Umweltjournal.de | Ernaehrung und Landwirtschaft  | Artikel Nr.: 14207

Erste Demo gegen den Welthunger in Köln





Köln, 01.06.2008: Menschenrechtsgruppen, Umweltschützer und Tierrechtler rufen gemeinsam zur ersten Welthungerdemo am 07. Juni in Köln auf. Fleischkonsum im Fokus.

 

Während man sich in den Industrienationen über hohe Lebensmittelpreise ärgert, herrscht anderswo der Kampf ums nackte Überleben. Rund 850 Millionen Menschen leiden in Lateinamerika, Nordafrika und Asien an Unterernährung, jede Minute sterben elf Kinder an Hunger. Die Ursachen sind vielschichtig und auf den ersten Blick weit weg vom Alltag des deutschen Bürgers: Spekulanten, die mit steigenden Lebensmittelpreisen Gewinne machen, Agrarexportsubventionen, Biosprit aus Lebensmitteln, eine verfehlte Weltpolitik und die Macht gigantischer Saatguthersteller.

Ein wesentlichen Einfluss haben allerdings auch Schnitzel und Currywurst auf bundesdeutschen Tellern: Zur Produktion eines Kilogramms Fleisch müssen durchschnittlich 8 Kg Getreide verfüttert werden. Die hohe Nachfrage der Tierindustrie nach Futter treibt die globalen Getreidepreise in die Höhe, die Armen dieser Welt können sich als Folge das Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten. Und Deutschland treibt den Preis mit: In den ersten sieben Monaten des aktuellen Wirtschaftsjahres 2007/08 nahmen die Getreideeinfuhren nach Deutschland um 48 Prozent auf 4,5 Millionen Tonnen zu.

Bundeskanzlerin Merkel machte noch vor wenigen Wochen als Ursache vor allem „die nicht ausreichend vorhergesagte Änderung der Ernährungsgewohnheiten in Schwellenländern“ verantwortlich. Für eine Beendigung des Welthungers ist nach Aussage der Veranstalter allerdings eine Änderung unserer eigenen Ernährungsstrategie vonnöten. Jürgen Foß, Diplom-Physiker vom Veranstaltungskomitee meint: „Es ist zynisch, wenn man Chinesen  vorhält, sie würden durch ihren gestiegenen Wohlstand und dem damit verbundenen Fleisch- und Milchkonsum die Getreidepreise anheizen, aber gleichzeitig im eigenen Land den Konsum tierischer Nahrungsmittel durch Subventionen und Marketing fördert.“

Aus diesem Grund steht der Fleischkonsum im Fokus der ersten Welthungerdemo in Köln. Die Veranstaltung beginnt am Samstag um 11 Uhr auf dem Rudolfplatz und beinhaltet ab 13 Uhr einen Aufzug durch die Innenstadt. Neben den veranstaltenden Organisationen „die Tierfreunde e.V.“ und der „Tierrechtsinitiative Köln“ nehmen die Grüne Jugend, Attac-Köln, FIAN und andere Gruppen teil. Weitere Informationen sind im Internet unter www.welthungerdemo.de zu finden.
Autor: die Tierfreunde e.V.
3432 Aufrufe
Stand: 1. Juni 2008
Erstellt: 1. Juni 2008

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