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Fluten in Indien vernichten Ernten - Auswirkungen des globalen Klimawandels vor Ort

Neu Delhi, 14.09.2008: In der Hauptstadt Indiens ist die Besorgnis der Menschen derzeit groß. Die Überflutungen durch den außergewöhnlich starken Monsunregen und einen Deichbruch in Nepal haben 1,2 Millionen Menschen obdachlos gemacht und tausende Hektar Getreidefelder zerstört. Indien leidet unter den heftigsten Überschwemmungen der vergangenen 50 Jahre mit verheerenden Auswirkungen auf die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln.


Dabei ist der Monsun für Indiens Landwirtschaft eigentlich lebenswichtig und durchaus willkommen, denn ohne ihn bleibt die Ernte aus. Zwei Drittel der Inder sind direkt von der Landwirtschaft abhängig. Die jetzige Katastrophe aber sprengt bei weitem den üblichen Rahmen des Niederschlages während der Regenzeit. Der diesjährige Monsunregen im Norden des Subkontinents habe das größte Ausmaß seit Menschengedenken, heißt es bei den Vereinten Nationen.

Die Katastrophe passiert in einem Land mit insgesamt 1,1 Milliarden Menschen, von denen laut Armutsbericht der Weltbank 42 Prozent von weniger als 1,25 Dollar pro Tag leben. Auf die Wassermassen kann eine Gesundheitskrise folgen, denn das stehende Wasser ist ein idealer Brutplatz für Mücken, die Krankheiten übertragen können.

Tausende von Häusern, Schulen und Hospitälern, Straßen und die wichtigste Infrastruktur sind entweder beschädigt oder zerstört. Quellen und Brunnen sind unbrauchbar. Auch im Nachbarland Bangladesch sind bis zu 6.000 Quadratkilometer Getreidefelder zerstört.

Ohnehin war es in der Vergangenheit zu exlodierenden Reispreisen durch die allgemeine Verknappung des Angebots gekommen. Die Weltreisvorräte sind seit den achtziger Jahren auf dem niedrigsten Stand, so dass jeder Ernteausfall die Regionen unmittelbar trifft.

Friederike Eversheim, z. Zt. Neu Delhi


Bild: © Löwenzahn, PIXELIO

Autor: AID Infodienst

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Stand: 14. September 2008
Erstellt: 14. September 2008