Umweltjournal.de | Ernaehrung und Landwirtschaft  | Artikel Nr.: 10263

Hühnerquälerbande Ringstorff, Wulff und Rüttgers





Bonn, 05.04.2006: Der Bundesrat wird sich am 7. April erneut mit der Legehennenhaltung beschäftigen. Auf Antrag der Landesregierungen Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen soll der Bundesrat das ab 1.1.2007 geltende Verbot der Käfighaltung von Legehennen aufkündigen. Die Bundesländer werden damit zu Erfüllungsgehilfen der Legehennenindustrie, stellt der Deutsche Tierschutzbund klar. Er startet heute seine Kampagne "Hühnerquälerbande".


"Stoppt die Hühnerquälerbande!" Mit dieser Schlagzeile unter den Fotos der drei Ministerpräsidenten Harald Ringstorff, Christian Wulff und Jürgen Rüttgers macht der Deutsche Tierschutzbund mobil. Er ruft die Bevölkerung zu Protesten auf. „Die Landespolitiker tragen persönlich die Verantwortung, wenn der Bundesrat auf deren Betreiben für die Fortführung der millionenfachen Tierqual votiert. Da hilft auch keine Begriffskosmetik. Kleingruppenhaltung ist nichts anders als Hühnerhaltung im Käfig“. Mit diesen Worten gab Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, den Startschuss für die Kampagne.

Den vorliegenden Informationen zufolge sieht ein Antrag, den die drei Länder gemeinsam einreichen vor, die Hühner zukünftig u. a. in Käfigen mit einer Grundfläche von 800cm² je Tier zu halten. Da in den Käfigen bis zu 60 Hennen leben sollen, beschönigen die Länder die Haltungsform mit dem Begriff „Kleingruppe“.

Neben den emotionalen Argumenten sprechen auch die wissenschaftlichen und rechtlichen Fakten eine klare Sprache: Die Kleingruppenhaltung ist der ausgestaltete Käfig. Der ist nicht tiergerecht. Das bestätigt eine Vielzahl an seriösen Wissenschaftlern. In dem vom Bundesrat offenbar favorisierten Käfigsystem ist kein verhaltensgerechtes Scharren oder Sandbaden möglich. Auch die geschützte Eiablage ist kaum möglich und ein Aufflattern ist in dem System völlig unmöglich. Damit verstößt dieses Haltungssystem eklatant gegen das Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 1999 und gegen das Staatsziel Tierschutz. Aber auch im wirtschaftlichen und arbeitspolitischen Sinn führt der Käfig in eine Sackgasse. Durch alternative, tiergerechte Haltungen können mehr Arbeitsplätze geschaffen werden als in jeder agrarindustriell geprägten Landwirtschaft.

"Ringstorff, Wulff und Rüttgers wollen den Hühnern nur einen Lebensraum in der Größe eines Aktendeckels zugestehen. Nicht nur, dass die Bundesländer damit einen Verfassungsbruch riskieren. Es ist schlicht und einfach tierquälerisch. Das Etikett „Hühnerquäler“ haftet an ihnen“, so Apel. „Die Kritik des Deutschen Tierschutzbundes richtet sich im Übrigen auch gegen die Schweinehaltungsverordnung, die am gleichen Tag beschlossen werden soll. Auch die darin vorgesehenen Haltungsvorschriften sind aus Tierschutzsicht ungenügend."
Autor: Deutscher Tierschutzbund e.V.
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Stand: 5. April 2006
Erstellt: 5. April 2006

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