Umweltjournal.de | Ernaehrung und Landwirtschaft  | Artikel Nr.: 992

Honig: Gesünder geht's kaum

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{b1l}Bonn, 13.02.2002: Honig hat eine Reihe natürlicher antibiotischer Eigenschaften, die auf die Wirkung der sogenannten Inhibine zurückzuführen sind. Mitarbeiter des Schweizerischen Zentrums für Bienenforschung Liebefeld fanden nun heraus, dass außer dem bekannten Wasserstoffperoxid auch noch andere antibakterielle Substanzen im Honig enthalten sind.

Diese sind im Gegensatz zu den Peroxidinhibinen weitgehend unempfindlich gegenüber Lagerung, Wärme und Licht. Die nicht-peroxiden Inhibine stammen sowohl von den Trachtpflanzen als auch von den Bienen selbst. Zu diesen Inhibinen zählen zum Beispiel Lysozym, Flavonoide und aromatische Säuren. Generell koennen sie in Säuren und Basen sowie in neutrale und flüchtige Stoffe unterteilt werden. Die Säurefraktion ist die wirksamste. Sie macht 45 Prozent der Gesamtaktivität aus. Im nächsten Schritt werden die Forscher versuchen, die neu entdeckten Substanzen genauer zu identifizieren. Seit langem ist in der Volksmedizin Honig zur Behandlung verschiedener Leiden, zum Beispiel von Halsentzündungen, bekannt. Die Heilwirkung von Honig ist unter anderem auch darauf zurückzuführen, dass Honig eine konzentrierte Zuckerlösung ist und mit seiner osmotischen Wirkung Krankheitserregern das lebenswichtige Wasser entziehen kann. Ausserdem hat Honig mit pH 3 - 4 einen niedrigen pH-Wert, bei dem sich Bakterien nicht vermehren koennen. Zusätzlich wirkt als wichtiges Inhibin Wasserstoffperoxid. Es bildet sich zusammen mit Gluconsäure bei der Oxidation von Wasser und Glucose. Bei seiner Entstehung ist ein Honigenzym aus der Futtersaftdrüse der Biene beteiligt. Licht und Wärme hemmen die Bildung von Wasserstoffperoxid.

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Die antibakterielle Wirksamkeit der verschiedenen Honige variiert stark. Am Schweizerischen Zentrum für Bienenforschung wurden elf Honigsorten auf diese Eigenschaft hin getestet. Als Test-Bakterium wurde Staphylococcus aureus verwendet. Am besten schnitt Rapshonig ab, gefolgt von Honigtau- und Löwenzahnhonig. Die Schlußlichter waren Eukalyptus- und Rhododendronhonig. Die Ergebnisse lassen vermuten, dass die nicht-peroxiden Inhibine teilweise von den Pflanzen geliefert werden. Um die gesamte antibiotische Wirkung möglichst lange zu erhalten, empfehlen die Forscher den Honig kühl und dunkel zu lagern und ihn möglichst rasch zu konsumieren. Der Abbau der Peroxide nimmt unter Lichteinfluß doppelt so schnell ab wie bei einer Lagerung im Dunkeln.
Autor: Auswertungs- und Informationsdienst Bonn e.V.
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Stand: 17. Februar 2002
Erstellt: 13. Februar 2002
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