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Pilze – Genuss für Kundige

Berlin, 14.10.2008: Es ist keine Fabelwelt, in der Schopftintlinge, Nebelkappen und Mäusegraue Erdritterlinge zu Hause sind. Kenner finden sie vielmehr in hiesigen Wäldern, Wiesen und Auen, denn die scheinbar verzauberten Namen gehören dreien von schätzungsweise 2.500 Wald- und Wiesenpilzarten Europas. Die wenigsten von ihnen sind allerdings essbar.


Pilze sind besondere Ergänzungen zu den bekannten Früchten und Gemüsen. Damit die Freude an herbstlichem Pilzragout ungetrübt bleibt, sollten Sammler sich genau auskennen und umsichtig handeln. „Hier sollte man die essbaren und vor allem die giftigen Arten sicher erkennen können“, so Susanne Moosmann von der VERBRAUCHER INITIATIVE. „Da die Folgen eines Fehlgriffs dramatisch sein können, gilt für Pilze im Zweifel stets: Hände weg.“ Auch der Ort der Sammlungen ist wichtig: An Straßenrändern und auf Industriebrachen können Pilze besonders stark mit Schwermetallen oder Umweltschadstoffen belastet sein. Auch das vollständige Pflück-Verbot in Naturschutzgebieten sowie der Schutz gefährdeter Arten ist stets zu berücksichtigen.

Zweierlei sollte nicht fehlen, wenn es ans Pilze sammeln geht: Ein scharfes Messer und ein Körbchen oder Leinenbeutel. Um das unterirdische Pilzgeflecht nicht zu beschädigen, sollten Pilze stets dicht über dem Boden abgeschnitten werden. Pilze verderben sehr schnell, daher ist ein luftiger Transport, am besten in flachen Körben, wichtig. In Plastikbeuteln oder –eimern entstehen schneller Druckstellen und die Pilze stocken. Wärme, die durch den Mangel an Durchlüftung entsteht, beschleunigt zudem den Verderb. In der Zeit, die zwischen der Heimkehr aus dem Wald und der Zubereitung der Pilze liegt, sollten sie daher ebenfalls kühl gelagert werden. Selbst Speisepilze können, wenn sie verdorben sind, schwere Vergiftungen hervorrufen.

Treten nach einem Pilz-Essen Schweißausbrüche, Durchfall, Benommenheit oder Übelkeit auf, könnte eine Vergiftung vorliegen. Diese Symptome müssen dabei keinesfalls sofort nach dem Essen auftreten. Einige Gifte wirken langsam, so dass erst Stunden nach dem Pilz-Verzehr Vergiftungserscheinungen zu beobachten sind. „Wer den Verdacht hat, dass es sich um eine Pilzvergiftung handelt, sollte niemals zögern, sondern umgehend ins Krankenhaus fahren oder den Notarzt alarmieren“, so die Ernährungsexpertin.

In dem Themenheft Wild & Wildpflanzen informiert die VERBRAUCHER INITIATIVE nicht nur über den richtigen Umgang mit Pilzen, sondern auch über erlesene wilde Kräuter und Beeren. Der Verband stellt zudem heimische Wildarten vor, informiert über ihre Herkunft und wirft einen kritischen Blick auf das Angebot exotischen Wildfleischs. Die 24-seitige Broschüre kann für 4,00 Euro (inkl. Versand) bei der VERBRAUCHER INITIATIVE, Elsenstraße 106, 12435 Berlin oder unter www.verbraucher.org bestellt oder heruntergeladen werden.


Bild: © Joujou, PIXELIO

Autor: Die VERBRAUCHER INITIATIVE e.V.

Weiterführende Informationen:


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Stand: 14. Oktober 2008
Erstellt: 14. Oktober 2008