Umweltjournal.de | Ernaehrung und Landwirtschaft  | Artikel Nr.: 10734

Klimagasabbau leicht gemacht





Berlin, 15.07.2006: Das Gleichgewicht muss stimmen. – Selbst beim gemütlichen Sonntagsfrühstück produziert der Mensch Treibhausgase. Das Brot wurde gebacken, das Ei gekocht und der Kaffee aufgebrüht. Überall steckt Energie drin, die zur CO2-Belastung unserer Atmosphäre und damit zur Erderwärmung beiträgt. Aber was soll man machen? Verhungern?



"Nein", sagt Joachim Weckmann, Inhaber von Märkisches Landbrot Brotbäckerei demeter, „solange es sich um Produkte handelt, die Sie täglich kaufen, sollten die Firmen für eine umweltverträgliche Herstellung garantieren.“

Märkisches Landbrot garantiert eine solche Herstellung. In bis zu 200 Verkaufsstellen in Berlin und Brandenburg bietet der ökologische Traditionsbetrieb Vollkornbrot an, das bis zu 50 Prozent Emissionsneutral gebacken wurde. 40 Prozent reduzieren wir, in dem wir Strom aus regenerativen Quellen benutzen. 10 Prozent kommen durch unsere Aufforstungsprojekte in Madagaskar dazu“, erklärt Joachim Weckmann. Der Bio-Pionier weiß, die CO2-Produktion ganz zu verhindern ist beim Backen nicht möglich. „Man kann ihn aber neutralisieren“, sagt Weckmann.

Das Prinzip, mit dem Märkisches Landbrot den CO
2-Ausstoß neutralisiert, ist ganz einfach zu verstehen. Ein Beispiel: Ein 2-3 Personenhaushalt verbraucht bis zu 3.000 Liter Heizöl und 5.000 Kilowattstunden an Strom im Jahr. Das macht eine jährliche CO2-Produktion von bis zu 10,8 Tonnen. Eine Menge, die ein Hektar Wald im Jahr wieder in die Einzelelemente Kohlenstoff und Sauerstoff zurückwandelt.  „Also forsten wir einfach einen Hektar Wald wieder auf und haben einen Ausgleich“, sagt Joachim Weckmann, „ 2005 haben wir bereits 4,2 Hektar Urwald aufgeforstet, dieses Jahr sollen es noch einmal  1,6 Hektar zusätzlich werden.“

Weil das Prinzip der CO
2-Emission-Neutralisierung für Jedermann verständlich ist und umzusetzen ist, hat Märkisches Landbrot einen CO2-Emissionsrechner auf der Internetseite www.landbrot.de installiert. Joachim Weckmann erklärt die Bedienung: „Sie benötigen lediglich einen Internetanschluss und Ihre Verbrauchsdaten aus dem Jahr 2005.“ Die nötigen Verbrauchsdaten sind Heizkosten, Stromverbrauch, Kilometerverbrauch, Bahntickets und Flugtickets. „Einmal eingegeben, erhalten Sie sofort Ihre persönliche CO2-Produktion und die Angabe, wie viel Fläche Wald nötig wäre, um diese auszugleichen.“ Danach fehlt nur noch der Ort, den man bepflanzen kann, aber auch dafür hat Märkisches Landbrot gesorgt: „Unten auf dem Emissionsrechner finden Sie Verweise auf zwei Pflanzaktionen, die wir empfehlen können. Also sofort mitmachen!“ ruft Joachim Weckmann alle Bundesbürger auf.

Mit diesem Aufruf ist das Engagement von Joachim Weckmann aber nicht zu Ende: „Schon heute hat unser Kunde ein gutes Gewissen, dass er ein Brot kauft, das
50 Prozent weniger Treibhausgase produziert als andere. Wir aber wollen die 100 Prozent CO2-Emissions-Neutralität schaffen und arbeiten täglich an neuen Möglichkeiten."
Autor: Alexander Feig
2494 Aufrufe
Stand: 15. Juli 2006
Erstellt: 15. Juli 2006

Weiterführende Informationen:

Weitere Meldungen zum Thema "Klimaschutz":

Achtung: Umweltjournal.de übernimmt keine Haftung für veröffentlichtes Textmaterial der Autoren. Die Artikel unterliegen dem Urheberrecht der Autoren und sind nur nach ausdrücklicher Genehmigung frei zum weiterverarbeiten!

Webmaster: André Sepeur
© 1999 - by André Sepeur Medienberatung
plan-verde.de



Social Bookmarks
Newsletter bestellen
Seien Sie immer bestens informiert! Hier können Sie den Tagesrückblick bestellen >
Folgen Sie uns nach Facebook


Inserate
Top-News Ernährung und Landwirtschaft
Trinkwasser: Note Trinkwasser: Note "sehr gut" für deutsches Trinkwasser
Trinkwasser: Note
Bonn, 02.02.2012 (aid): In Deutschland hat das Trinkwasser eine sehr gute Qualität. Das hat ein aktueller Bericht des Bundesministeriums für Gesundheit und des Umweltbundesamts bestätigt.
Weiterlesen
Josef Ackermann bricht sein Versprechen: Keine Entscheidung über den Ausstieg aus der Spekulation mit Nahrungsmitteln Josef Ackermann bricht sein Versprechen: Keine Entscheidung über den Ausstieg aus der Spekulation mit Nahrungsmitteln
Josef Ackermann bricht sein Versprechen: Keine Entscheidung über den Ausstieg aus der Spekulation mit Nahrungsmitteln
Berlin, 31.01.2012: Entgegen ihrer Ankündigung entscheidet die Deutsche Bank nicht bis Ende Januar über den Ausstieg aus der Nahrungsmittel-Spekulation.
Weiterlesen
Legehennen: Kommission greift durchLegehennen: Kommission greift durch
Legehennen: Kommission greift durch
Die Europäische Kommission greift bei der mangelnden Umsetzung des Käfigverbots für Legehennen durch.
Weiterlesen
Trügerische Landidylle bei Teekanne & CoTrügerische Landidylle bei Teekanne & Co
Trügerische Landidylle bei Teekanne & Co
Berlin, 27.01.2012: Land-Bockwurst, Land-Gurken und Landlust-Tee: Immer mehr Produkte werden als "Land"-Lebensmittel beworben. Tatsächlich steckt dahinter in der Regel nur Standard-Industrieware aus billigen Zutaten und Aromastoffen.
Weiterlesen
Fischen ohne Grenzen: Ein Drittel der Weltmeere durch Fischerei geschädigtFischen ohne Grenzen: Ein Drittel der Weltmeere durch Fischerei geschädigt
Fischen ohne Grenzen: Ein Drittel der Weltmeere durch Fischerei geschädigt
Hamburg, 25.01.2012: Die Fangflotten der Weltfischerei breiten sich über den gesamten Globus aus und hinterlassen dabei Spuren. Seit 1950 haben sie ihren zerstörerischen Aktionsradius verzehnfacht: 100 Millionen Quadratkilometer werden so intensiv befischt, dass die Ökosysteme bereits stark geschädigt sind. Das entspricht einem Drittel der Oberfläche des gesamten Weltmeeres.
Weiterlesen
Demonstration „Wir haben es satt!“ – 23000 verlangen von Merkel Neuausrichtung der AgrarpolitikDemonstration „Wir haben es satt!“ – 23000 verlangen von Merkel Neuausrichtung der Agrarpolitik
Demonstration „Wir haben es satt!“ – 23000 verlangen von Merkel Neuausrichtung der Agrarpolitik
Berlin, 22.01.2012: 23000 Menschen haben heute in Berlin gegen Lebensmittelskandale, Gentechnik im Essen und Tierquälerei in Megaställen und für eine bäuerliche, ökologische und zukunftsfähige Landwirtschaft demonstriert.
Weiterlesen
Grüne Gentechnik und Grüne Woche: Regierung fördert mit 400 Millionen EuroGrüne Gentechnik und Grüne Woche: Regierung fördert mit 400 Millionen Euro
Grüne Gentechnik und Grüne Woche: Regierung fördert mit 400 Millionen Euro
Berlin, 21.01.2012: Zum Start der „Grünen Woche“ und der geplanten Großdemonstration unter dem Motto „Wir haben es satt!“ am Samstag in Berlin, kritisiert der WWF die Förderpolitik der Bundesregierung.
Weiterlesen
Gentechnik-Industrie will umstrittenen Gentechnik-Industrie will umstrittenen "Goldenen Reis" ohne ausreichende Prüfung der Risiken einführen
Gentechnik-Industrie will umstrittenen
Berlon, 19.01.2012: Das Vorzeigeprojekt der Gentechnik-Industrie, der umstrittene "Goldene Reis", soll nach mehr als zehn Jahren der Produktentwicklung 2013 auf den Markt kommen.
Weiterlesen
Sonntagsbraten für die MülltonneSonntagsbraten für die Mülltonne
Sonntagsbraten für die Mülltonne
Berlin, 18.01.2012: WWF-Expertin: „Als würden wir die Ernte eines Ackers von der Größe Mecklenburg-Vorpommerns einfach wegwerfen.“ Pro Person und Jahr landen in Deutschland rund 80 Kilogramm Nahrungsmittel auf dem Müll.
Weiterlesen
Landesregierung NRW startet Datenbank für Einsatz von Antibiotika in der Hähnchenmast – Kritik an Bundesministerin AignerLandesregierung NRW startet Datenbank für Einsatz von Antibiotika in der Hähnchenmast – Kritik an Bundesministerin Aigner
Landesregierung NRW startet Datenbank für Einsatz von Antibiotika in der Hähnchenmast – Kritik an Bundesministerin Aigner
Düsseldorf, 12.01.2012: Nordrhein-Westfalen zieht weitere Konsequenzen aus den Ergebnissen der Antibiotika-Studie. Als erstes Bundesland hat NRW heute die deutschlandweit erste Datenbank zum Einsatz von antimikrobiellen Substanzen in der Hähnchenmast gestartet.
Weiterlesen
Inserate
Inserate
Jobbörse