Umweltjournal.de | Ernaehrung und Landwirtschaft  | Artikel Nr.: 10657

Strom und Wärme aus Biogas lohnen sich auch für Ökobauern





Dessau, 28.06.2006: Biobauer Ebeling aus Püggen im Wendland baut jetzt nicht nur ökologisch Getreide und Kartoffeln an, er erzeugt auch umweltgerecht Strom und Wärme aus Biogas - mit dreifachem Nutzen: Er verringert den Ausstoß klimaschädlicher Gase, verbessert die Nährstoffbilanz seines Betriebes und wirtschaftlich lohnt es sich für ihn auch.


Möglich macht dies eine mit finanzieller und fachlicher Unterstützung des Bundesumweltministeriums (BMU) und des Umweltbundesamtes (UBA) errichtete so genannte Biogasanlage. Diese vergärt Kleegras und Maispflanzen zu einem Gas (Methan), das ein benachbartes Blockheizkraft in Strom und Wärme umwandelt. Zusätzlich liefert die Anlage dem Bauern Biodünger, denn die Gärrückstände sind wertvolle Nährstoffe für seine Felder. Das Projekt zeigt: Auch für kleine Ökolandbaubetriebe ist die Biogasnutzung mittlerweile wirtschaftlich attraktiv.

Bisher war die Rentabilität solcher Anlagen im Ökolandbau vor allem wegen der geringeren Zahl an Tieren pro Hektar und dem fehlenden Flüssigmist als klassischem Grundstoff für Biogasanlagen fraglich. Aber selbst mit wenig Gülle lässt sich profitabel Biogas erzeugen. Bauer Ebeling zum Beispiel vergärt zusammen mit der Gülle pflanzliche Rohstoffe: ökologisch angebauten Mais und Kleegras. So erzeugt er Biogas, das ein Blockheizkraftwerk anschließend verbrennt. Der dort erzeugte Strom gelangt vollständig in das Netz eines öffentlichen Versorgers. Die entstandene Wärme beheizt ganzjährig die Gärbehälter des Bauern und im Winter mittlerweile sieben Wohnhäuser im benachbarten Dorf. Weitere Häuser sollen folgen - insgesamt könnte die Anlage etwa zwölf bis dreizehn Wohnhäuser mit Wärme versorgen. Der Ökolandbetrieb und die Nachbarn sparen so 40 Tonnen Heizöl pro Jahr ein und vermeiden jährlich über 100 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid.

Ein weiteres Plus der Biogasanlage: Der im Kleegras und Mais enthaltene Stickstoff lässt sich effektiv nutzen. Als Teil der Gärrückstände kann der Bauer den Stickstoff als einfach verfügbaren, flüssigen Bio-Dünger auf die Felder bringen. Bislang pflügen Ökolandbetriebe das Kleegras in der Regel direkt unter. Sie führen dem Boden so natürlichen Stickstoffdünger zu, um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten - im Ökolandbau ist mineralischer Stickstoffdünger nicht erlaubt. Das Unterpflügen der Kleepflanzen führt jedoch zu Ammoniakemissionen sowie zum Ausstoß der Klimagase Methan und Lachgas. Mit dem flüssigen Dünger auf Basis fermentierten Kleegrases verringert sich dieser Ausstoß: Die Landwirte bringen den Dünger also klimaschonend und ohne Ertragsverluste auf die Felder.
Autor: Umweltbundesamt, Berlin
2958 Aufrufe
Stand: 28. Juni 2006
Erstellt: 28. Juni 2006

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