Umweltjournal.de | Ernaehrung und Landwirtschaft  | Artikel Nr.: 16529

Wiesenhof-Skandal / PETA erstattete im Voraus Strafanzeige wegen falscher Anschuldigung





Osnabrück / Gerlingen, 16.01.2010: Tierrechtsorganisation nimmt Stellung zu Wiesenhof-Verleumdungen. In Pressemeldungen der letzten Tage räumt der Geflügelproduzent „Wiesenhof“ ein, dass in der BWE-Brüterei in Twistringen Tierquälereien begangen wurden. Gleichzeitig weist das zum PHW-Konzern gehörende Unternehmen eine Mitschuld weit von sich und beschuldigt im Gegenteil die Tierschützer, die die Tierquälereien am Montag öffentlich gemacht haben.


Doch in weiser Voraussicht hat die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. bereits mit der am 11. Januar 2010 eingereichten, umfassenden Strafanzeige gegen die PHW-Verantwortlichen Strafanzeige wegen falscher Anschuldigung gem. § 164 StGB erstattet. Jetzt nimmt PETA Stellung zu den falschen Anschuldigungen:

  • 1. Anschuldigung: Es würde sich bei der Elterntierfarm nur um einen Zulieferbetrieb handeln – in Wirklichkeit gehört BWE zu 100% zur PHW-Gruppe.
  • 2. Anschuldigung: Es seien keine „Wiesenhof“-Mitarbeiter, die so mit den Tieren umgehen – in Wirklichkeit handelt es sich bei dem Impftrupp tatsächlich um Wiesenhof-eigene, allerdings höchst fachunkundige Arbeiter. Nur beim Greifertrupp beim Ausstallen handelt es sich um Mitarbeiter einer Fremdfirma, allerdings wurde diese Firma auch von Wiesenhof ausgewählt und beauftragt.
  • 3. Anschuldigung: Wiesenhof hätte sich von den Farmleitern getrennt – in Wirklichkeit wollten diese bereits vor Monaten aufhören, wurden jedoch von Wiesenhof dringend gebeten, doch den Durchgang weiterzumachen. Die Farmleiter haben von sich aus gekündigt.
  • 4. Anschuldigung: Die Farmleiter wären verantwortlich und hätten Wiesenhof und die Behörden über die Tierquälereien informieren müssen – in Wirklichkeit haben die Farmleiter wiederholt und auch mit Nachdruck die Wiesenhof-Verantwortlichen auf die ständig vorkommenden Verstöße aufmerksam gemacht. Keiner hat im angemessenen Rahmen reagiert.
  • 5. Anschuldigung: Die Farmleiter wären von PETA instrumentalisiert worden. Es seien PETA-eigene Leute, die auf den Videoaufnahmen so brutal mit den Tieren umgehen – in Wirklichkeit kannte PETA die Farmleiter bis zur Kontaktaufnahme durch sie selbst gar nicht. PETA Tierquälerei zu unterstellen ist nicht nur infam, sondern wird strafrechtliche Konsequenzen für Wiesenhof und für die sie betreuende PR-Agentur haben.

„Wiesenhof wurde mit heruntergelassener Hose erwischt“, so Agrarwissenschaftler Dr. Edmund Haferbeck. Die von PETA in einer monatelangen Recherche aufgedeckten branchentypischen, unerträglichen Vorgänge in der Wiesenhof-Elterntierfarm könne die Firma weder schönreden noch bestreiten.

Autor: PETA Deutschland e.V.
2774 Aufrufe
Stand: 17. Jänner 2010
Erstellt: 17. Jänner 2010

Weitere Meldungen zum Thema "Wiesenhof":

Social Bookmarks
Top-News Ernährung und Landwirtschaft