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Wie am Samstag bekannt wurde, soll dem angeblichen „Bio“-Stall von Eierproduzent Hennenberg in Velbert jetzt das Bio-Siegel entzogen werden.


Das bedeutendste Fanggebiet im sogenannten Korallen-Dreieck will seine Fangmethoden zertifizieren lassen.



Die aktuellen Ergebnisse aus dem BNN-Monitoring für Obst und Gemüse beweisen erneut: Frischware im Naturkosthandel ist sicher. 2009


„fish international“ zeigt Produkte und Verarbeitungsmethoden. In den Bremer Messehallen sind zurzeit allerlei Sprachen zu hören.



fish international 2010 wurde in der Messe Bremen eröffnet.





Seit dem 8. Februar 2010 gibt es einen Sieger beim Wettbewerb um das neue EU-Bio-Logo:



Die belgische Stadt Gent hat es 2009 vorgemacht, Bremen ist seit 2010 dabei. Beide Städte haben einen vegetarischen Wochentag eingeführt – aus Klimaschutz-Gründen.


Immer mehr Lebensmitteleinzel-
handelsunternehmen listen Eier mit der Kennzeichnung 03-Käfighaltung aus ihrem Sortiment aus.

Umweltjournal.de | Artikel Nr.: 14517

Rinderwahn und Klimaschutz

Baden-Baden, 16.08.2008: Als Präsident Clinton vor 10 Jahren seinen Mitbürgern erklärte, wenn die US-Amerikaner nur 10 % weniger Fleisch essen, müssten 60 Millionen Menschen weniger hungern, wollte noch niemand diesen Zusammenhang verstehen. Doch inzwischen steigt weltweit der Fleischkonsum – vor allem in China und anderen Schwellenländern – so stark, dass das Essen von Tieren global die Nahrungsmittelpreise hochschnellen ließ und die Auswirkungen des Klimawandels dramatisch verstärkt hat.


Dieser Kontext wird auch von Klimaforschern und Umweltschützern meist verschwiegen. Man will den Leuten die peinliche Wahrheit einfach nicht zumuten. Einer der wenigen Politiker, die den Mut hatten, den neuen Rinderwahn beim Namen zu nennen, ist der bayerische Landwirtschaftsminister Miller: "Wer sich fleischlos oder mit weniger Fleisch ernährt, schützt das Klima."

Die Fleischindustrie braucht inzwischen 40 % der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche unserer Erde und außerdem riesige Mengen fossiler Brennstoffe, um den wachsenden Fleischhunger der Menschheit zu stillen. Gleichzeitig aber leiden 850 Millionen Menschen an Hunger. Der US- Umweltaktivist Jeremy Rifkin hat schon vor Jahren vor dem „Imperium der Rinder“ gewarnt und meint, dass unsere Zivilisation nicht überleben kann, wenn wir unseren Fleischkonsum nicht drastisch reduzieren.

Wenn Menschen sich von Pflanzen statt von Fleisch ernähren, können fünfmal soviel gut satt werden. Aber bei gleichbleibender Tendenz wird sich der Fleischkonsum bis 2030 nochmal verdoppeln. Zurzeit wird schon über ein Drittel der Getreideernte an Tiere verfüttert und niemand spricht darüber. Aber nur 3 % der Ernte wird für Biosprit gebraucht, worüber sich alle Welt aufregt.

Tatsache ist, dass die Fleischerzeugung inzwischen die zweitwichtigste Ursache für den Klimawandel ist, mehr als die Automobilität. 65 % aller Lachgasemissionen stammen aus der Viehzucht, hauptsächlich aus Stallmist. Und Lachgas hat einen 300mal stärkeren Treibhauseffekt als Kohlendioxid. Rinder erzeugen 37 % des Treibhausgases Methan, welches 32mal so klimaschädlich ist als Kohlendioxid.

Zu Recht beklagen wir, dass unsere Heizungen und Autos zu viel fossile Energie verbrauchen, aber die Treibhausgasemissionen durch Fleischverzehr werden verdrängt. Dabei ist schon lange bekannt, dass mit dem Anbau von Getreide auf einem Acker fünfmal soviel Eiweiß produziert wird als mit Viehzucht, mit Hülsenfrüchten zehnmal soviel und durch Blattgemüse sogar 15mal soviel. Soviel Fleisch wie wir heute essen ist sogar ungesund.



Die Zeit drängt: Politiker und Journalisten müssen ihre Wähler und Leser endlich darüber aufklären, dass wir nicht nur unser Energieverhalten, sondern auch unsere Essgewohnheiten ändern müssen, wenn unsere Kinder und Enkel eine gute Zukunft haben sollen.


Bild 1: © ccv
Bild 2: © Bigi Alt, www.sonnenseite.com
Autor: Franz Alt

Weiterführende Informationen:


Die letzten 10 Meldungen zum Thema "Klimaschutz":
Treibhausgas-Emissionen im Jahr 2009 um 8,4 Prozent gesunken
Berlin, 05.03.2010: Wirtschaftskrise führt zum stärksten Emissionsrückgang seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Der Gesamtausstoß aller Treibhausgase ist in Deutschland nach ersten Berechnungen des Umweltbundesamtes (UBA) im Jahr 2009 gegenüber 2008 um etwa 80 Millionen Tonnen gesunken (minus 8,4 Prozent).
Earth Hour 2010: Weltweit gehen die Lichter aus
Berlin, 03.03.2010: Am Brandenburger Tor in Berlin gehen am 27. März genauso die Lichter aus wie im New Yorker Empire State Building und im höchsten Gebäude der Welt, dem Burj Khalifa in Dubai. Die Verdunklungsaktion ist Teil der vom WWF ins Leben gerufenen Initiative „Earth Hour“.
Neue Klimaschutzkampagne in Köln
Köln, 18.02.2010: Obwohl seit mehr als 20 Jahren der Fachwelt bekannt ist, dass sehr wahrscheinlich ein Klimawandel bevorsteht, wurde diese Tatsache in der Vergangenheit in der Öffentlichkeit wenig beachtet. Ein sofortiges Handeln ALLER ist dringend notwendig, um den Lebensraum der Menschheit zukunftsfähig zu gestalten!
Fleischfreier Wochentag soll das Klima retten
Gerlingen, 17.02.2010: Die belgische Stadt Gent hat es 2009 vorgemacht, Bremen ist seit 2010 dabei. Beide Städte haben einen vegetarischen Wochentag eingeführt – aus Klimaschutz-Gründen. Denn die Fleischproduktion trägt massiv zur Klimaerwärmung bei.
Nach Kopenhagen: Staaten melden wenig ambitionierte Klimaziele
Berlin, 27.01.2010: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat kurz vor Ablauf der bei der Kopenhagener Weltklimakonferenz vereinbarten Meldefrist für nationale CO2-Reduktionsziele (31. Januar) von Bundeskanzlerin Angela Merkel mehr Engagement beim Klimaschutz gefordert. Einen Monat nach dem Kopenhagener Weltklimagipfel müsse endlich wieder Bewegung in die stockenden Verhandlungen zum globalen Klimaschutz kommen.
Heizung gluckert: Zeichen für Schwachstelle am Haus
Osnabrück, 27.01.2010: Die Heizung gluckert, sie strahlt nicht gleichmäßig Wärme ab oder die jährliche Nebenkostenabrechnung ist sehr hoch? Wer sich für den Klimaschutz einsetzen und dabei Energie einsparen möchte, der sollte jetzt seine Heizung näher unter die Lupe nehmen und bei Bedarf einen Fachmann einschalten. „Private Haushalte verbrauchen rund 80 Prozent ihrer Energie zum Heizen – das Einsparpotenzial ist riesig“, weiß Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).
Deutsche Umwelthilfe sucht die „Bundeshauptstadt im Klimaschutz 2010“
Radolfzell, 12.01.2010: Siegerkommune erhält eine 30 kW-Photovoltaikanlage – Sonderpreise für energieeffiziente Informationstechnik und Green IT – Schirmherr Mojib Latif ruft Kommunen zu mutigem Handeln auf – Bewerbungsschluss ist der 30. April 2010. Die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) zeichnet auch in diesem Jahr wieder Städte und Gemeinden für ihr besonderes Engagement im kommunalen Klimaschutz aus.
Regionale und saisonale Lebensmittel sind erste Wahl fürs Klima
Bonn, 06.01.2010: Der Genuss von Lebensmitteln ist für den Verbraucher im Wesentlichen CO2-neutral. Dies betont der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV). Denn landwirtschaftliche Kulturen hätten unter Nutzung von Sonnenenergie zuvor deutlich mehr CO2 gebunden, als durch die landwirtschaftliche Produktion insgesamt ausgestoßen würde. Verzichtsstrategien seien bei der Ernährung aus Klimaschutzgründen wenig Ziel führend.
Weiteres Solarkraftwerk geht mit Solarfortis in Mönchengladbach ans Netz
Mönchengladbach, 05.01.2010: Das in Mönchengladbach ansässige Unternehmen Solarfortis GmbH gibt heute die Betriebsbereitschaft einer Solaranlage (Photovoltaikanlage) mit einer Nennleistung von 450 kwp bekannt. Trotz widriger Witterungsverhältnisse konnten in nur 5 Wochen Bauzeit insgesamt 2250 Solarmodule pünktlich zum 29.12. auf dem Dach des Logistikzentrums der ABV 2. Beteiligungs- GmbH installiert werden.
Der Schwarze Peter von Kopenhagen
Baden-Baden, 27.12.2009: Es war absehbar, dass der Klimagipfel in Kopenhagen scheitern muss. Aus Hopenhagen wurde Flopenhagen. Seit beinahe 20 Jahren verlaufen alle Klimakonferenzen der UNO immer so, dass der langsamste der 190 Mitgliedstaaten das Tempo bestimmt. Und solange Klimaschutz als Last und nicht als Chance für Innovation, Arbeitsplätze und Modernisierung empfunden wird, fehlt der Impetus für eine Klimaschutzpolitik, die diesen Namen auch verdient.

Stand: 16. August 2008
Erstellt: 16. August 2008