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Auf großer Fahrt: Hähnchentransporter verbreiten Antibiotika-resistente Bakterien

Bonn, 15.12.2008: Pathogene Bakterien mit einer ausgebildeten Resistenz gegen Antibiotika erwartet man vor allem in Krankenhäusern und Arztpraxen. Nach einer aktuellen Studie der Johns Hopkins School of Public Health, USA, muss man aber auch auf Autobahnen und Landstraßen mit ihnen rechnen - zumindest dann, wenn auf ihnen schlachtreife Hähnchen transportiert werden.


Die Wissenschaftler wollten herausfinden, in welchem Umfang resistente Bakterien von den transportierten Tieren zum Menschen gelangen können. Dazu bestimmten sie die Bakterienarten auf den Innen- und Außenflächen von Autos, die den offenen Transportern über eine längere Distanz in einem Abstand von etwa 20 Metern gefolgt waren. Die Forscher fanden in den Innenräumen aller untersuchten Wagen größere Konzentrationen resistenter Mikroorganismen.

Dabei spielte es keine Rolle, ob die Fahrzeuge mit offenem Fenster unterwegs waren oder die Klimaanlage nutzten. Die gleichen Arten fand man auch in offenen Getränken im Innern des Wagens und an den Türgriffen auf der Außenseite. Nach Ansicht der Experten können die Bakterien über das normale Einatmen oder über den direkten Kontakt in den menschlichen Organismus gelangen. Unter den entdeckten Bakterien waren drei Arten, die eine Resistenz gegen klassische Antibiotika ausgebildet hatten.

Dabei handelte es sich um die gleichen Mittel, die dem Hähnchenfutter vorbeugend während der Mast zugesetzt werden. Die Konzentration der Bakterien lag vor allem in den Sommermonaten besonders hoch, da sich die Mikroorganismen bei hohen Temperaturen schnell vermehren. Auch wenn die Verbreitungswege der Bakterien noch nicht ausreichend untersucht sind, empfehlen die Wissenschaftler, die Transportmethoden hinsichtlich Biosicherheit weiter zu verbessern, insbesondere in Gebieten mit hoher Nutztierdichte.

aid, Jürgen Beckhoff

Autor: AID Infodienst

Weiterführende Informationen:


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Stand: 15. Dezember 2008
Erstellt: 15. Dezember 2008