die Kosten ernährungsbedingter Krankheiten setzen sich nach Professor Schmitz so zusammen:


Prozent

 Milliarden DM

- Herz-Kreislauf

39,4

58,53

- Karies

24.2

35,95

- Tumore

11.5

17,08

- Diabetes

4,5

6,68

- Alkoholismus

4,2

6,24

- Lebererkrankungen

3,7

5,49

- Pankreaserkrankung

3,1

4,60

- Andere

3,1

4,60

- Lebensmittelinfektionen

1,6

2,37

- Gallenerkrankungen

1,3

1,93

- Struma

1,5

+2,22

- Fettstoffwechsel

1,6

+3,37



Deutsches Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik e. V.
Kurbrunnenstraße 5
52066 Bad Aachen
Tel: 0241 - 60 80 830
Fax: 0241 - 60 80 834
eMail: info@diet-aachen.de
Autor: Franz Alt
1684 Aufrufe
Stand: 24. März 2003
Erstellt: 24. November 2001
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