Umweltjournal.de | Ernaehrung und Landwirtschaft  | Artikel Nr.: 12023

Hennen aus Käfig- und Bodenhaltung befreit





Köln, 14.03.2007: In der Nacht zum Sonntag befreiten Aktivisten der Tierrechtsinitiative Maqi vier Hühner, die für die Eierproduktion ausgebeutet wurden. Dabei wurden die Tiere aus unterschiedlichen Formen der Gefangenhaltung befreit: ein aus der Käfigbatterie entkommenes Huhn, das auf dem Boden saß sowie ein weiteres aus einem Käfig, die beiden anderen aus einer Bodenhaltung.


Unabhängig von der Gestaltung des Gefangenenlagers leiden die Hennen unter ihrer Gefangenschaft und unter der Qualzüchtung. Außerdem werden sie nach wenigen Monaten, sofern sie bis dahin überlebt haben, umgebracht, so wie ihre männlichen Geschwister unmittelbar nach dem Schlüpfen. Zwischen den gefangenen Hühnern waren mehrere Leichen zu finden, was für alle Formen der Ausbeutung typisch ist.

Die Tierschützerpropaganda, die nur "Legebatterien" verurteilt und zugleich implizit andere Ausbeutungsformen gutheißt, statt Tierrechte und damit die einzig ethisch vertretbare Lebensweise - Veganismus - zu fordern, ist daher zynisch anmutender Hohn. Gleiches gilt für Vegetarierpropaganda, die lediglich den direkten Verzehr der Leichen, nicht aber den Mord für Ei- und Milchkonsum, ablehnt.

"Der Ammoniakgehalt der Luft war sehr hoch", so Timo Bühl von Maqi. "Ammoniak ist ein stechend riechendes, die Schleimhäute reizendes giftiges Gas, das aus den Ausscheidungen der Tiere entsteht. In der Anlage tränten die Augen und das Atmen war stark erschwert, trotz eines vergleichsweise kurzen Aufenthalts. Die Hennen müssen dort jedoch ihr Leben verbringen."

Die zuerst aufgesuchte Legebatterieanlage, aus der schon mehrfach zahlreiche Hühner befreit worden waren, war unzugänglich gesichert: Tierschützer hatten dort vor einiger Zeit, um Publicity und somit Spendengelder zu erhalten, mit Medien und Veterinäramt auf die sogenannte "Skandalhaltung" (als ob diese sich von anderen unterscheiden würde und nicht die Tierausbeutung an sich skandalös wäre) aufmerksam gemacht, worauf der Betreiber offenbar Konsequenzen zog - natürlich nicht zum Wohl der Tiere.

Eigentlich ist es um diese Jahreszeit noch zu kalt, um Vögel aus von unzähligen, dichtgedrängten Körpern aufgeheizten Gefängnissen zu befreien, aber die befreiten Hennen wurden nach Bautzen gebracht, wo ihnen ein beheizter Raum zur Verfügung steht und sie einer dort lebenden einzelnen Henne Gesellschaft leisten, ohne ausgebeutet zu werden. Für manche Tiere ist nicht jeden Tag Bautzen.

Maqi - für Tierrechte, gegen Speziesismus setzt sich für eine Verwirklichung der Tierrechte (so etwa das Recht auf physische und psychische Unversehrtheit), die Abschaffung der Diskriminierung aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Spezies (analog zu Antirassismus und Antisexismus) und die Etablierung einer veganen Gesellschaft ein.
Autor: Achim Stößer
2033 Aufrufe
Stand: 14. März 2007
Erstellt: 14. März 2007

Achtung: Umweltjournal.de übernimmt keine Haftung für veröffentlichtes Textmaterial der Autoren. Die Artikel unterliegen dem Urheberrecht der Autoren und sind nur nach ausdrücklicher Genehmigung frei zum weiterverarbeiten!

Webmaster: André Sepeur
© 1999 - by André Sepeur Medienberatung
plan-verde.de



Social Bookmarks
Newsletter bestellen
Seien Sie immer bestens informiert! Hier können Sie den Tagesrückblick bestellen >
Folgen Sie uns nach Facebook


Inserate
Top-News Ernährung und Landwirtschaft
Trinkwasser: Note "sehr gut" für deutsches TrinkwasserTrinkwasser: Note "sehr gut" für deutsches Trinkwasser
Trinkwasser: Note "sehr gut" für deutsches Trinkwasser
Bonn, 02.02.2012 (aid): In Deutschland hat das Trinkwasser eine sehr gute Qualität. Das hat ein aktueller Bericht des Bundesministeriums für Gesundheit und des Umweltbundesamts bestätigt.
Weiterlesen
Josef Ackermann bricht sein Versprechen: Keine Entscheidung über den Ausstieg aus der Spekulation mit Nahrungsmitteln Josef Ackermann bricht sein Versprechen: Keine Entscheidung über den Ausstieg aus der Spekulation mit Nahrungsmitteln
Josef Ackermann bricht sein Versprechen: Keine Entscheidung über den Ausstieg aus der Spekulation mit Nahrungsmitteln
Berlin, 31.01.2012: Entgegen ihrer Ankündigung entscheidet die Deutsche Bank nicht bis Ende Januar über den Ausstieg aus der Nahrungsmittel-Spekulation.
Weiterlesen
Legehennen: Kommission greift durchLegehennen: Kommission greift durch
Legehennen: Kommission greift durch
Die Europäische Kommission greift bei der mangelnden Umsetzung des Käfigverbots für Legehennen durch.
Weiterlesen
Trügerische Landidylle bei Teekanne & CoTrügerische Landidylle bei Teekanne & Co
Trügerische Landidylle bei Teekanne & Co
Berlin, 27.01.2012: Land-Bockwurst, Land-Gurken und Landlust-Tee: Immer mehr Produkte werden als "Land"-Lebensmittel beworben. Tatsächlich steckt dahinter in der Regel nur Standard-Industrieware aus billigen Zutaten und Aromastoffen.
Weiterlesen
Fischen ohne Grenzen: Ein Drittel der Weltmeere durch Fischerei geschädigtFischen ohne Grenzen: Ein Drittel der Weltmeere durch Fischerei geschädigt
Fischen ohne Grenzen: Ein Drittel der Weltmeere durch Fischerei geschädigt
Hamburg, 25.01.2012: Die Fangflotten der Weltfischerei breiten sich über den gesamten Globus aus und hinterlassen dabei Spuren. Seit 1950 haben sie ihren zerstörerischen Aktionsradius verzehnfacht: 100 Millionen Quadratkilometer werden so intensiv befischt, dass die Ökosysteme bereits stark geschädigt sind. Das entspricht einem Drittel der Oberfläche des gesamten Weltmeeres.
Weiterlesen
Demonstration „Wir haben es satt!“ – 23000 verlangen von Merkel Neuausrichtung der AgrarpolitikDemonstration „Wir haben es satt!“ – 23000 verlangen von Merkel Neuausrichtung der Agrarpolitik
Demonstration „Wir haben es satt!“ – 23000 verlangen von Merkel Neuausrichtung der Agrarpolitik
Berlin, 22.01.2012: 23000 Menschen haben heute in Berlin gegen Lebensmittelskandale, Gentechnik im Essen und Tierquälerei in Megaställen und für eine bäuerliche, ökologische und zukunftsfähige Landwirtschaft demonstriert.
Weiterlesen
Grüne Gentechnik und Grüne Woche: Regierung fördert mit 400 Millionen EuroGrüne Gentechnik und Grüne Woche: Regierung fördert mit 400 Millionen Euro
Grüne Gentechnik und Grüne Woche: Regierung fördert mit 400 Millionen Euro
Berlin, 21.01.2012: Zum Start der „Grünen Woche“ und der geplanten Großdemonstration unter dem Motto „Wir haben es satt!“ am Samstag in Berlin, kritisiert der WWF die Förderpolitik der Bundesregierung.
Weiterlesen
Gentechnik-Industrie will umstrittenen "Goldenen Reis" ohne ausreichende Prüfung der Risiken einführenGentechnik-Industrie will umstrittenen "Goldenen Reis" ohne ausreichende Prüfung der Risiken einführen
Gentechnik-Industrie will umstrittenen "Goldenen Reis" ohne ausreichende Prüfung der Risiken einführen
Berlon, 19.01.2012: Das Vorzeigeprojekt der Gentechnik-Industrie, der umstrittene "Goldene Reis", soll nach mehr als zehn Jahren der Produktentwicklung 2013 auf den Markt kommen.
Weiterlesen
Sonntagsbraten für die MülltonneSonntagsbraten für die Mülltonne
Sonntagsbraten für die Mülltonne
Berlin, 18.01.2012: WWF-Expertin: „Als würden wir die Ernte eines Ackers von der Größe Mecklenburg-Vorpommerns einfach wegwerfen.“ Pro Person und Jahr landen in Deutschland rund 80 Kilogramm Nahrungsmittel auf dem Müll.
Weiterlesen
Landesregierung NRW startet Datenbank für Einsatz von Antibiotika in der Hähnchenmast – Kritik an Bundesministerin AignerLandesregierung NRW startet Datenbank für Einsatz von Antibiotika in der Hähnchenmast – Kritik an Bundesministerin Aigner
Landesregierung NRW startet Datenbank für Einsatz von Antibiotika in der Hähnchenmast – Kritik an Bundesministerin Aigner
Düsseldorf, 12.01.2012: Nordrhein-Westfalen zieht weitere Konsequenzen aus den Ergebnissen der Antibiotika-Studie. Als erstes Bundesland hat NRW heute die deutschlandweit erste Datenbank zum Einsatz von antimikrobiellen Substanzen in der Hähnchenmast gestartet.
Weiterlesen
Inserate
Inserate
Jobbörse