Umweltjournal.de | Ernaehrung und Landwirtschaft  | Artikel Nr.: 11085

Kürbisse – Die „Super-Beeren“ aus Übersee





Köln, 23.09.2006: Kürbisse sind sehr beliebt. Ob als Gaumenfreude oder Augenweide. Die aus Zentralamerika stammenden größten bekannten Beerenfrüchte, sind übrigens botanisch gesehen, kein Gemüse! Die "großen Beeren" wurden im 16. Jahrhundert von portugiesischen und spanischen Konquistadoren aus der "Neuen Welt nach Europa gebracht.


Ursprünglich wurden sie als Proviant für Tiere auf der Seepassage verwendet und fanden noch lange als Viehfutter Verwendung. Dass die im Allgemeinen als Gemüse bezeichneten „Super-Beeren“ auch zum menschlichen Verzehr bestens geeignet sind wussten Mayas und Azteken schon lange. Weltweit sind heute 850 Kürbisarten bekannt und auch die weitverbreiteten Zucchini gehören dazu. Kürbisse bieten eine enorme Farben- und Formenvielfalt. Ihre Namen klingen interessant und manchmal auch geheimnisvoll: Hokkaido, Nagydobosi Sutötök, Feigenblattkürbis, Spaghettikürbis, Muskat de Provence, Butternut, Lunga di Napoli oder Türkenturban, um nur einige bekannte Arten zu nennen.

Durch den anhaltende „Kürbis-Boom“ gibt es heute zahlreiche Rezeptvarianten und Verwendungsmöglichkeiten für Speisekürbisse. Das erfreuliche beim Kürbisessen: Die gesundheitsfördernde Wirkung von Kürbissen ist äußerst breit. Kürbisse stärken das Immunsystem, fördern die Verdauung und sind Entzündungshemmend. Kürbisse enthalten circa 95 Prozent Wasser und circa 20 kcal pro 100 Gramm Fruchtfleisch, weshalb sie auch für Diäten geeignet sind. Kürbiskerne werden bei Blasenschwäche und Prostatabeschwerden empfohlen und finden deshalb in verschiedenen Arzneimitteln Anwendung. Kürbisse enthalten reichhaltig Vitamine der Gruppen A, C, D und E. Darüber hinaus enthält das Fruchtfleisch der Kürbisse viel Kalium, Kalzium und Zink. Ein besonders edles Produkt ist das Kernöl aus der Steiermark in Österreich. Das rot-grüne schimmernde Öl ist reich an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren und hat ein für Speiseöle relativ hohen Cholesteringehalt von 3 mg pro 100 g (Sonnenblumenöl oder Olivenöl: 0,5 mg bzw. 1 mg pro 100 g).

Ausflugstipp: Kürbismarkt am 23. und 24. September 2006

Alle Kürbiss-Interessierten sollten am 23. und 24. September 2006 ab 11.00 Uhr den Meroder Kürbismarkt besuchen. Auf Krieger‘s Gärtnerhof in Schlich-Merode bei Düren (Nordrhein-Westfalen) dreht sich alles um Kürbisse. Michael Krieger’s Hof, einsam und malerisch am Waldrand gelegen, wird nach der biologisch-dynamischen Anbaumethode des Demeter-Verbandes bewirtschaftet. Neben vielfältigen kulinarischen Leckereien, wird auch viel Spaß für Kinder geboten (Traktor fahren, Halloween-Kürbisse schnitzen u.a.). Neben den rund 50 Ständen steht am Samstag die erste mobile Saftpresse Nordrhein-Westfalens auf dem Kürbismarkt. Die Besucher können ihre eigenen Äpfel mitbringen und hier zu frisch gepresstem Apfelsaft verarbeiten lassen. Am Sonntag, ein weiterer Höhepunkt, es spielt das Niederauer Alphorn Trio ab 11.00 Uhr auf dem Kürbismarkt.

 

Bild: Johannes Spiegelhoff (links) ist Bäckermeister und wird frisches Kürbisbrot backen. Michael Krieger ist der Initiator des Meroder Kürbismarktes.

Weitere Informationen und die Anfahrtsbeschreibung zum 10. Meroder Kürbismarkt auf Krieger's Gärtnerhof finden Sie hier.


Ein Beitrag von: Dr. Thomas Wardenbach – Beratung und Pressebüro für Geowissenschaften & Agrarwirtschaft, Köln

Autor: Dr. Thomas Wardenbach
2305 Aufrufe
Stand: 27. September 2006
Erstellt: 23. September 2006

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