Umweltjournal.de | Gesundheit und Kosmetik  | Artikel Nr.: 226

Menschenversessen und tiervergessen -Tiere haben keine Seele, Tiere sind Sachen





{b1l}Es gibt auch heute noch keine einzige römisch-katholische Autorität, die sich im katholischen Spanien gegen Stierkämpfe ausspricht. In Kanada unterstützen angloamerikanische und katholische Bischöfe die Jagd auf Seehunde und den unsäglich tierquälerischen Pelztierfang.
In England hat die christliche Staatskirche nichts gegen sogenannten Jagdsport auf kircheneigenem Land einzuwenden. In Deutschland waren es ausgerechnet die sich christlich nennenden Parteien, welche die Aufnahme des Tierschutzes in die Verfassung verhindert haben. Papst Pius IX. hat die Eröffnung eines Tierschutzheimes in Rom noch mit der Begründung boykottiert, Menschen hätten keinerlei Pflichten gegenüber Tieren. Der Mann hat offensichtlich die falsche Bibel oder die Bibel falsch gelesen. Es hätte ihm sonst zum Beispiel das Jesus-Wort vom guten Hirten und den Schafen auffallen können oder auch sein Hinweis: "Seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben."

{b2r}Die Schlüsselrechtfertigungen für die Ausbeutung der Tiere und die angeblich gerechtfertigte Gewalt gegenüber den Tieren stammen komplett aus der jüdischen-christlichen Tradition. Christliche Theologie ist groteskerweise ausschließlich anthropozentrisch, einseitig auf den Menschen ausgerichtet. Sie ist menschenversessen und tiervergessen. Das ist eine tragische Verzerrung dessen, was Buddha unter Mitgefühl oder Jesus von Nazareth unter Liebe verstanden hat:
"Betrachtet die Vögel des Himmels und die Lilien des Feldes..." oder "Was ihr den Geringsten meiner Geschwister tut, das tut ihr mir". Das Thema "Kirche und Tierschutz" werden künftige Historiker vielleicht einmal als ebenso schwarzes Kapitel darstellen wie "Kirche und Hexenverbrennungen" im Mittelalter. In der evangelischen Landeskirche Hessen gibt es eine Ausnahme von der kirchlichen Alltagspraxis. Die Aktion "Kirche und Tiere" hat unmissverständlich festgestellt: "Massentierhaltung ist Sünde." Sie betont das Lebensrecht der Tiere und setzt sich für eine strikte Gewaltvermeidung gegenüber Tieren ein. Tierquälerei und Massentierhaltung sind demnach Gotteslästerung.

Der Kampf um originäre Tierrechte wird aber bis zum heutigen Tag von den christlichen Kirchen eher behindert. Historisch liegt hier die Ursache des heutigen Menschen-Tier-Problems. Deshalb haben wir bis heute keine realitätsorientierte Tier-Ethik. Für die Rechte der Tiere einzutreten, setzt eine spirituelle Grundhaltung voraus. In der christlichen Tradition gibt es dafür aber bis heute kein Gespür. Den Reichtum des Lebendigen haben wir noch nicht einmal im Ansatz erkannt. Vielleicht hilft uns die BSE-Krise dazu.

Jetzt wo klar wird: alles, was wir Tieren antun, tun wir letztlich uns selbst an.

Die gemeinsame Erkenntnis aller Weisheitslehrer und Religionsstifter heißt:
"Wir können nur ernten, was wir säen."

Diese Einsicht wäre die Voraussetzung um den alltäglichen Wahnsinn der Massentierhaltung und der Massentierquälerei zu überwinden.

Aus der Magna Charta des Abendlandes:
"Der Mensch im Mittelpunkt" könnte sich die neue ethische Einsicht "Das Leben im Mittelpunkt" entwickeln.

"Die Würde des Menschen ist unantastbar", steht im Grundgesetz.

Und die Würde der Tiere?

Man muss einem Rind oder einem Pferd, einer Katze oder einem Hund nur einige Sekunden bewusst ins Gesicht und in die Augen schauen und man beginnt etwas von unserer Verwandtschaft mit den Tieren zu ahnen. Die Wirkung dieser "Meditation" ist kaum zu beschreiben. Das Tierische in uns selbst und das Seelische im Tier kann uns plötzlich bewusst werden.

HABEN TIERE EINE SEELE?
Das englische "Animal" (das Tier) kommt vom lateinischen "Anima" (die Seele). Diese Verwandtschaft von Mensch und Tier haben wir verdrängt. Hauptsächlich deshalb macht übertriebener und blinder Fleischgenuss aus jeder Gesellschaft ein Massenkrankenhaus. Was haben uns die Tiere angetan, dass wir Sie so behandeln wie wir sie behandeln? Unser real existierender Umgang mit Tieren ist legalisiertes Verbrechen.

Der Artikel 20 des Grundgesetzes schreibt den "Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen" fest. Er sollte als Konsequenz aus dem BSE-Skandal jetzt ergänzt werden durch eine Bestimmung wie:

"Tiere werden als Mitgeschöpfe geachtet. Sie werden vor nicht artgerechter Haltung, vermeidbaren Leiden und in ihren Lebensräumen geschützt."

Warum das? Auch deshalb: in England hat BSE bislang 79 Menschenleben gefordert. Die Universität Oxford schätzt, dass es in 40 Jahren bis zu 136.000 sein können.

Die Sendung dazu im Fernsehen:
Mit Genuß krank -
Was dürfen wir noch essen?

"GRENZENLOS" - Mittwoch, 20. Dezember 2000
in 3Sat um 20.15 Uhr

Videokasetten:
HABEN TIERE EINE SEELE?
UNSER KLÄGLICH BROT - Essen wir uns krank?
BIOFLEISCH STATT RINDERWAHN
Die Videokassetten können Sie bestellen bei www.focus-film.de

Literatur:
Franz Alt
"Der ökologische Jesus - Vertrauen in die Schöpfung"</a></p>{/html}
(Riemann-Verlag/Bertelsmann-Gruppe, 1999 DM 36.--)
Kapitel VII - "Jesus und die Tiere" - Seite 281

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Autor: Franz Alt
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Stand: 21. März 2003
Erstellt: 10. Dezember 2000

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