Umweltjournal.de | Ernaehrung und Landwirtschaft  | Artikel Nr.: 14278

Diagnose Weizenallergie - Kein Grund zum Verzweifeln, denn es gibt viele Alternativen





Bonn, 17.06.2008: Die Augen jucken, die Nase läuft, das Luftholen fällt schwer. Typische Symptome des Heuschnupfens, der im Sommer das Leben zahlreicher Allergiker erschwert. Ursache dafür ist die überempfindliche Reaktion auf bestimmte Umweltstoffe - wie etwa auf Blütenpollen. Vergleichbar übertrieben kann der Körper auch auf bestimmte Inhaltsstoffe in Nahrungsmitteln reagieren.


Wie das Online-Magazin Gesundheit berichtet, gehört die Weizenallergie dabei zu den häufigsten Nahrungsmittelallergien. Doch wie kommen solche Allergien überhaupt zustande? Unser Körper schützt sich gegen Infektionen, indem er Antikörper produziert. Es existieren verschiedene Klassen dieser natürlichen Abwehrstoffe. Diejenigen, die eine allergische Reaktion auslösen, werden IgE genannt.

Normalerweise werden diese Moleküle vom Immunsystem als Antwort auf Parasiteninfektionen, etwa Wurmerkrankungen, produziert. Bei entsprechend empfindlichen Personen aber führt der erste Kontakt mit einem Allergen zum Produktionsbeginn. Ab diesem Zeitpunkt erklärt der Organismus harmlose Substanzen, die uns täglich umgeben können, für gefährlich. Er ist sensibilisiert und bildet im Laufe der Jahre immer mehr Antikörper.

Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem der Patient zum ersten Mal bemerkt, dass er krank ist. Es kommt zur ersten allergischen Reaktion. Die Weizenallergiker reagieren dabei auf bestimmte Proteinfraktionen wie etwa das Globulin, welches hauptsächlich in der äußeren Schale des Korns vorkommt. Warum manche Personen IgE gegen Nahrungsmittel produzieren, und damit eine Nahrungsmittelallergie entwickeln, ist laut einer Infoseite des englischen Instituts für Nahrungsmittelforschung nicht genau bekannt.

Zu den generellen Symptomen einer Nahrungsmittelallergie zählen Hautausschläge, asthmatische Beschwerden, juckende Augen und Schwellungen um Lippen und Mund sowie Übelkeit und Erbrechen. Besteht der Verdacht auf eine Lebensmittelallergie, so muss vom Hautarzt über Provokation ausgetestet werden, wie umfangreich die Allergie und die Palette der zu meidenden Produkte ist.

Die beste Therapiemethode ist dann das Meiden des Auslösers. Der deutsche Allergie- und Asthmabund empfiehlt die so genannte Karenzkost, bei der alle Getreideprodukte aus Weizenmehl strikt gemieden werden. Das Zutatenverzeichnis solle dabei nicht nur im Hinblick auf Weizenprotein, Weizenmehl, Grieß, Kleie oder Schrot studiert werden. Denn auch Malzmehl und Vitalkleber sind Bezeichnungen für Zutaten in Brot und Backwaren, die aus Weizen hergestellt werden können.

Einige Bäckereien bieten deshalb während des Verkaufs eine Allergenberatung über die Kassenwaage an. „Alle Allergene sind nach Bundeslebensmittelschlüssel in der Software der Kasse hinterlegt. Über das Display ist während des Verkaufs auf einer so genannten Positivliste ablesbar, welche Produkte des Sortiments etwa für einen Weizenallergiker in Frage kommen“, erklärt Matthias Harsch, Sprecher der Geschäftsführung des Technologieherstellers Bizerba aus Balingen. Und Alternativprodukte gibt es genügend.

Da eine Allergie in den seltensten Fällen gegen alle Getreidesorten besteht, kann problemlos auf Produkte aus Hafer-, Gersten-, Roggen- oder Dinkelmehl zurückgegriffen werden.
Autor: neue nachricht
3844 Aufrufe
Stand: 17. Juni 2008
Erstellt: 17. Juni 2008

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