Umweltjournal.de | Ernaehrung und Landwirtschaft  | Artikel Nr.: 16306

Sauer macht nicht lustig





Berlin, 12.11.2009: Seit geraumer Zeit nehmen Stoffwechselerkrankungen verschiedenster Art erheblich zu. Nicht nur bei Menschen in der zweiten Lebenshälfte, sondern mehr und mehr auch bei Jüngeren und Kindern. Nicht selten werden deutliche Anzeichen von Fehlfunktionen des Stoffwechsels festgestellt.


Eine solche besorgniserregende Entwicklung resultiert teilweise aus der falschen Ernährungsweise, die unser Stoffwechselsystem fast ständig überfordert. Der Körper reagiert „sauer“. Er wird krank.

Im Alltag begegnet uns das Wort „sauer“ oft im übertragenen Sinn in Äußerungen wie „Ich bin wütend“ oder „Ich bin enttäuscht“. Dahinter verbirgt sich eine tiefe Erkenntnis, denn „sauer“ – bezogen auf unser inneres Milieu – bedeutet immer eine Dissonanz, eine Störung des inneren Gleichgewichts. Diese Verschiebung des Gleichgewichts auf die Seite der Säuren hat neben dem psychischen Aspekt auch körperliche Auswirkungen. Säuren in der Überzahl, besonders, wenn sie sich über längere Zeit im Organismus angesammelt haben, beeinflussen nicht nur unsere Gemütsverfassung, sondern besitzen durchaus auch einen krankmachenden Charakter. Im Nervensystem werden wichtige Vorgänge durch Säuren behindert, der Mensch reagiert „sauer“.

Die Übersäuerung des Organismus beeinträchtigt alle drei Teilbereiche: Körper, Geist und Seele. Es heißt: „Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper.“

Der Organismus funktioniert perfekt, wenn Säuren und Basen im jeweils richtigen Verhältnis in den einzelnen Organbereichen vorhanden sind.

Die Naturheilkunde kennt die klassischen Entsäuerungstherapien schon lange.

In unserem Kulturkreis war Paracelsus der erste, der die Übersäuerung des Körpers als Grund-übel aller Krankheiten bezeichnete. Er strebte die Neutralisierung der durch Gärung entstandenen sauren Darmsäfte an, denn Fäulnis und Gärungsprozesse spielen sich im sauren Milieu ab.

Wodurch kann eine Veränderung im Säure-Basen-Haushalt ausgelöst werden?

Das Gleichgewicht kann in erster Linie durch falsche Ernährung wie etwa durch zu viel Fleisch und Wurstwaren, Weißmehlprodukte und Süßspeisen, aber auch durch Genussgifte wie Alkohol und Nikotin gestört werden. Bei der Umsetzung dieser Nahrungs- bzw. Genussmittel entstehen besonders viele saure Stoffwechselprodukte. Ebenso führen Stress, zu wenig Bewegung sowie Umwelteinflüsse zum Überhandnehmen von sauren Stoffwechselprodukten. Bestimmte Medikamente können das Säure-Basen-Gleichgewicht ebenfalls stören.

Die Säuren gelangen vom Verdauungstrakt aus in das Blut, dessen pH-Wert konstant sein sollte. Aus dem Grund schiebt der Körper die überschüssigen Säuren in das Bindegewebe, das in dem Fall als Depot dient, ab.

Hier verursachen sie vielfältige Beschwerden wie beispielsweise rheumatische Schmerzen.

Wie werden Säuren und Basen ausgeschieden?

Sauerstoff und Nahrung sind die Brennstoffe, aus denen unser Körper die Energie gewinnt, die er zum Leben braucht. Durch den Stoffwechselprozess entstehen sowohl Energie wie auch saure Abfallprodukte – Stoffwechselschlacken –, die der Körper nicht verwerten kann und ausscheiden muss.

Das betrifft zum einen das Kohlendioxid aus der Atmung, das über die Lunge abgeatmet wird, und zum anderen flüssige Abbauprodukte und Säuren, die über die Nieren eliminiert werden. Auch über die Haut werden Säuren ausgeschieden. Wenn diese Organe aufgrund einer übermäßigen Säurebelastung oder einer eingeschränkten Funktionsfähigkeit die Säuren nicht schnell genug abtransportieren können, müssen sie „zwischengelagert“ werden.

Was verbirgt sich hinter dem Begriff „pH-Wert“?

In der Chemie wird der Begriff „ph-Wert“ benutzt, um zu definieren, ob eine Lösung oder ein Stoff sauer, neutral oder basisch ist. Der pH-Wert gibt an, wie viel saure oder basische Stoffe in der Lösung vorhanden sind. Er bewegt sich auf einer Skala, die von 0 = stark sauer bis 14 = stark basisch reicht. Als neutral bezeichnet man den pH-Wert von 7, da in diesem Bereich die Zahl der Säuren und Basen ausgeglichen ist.

Unser Blut verfügt über ein hervorragendes Puffersystem und hat einen nahezu konstanten pH-Wert von 7,4. Diese Konstanz ist absolut lebenswichtig, da das Blut den gesamten Körper mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt.

Was sind die Folgen einer Übersäuerung?

Der Stoffwechsel ist aus dem Gleichgewicht. Dies führt zu Störungen und Erkrankungen im Bereich der Verdauungs- und Ausscheidungsor- gane, also von Magen, Darm, Bauchspeicheldrüse, Leber und Nieren.

Wichtige basische Mineralien werden den Körperorganen entzogen. Dadurch kommt es zu Mangelerscheinungen u.a. im Bereich des Knochengerüsts, der Zähne, Haare usw.

Verdauungsstörungen, weil basische Verdauungssäfte fehlen.

Das Immunsystem wird geschwächt und lässt den Körper anfälliger werden für vielfältige Infektionen und Entzündungen, sodass sich seine Regenerierungsfähigkeit deutlich vermindert.

Schlechte Laune, man ist sauer! Sympathikotone Stoffwechsellage, weil das Nervensystem gereizt wird. Das vegetative Nervensystem ist aus dem Gleichgewicht, indem es verstärkt den Sympathikus aktiviert. Es ist der Teil des Vegetativums, der für die Erregung und Anspannung, aber auch für Erschöpfung, Leistungsabfall und eine insgesamt negative Stimmungslage sorgt.

Die Verquellung der Gefäßwände bewirkt u.a. die Eindickung von Gewebsflüssigkeit. Diese bewegt sich dann zu langsam durch das Gewebe und versorgt die Zellen mit ihren verdickten Wänden nur unzureichend mit den für sie lebenswichtigen Stoffen.

Weil Gallen- und Nieren- steine (Stoffe, die sonst gelöst sind und ausgeschieden werden) nun auskristallisieren.

Bindegewebsalterung, weil die Quellfähigkeit des Gewebes abnimmt.

Was kann man gegen eine Übersäuerung tun?

  • Ausreichendes Trinken von stillem Wasser zur Elimination über die Nieren.

  • Abatmen der Säuren durch Bewegung an frischer Luft (Joggen, Walking, Wandern, spazieren gehen)

  • Schwitzen, um über die Haut zu entsäuern (Sport, Sauna)

  • Vollwertige und basenreiche Ernährung evtl. Ernährungsumstellung. Falsche Ernährung und schlechte Esskultur können als Hauptursachen der schleichenden oder sogar chronischen Übersäuerung angesehen werden. Die Ernährung sollte ausgewogen sein, d.h. aus Eiweiß, Kohlenhydraten und den richtigen Fetten bestehen. Die richtige Kombination aus sauren, basischen und neutralen Nahrungsmitteln gewährleistet, dass unser Säure-Basen-Gleichgewicht in Form gehalten wird.

Zur richtigen Ernährung gehört auch:

a) Richtig zu kauen: Der Speichel ist basisch. Ungenügend zerkaute Nahrung gärt leicht im Darm. Die Folge: Es entstehen weitere Säuren.

b) Nicht zu viel zu essen, ansonsten entsteht ein Mehrverbrauch an basischen Verdauungssäften. Nicht zu schnell, zu oft, zu schwer und zu spät essen, denn nachts „ruht“ der Darm.

c) Häufiges Essenbasenspendender Nahrungsmittel wie Obst und Gemüse) .

d) Kräutertees (z.B. Blasen- und Nierentee, Leber- und Galletees), um die Ausscheidung von Säuren auf natürliche Weise an- zuregen und ihre Aktivität zu verstärken.

Wenn Stresssituationen unvermeidbar sind, wenn eine ausgewogene Ernährung schwierig ist, können Nahrungsergänzungsmittel wie basische Mineralstoffe, Spurenelemente, Bitterstoffe, Spirulina und andere Algen, die die Neutralisierung überschüssiger Säuren unterstützen, eingenommen werden. Der Körper braucht sie, um die Säuren besser ausscheiden zu können.

Basische Körperpflege wie z.B. mineralbasische Entsäuerungs-, Moor- und Schlammbäder sowie mineralbasische Körperwickel und Körperbürstungen. Dadurch wird der Körper schneller säurefrei.

Darmreinigung und –sanierung. Ein gesunder und gereinigter Darm ist die beste Voraussetzung für eine stabile Säure-Basen-Balance im gesamten Organismus.

Im Alter wird man schneller „sauer“

Eine bereits bestehende Übersäuerung im Alter ist schwerwiegender als in jungen Jahren und kann zu entsprechenden Folgekrankheiten führen bzw. diese verschlimmern.

Mit zunehmendem Lebensalter nimmt die Fähigkeit unserer Nieren zur Säureausscheidung langsam, aber stetig ab. Gleichzeitig sinkt die Konzentration des Natriumbikarbonat-Puffers im Blutplasma (Normbereich zwischen 7,35 und 7,45) in den unteren Normbereich, sodass sich auch die Fähigkeit des Organismus verringert, Säureattacken zu neutralisieren.

Das Ausgleichen des Säure-Basen-Haushaltes ist daher die wichtigste Allgemeinfunktion des Organismus und eine hohe Garantie für ein besonders langes Leben bei bester Gesundheit.

Entsäuerungstherapien sollten jedoch nicht auf eigene Faust, sondern mit einer erfahrenen Heilpraktiker/-in oder mit einem Arzt für Naturheilverfahren durchgeführt werden. Es ist wichtig, sich gut beraten zu lassen.

Eine ständige, fachkundige Begleitung schaltet Risiken aus und bringt den gewünschten Erfolg.

Es geht nicht darum, dem Leben mehr Jahre, sondern den Jahren mehr Leben zu geben.

Autorin: Marianne Lehmann / Epoch Times Deutschland

Marianne Lehmann arbeitet als Heilpraktikerin in München.  

Erschienen in The Epoch Times Nr. 35/09

Autor: The Epoch Times Deutschland
1986 Aufrufe
Stand: 13. November 2009
Erstellt: 11. November 2009

Weiterführende Informationen:

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