Rückblicke
Webvideothek
Video: Kate Winslet setzt sich mit PETA gegen Stopfleber ein
Oscar-Preisträgerin Kate Winslet ist Sprecherin des brandneuen Videos der Tierrechtsorganisation PETA USA. Thema: die Qualen der Enten und Gänse, die zur Produktion von Stopfleber (Foie gras) gezüchtet und getötet werden.
Video >>
Veganes Grillen
Rechtzeitig zu Beginn der Grill-Saison liefert die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. praktische Tipps zum Grillen ohne Fleisch. Denn für die meisten Menschen ist das Essen unter freiem Himmel der gesellige Höhepunkt des Wochenendes.
Video >>
Affenschmuggler
Der Ständige Ausschuss des Washingtoner Artenschutzabkommens (WA) berät am Donnerstag über die Frage, ob bestimmte Staaten mit einem Ultimatum dazu gezwungen werden können, gegen den illegalen Handel mit Primaten vorzugehen. Menschenaffen sind streng geschützt, doch viele Länder tolerieren den lukrativen Schmuggel.
Video >>

Zur Web-Videothek >>

Top-News Ernährung und Landwirtschaft
Ländliche Räume in NRW stärken

Landwirtschaft ohne Grenzen? Für eine nachhaltige Landwirtschaft der Zukunft

Kampf um landwirtschaftliche Flächen

Gentechnik: Ich liebe es!

Deutsche Agrarministerkonferenz fordert: Internationale Finanzinstitutionen sollen extrem tierschutzwidrige Haltungsanlagen nicht mehr finanzieren

Wasserfilter verschlechtern Trinkwasserqualität - Normales Leitungswasser ist meist sauberer und gesünder

Geheim-Gremium sorgt für staatlich legitimierte Verbrauchertäuschung

WWF-Report: Sojaproduktion hat sich verzehnfacht

Kaufhof stoppt Verkauf von Käfig-Kaninchenfleisch

Lidl schafft "Quengelkassen" in Großbritannien ab

Inserate
Tipp
Umweltlexikon
Pfeil Umweltjournal.de | Pfeil Ernaehrung und Landwirtschaft  | PfeilArtikel Nr.: 19365

Gelatine im Saft, Schweineborsten in der Brotherstellung, Milchzucker für Veganer: Versteckte Tierprodukte bei Valensina, Ritter Sport, funny frisch & Co.

Berlin, 01.08.2012: Multivitaminsäfte mit Gelatine, Fisch und Wild in Kartoffelchips: Viele vermeintlich vegane oder vegetarische Lebensmittel enthalten Tierprodukte, ohne dass dies auf der Verpackung angegeben werden muss.

Die Verbraucherorganisation foodwatch hat Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) mit einer heute gestarteten E-Mail-Aktion unter www.foodwatch.de/aktion-versteckte-tiere aufgefordert, die Gesetzeslücke zu schließen: "Der Gesetzgeber macht es den Verbrauchern nahezu unmöglich, Tierprodukte in Lebensmitteln zu meiden", erklärte Oliver Huizinga von foodwatch.

"Das ist eine Zumutung für Vegetarier und Veganer, aber auch für alle anderen Verbraucher, die gerade bei tierischen Lebensmitteln bewusste Kaufentscheidungen treffen, den Konsum reduzieren wollen oder nur bestimmte Formen der Tierhaltung unterstützen möchten." foodwatch hatte zuletzt vor allem über das soziale Netzwerk facebook eine Reihe von Anfragen zu einzelnen Produkten mit versteckten Tieren erhalten und dies zum Anlass für eine Recherche genommen.

Ohne Deklarationspflicht kommen tierische Bestandteile als Trägerstoffe von Aromen und Vitaminen in Lebensmittel. Zum Beispiel befindet sich in den Multivitaminsäften Valensina und hohes C (Eckes Granini) Gelatine als Träger von zugesetzten Vitaminen, wie die Hersteller auf Anfrage bestätigten. Chips-Produzent funny-frisch gab gegenüber foodwatch an, dass weite Teile seines Sortiments tierische Bestandteile enthalten, je nach Sorte Wild, Fisch, Geflügel, Rind oder Schwein. In der Zutatenliste muss dies nicht aufgeführt werden.

In anderen Fällen kommt es zu produktionsbedingten Verunreinigungen, so genannten Kreuzkontaminationen. So bietet die Schokoladenfirma Ritter Sport Sorten an, die gemäß Rezeptur frei von Milchbestandteilen sind - da in denselben Produktionslinien jedoch auch Milchschokolade hergestellt wird, kommt es zu Verunreinigungen. Ritter Sport hat solche selbst gemessen und gibt für die - eigentlich milchfreien - Sorten Halbbitter und Marzipan auf seiner Internetseite daher einen Milchzuckeranteil von 0,3 bis 0,4 Gramm pro 100-Gramm-Tafel an. Dennoch empfiehlt Ritter Sport die beiden Sorten im Firmenblog an die "lieben Freunde veganer Schokolade" - und zwar mit den Worten: "Diese enthalten keine Milchbestandteile". "Das ist so falsch wie irreführend", kritisierte Oliver Huizinga von foodwatch. Bei Katjes müssen Verbraucher ebenfalls damit rechnen, dass es bei den Fruchtgummis aus der aktuellen "Veggie"-Kampagne des Unternehmens zu Gelatine-Verunreinigungen kommen kann. Katjes wollte die Anfrage von foodwatch nicht beantworten, ob der Hersteller diese ausschließen kann.

Auch bei technischen Hilfsstoffen kommen Tierbestandteile zum Einsatz, ohne dass dies für Verbraucher erkennbar ist. Zum Klären von Wein und Saft setzen einige Anbieter auf Gelatine. Die Aminosäure L-Cystein dagegen kommt in Bäckereien zum Einsatz, sie macht Mehl leichter knetbar - gewonnen wird sie zum Beispiel aus Schweineborsten oder Federn.

Um Transparenz und Wahlfreiheit zu erreichen, fordert foodwatch eine gesetzliche Klarstellung:
1. Wo Zutaten oder Verarbeitungshilfsstoffe tierischen Ursprungs eingesetzt werden, muss dies deutlich erkennbar sein. Das gilt auch für tierische Bestandteile in Aromen, Zusatzstoffen und technischen Hilfsstoffen, die während des Produktionsprozesses zum Einsatz kommen. Wer vollständig auf Zutaten tierischen Ursprungs verzichten möchte, muss die Möglichkeit dazu haben.

2. Die Begriffe "vegan" und "vegetarisch" müssen wie folgt rechtlich definiert werden:
. Vegetarisch: Ohne Zutaten, die von einem toten Tier stammen, hergestellt (Ovo-Lacto-Vegetarismus) - erlaubt sind Ei- und Milchprodukte
. Vegan: Ohne tierische Lebensmittel (einschließlich Milch- und Eiprodukte) hergestellt
Wird ein Produkt ausdrücklich als "vegan" oder "vegetarisch" ausgelobt oder beworben, muss der Hersteller auch jegliche Kreuzkontamination ausschließen können.

Links:
. Mehr zum Thema: www.foodwatch.de/versteckte-tiere
. E-Mail-Aktion: www.foodwatch.de/aktion-versteckte-tiere

Autor: foodwatch e.V.
4662 Aufrufe
Stand: 1. August 2012
Erstellt: 1. August 2012

Weitere Meldungen zum Thema "Nahrungsmittel":

Geheim-Gremium sorgt für staatlich legitimierte VerbrauchertäuschungGeheim-Gremium sorgt für staatlich legitimierte Verbrauchertäuschung
Berlin, 18.03.2014: Zitronenlimonade ohne eine Spur Zitronensaft oder „Alaska-Seelachs“ aus gefärbtem Lachsersatz: Weil die staatliche Lebensmittelbuch-Kommission immer wieder irreführende Produktbezeichnungen als Standard festsetzt, fordert foodwatch das Aus für das geheim tagende Gremium.
Die grüne MatrixDie grüne Matrix
Köln, 15.03.2014:Der herkömmliche Naturschutz und die unter dem Begriff ›Land Grabbing‹ bekannt gewordene Ausdehnung der industriellen Landwirtschaft in Afrika, Südostasien und Lateinamerika sind mit der Vertreibung von Menschen verbunden. Beide Herangehensweisen haben weder dazu beigetragen, den globalen Hunger erfolgreich zu bekämpfen, noch den stetigen Verlust der biologischen Vielfalt aufzuhalten.
foodwatch fordert Veröffentlichung der zugesagten Studie über Nahrungsmittelspekulationenfoodwatch fordert Veröffentlichung der zugesagten Studie über Nahrungsmittelspekulationen
Berlin, 29.01.2014: Die Verbraucherorganisation foodwatch hat die Deutsche Bank aufgefordert, bei ihrer Jahrespressekonferenz an diesem Mittwoch (29. Januar) die seit zwei Jahren versprochene Studie über die Folgen der Nahrungsmittelspekulation zu veröffentlichen.
Zur Grünen Woche 2014: Menschen für Tierrechte fordern neue Ernährungskonzepte und eine radikale AgrarwendeZur Grünen Woche 2014: Menschen für Tierrechte fordern neue Ernährungskonzepte und eine radikale Agrarwende
Aachen, 17.01.2014: Die morgen beginnende Internationale Grüne Woche in Berlin steht auch dieses Jahr wieder unter dem Eindruck von Landwirtschaftsskandalen wie der drohenden Einfuhr von Hormonfleisch aus den USA, illegalen Ferkeltötungen und dem hohen Antibiotika-Einsatz in der Tiermast.
Produktion von Speiseeis soll weniger Energie schluckenProduktion von Speiseeis soll weniger Energie schlucken
Rhauderfehn, 11.10.2013: In den warmen Sommermonaten ist Eis in aller Munde und sorgt für angenehme Abkühlung. Aber die Kälteanlagen, die das Speiseeis herstellen, schlucken viel Energie.
Neue Quecksilber-Konvention: Walfangländer in der PflichtNeue Quecksilber-Konvention: Walfangländer in der Pflicht
München / Wädenswil, 10.10.2013: Vom 9. bis 11. Oktober unterzeichnen 147 Staaten in Japan ein Quecksilber-Übereinkommen. Die Konvention der Vereinten Nationen fordert Regierungen auf, ihre Bürger vor Quecksilbergefahren zu schützen.
Good Bye Käfig-Ei! Good Bye Käfig-Ei!
Hamburg, 05.10.2013: Frische Eier aus Käfighaltung kann man in deutschen Supermarktketten seit Kurzem – zum Glück – vergebens suchen.
Agrar-Spekulation: Das doppelte Spiel von Wolfgang SchäubleAgrar-Spekulation: Das doppelte Spiel von Wolfgang Schäuble
Berlin, 06.09.2013: Seit vorgestern ist es spannend in Brüssel: Die Verhandlungen über ein Gesetz zur Eindämmung der Nahrungsmittelspekulation gehen in die entscheidende Phase.
2/3 der Deutschen lehnen 2/3 der Deutschen lehnen "Biosprit" ab. EU muss Förderung einstellen
Brüssel/Berlin, 03.09.2013: Mehr als zwei Drittel der Deutschen lehnen derzeit die politische und finanzielle Förderung von Agrosprit ab. Nur etwa jeder fünfte vom Meinungsforschungsinstitut forsa befragte Bundesbürger befürwortet die weitere Förderung von Kraftstoffen, die aus Ackerfrüchten produziert werden.
Ich bin Flexitarier - mein Hund auchIch bin Flexitarier - mein Hund auch
Berlin, 16,08,2013: Die anhaltende Diskussion um unseren hohen Fleischkonsum erreicht jetzt auch die Tiernahrungshersteller. Als erste bringt die in Bayern ansässige Firma „Foodforplanet“ demnächst ein Trockenfutter für Hunde mit einem deutlich geringeren Fleischanteil auf den Markt.