Umweltjournal.de | Gesundheit und Kosmetik  | Artikel Nr.: 17081

Vergiftung und Impotenz auf den europäischen Färöer-Inseln durch kontaminiertes Walfleisch





Färöer-Inseln/Deutschland, 01.09.2010: Auf den zum Reichsverband Dänemark gehörenden Färöer Inseln im Nordost-Atlantik kommen Tod und Zivilisationskrankheiten durch den Verzehr von kontaminiertem Walfleisch schleichend.

Die Meeresumweltschützer Jürgen Ortmüller vom „Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF)“ und Andreas Morlok vom „Projekt Walschutzaktionen (ProWal)“ recherchierten jetzt auf der Inselgruppe die Gesundheitsgefahren mit erschreckenden Ergebnissen.
Andreas Morlok (ProWal): „Durch natürliche Bedingungen gelangen vom Menschen erzeugte Gifte, wie PCB und Methyl-Quecksilber, über die Flüsse in die Meere. Am Ende der Nahrungskette stehen Wale, die diese Umweltgifte über die Nahrung aufnehmen. Diese toxischen Stoffe bauen die Meeressäuger nicht mehr ab, sondern reichern sie im Fleisch und Speck an. Wale werden von den Bewohnern der Färöer Inseln trotz der hohen Kontamination bejagt und verzehrt.“
Die beiden führenden Vertreter der Tierschutz-Organisationen führten jetzt ein Gespräch mit dem Kontaminationsforscher Pál Weihe vom „Department of Occupational Medicine and Public Health“ auf den Färöer Inseln (www.health.fo). Weihe werden für seine langjährige Forschung von der EU und Dänemark umfangreiche Forschungsmittel zur Verfügung gestellt.

Bei dem mehrstündigen Gespräch mit dem Wissenschaftler wurden Tatsachen aufgedeckt, die sprachlos machen. In einer alten blutigen Tradition schlachten die Färinger jedes Jahr Walschulen von Grindwalen mit jeweils rund 900 Meeressäugern ab, die sich in den Fjorden verirren und in den Buchten zusammengetrieben werden. Seit über 20 Jahren werden die Forschungsergebnisse durch die Untersuchungen der Färinger von Pál Weihe ausgewertet (http://www.chef-project.dk/PDF/Medical_Recom_Whale.pdf).

Walfleisch ist hundertmal höher belastet, als die meisten Fischarten und weist durchschnittlich 2 ppm Quecksilber und PCB auf (Fisch 0,02 ppm). Die Halbwertzeit für PCB im menschlichen Körper liegt bei rund 10 Jahren. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät vom Verzehr von Walprodukten ab.

Nach dem Konsum von Quecksilber verseuchtem Fisch aufgrund eines Chemieunfalls ereigneten sich in Japan vor Jahrzehnten tausende Todesfälle und viele körperbehinderte, entstellte Kinder waren bis heute die Folgen.

Die wissenschaftlichen Studien auf den Färöer Inseln ergaben jetzt, dass Kinder dort eine erhebliche Lernentwicklungsverzögerung sowie Störungen ihrer Motorik und des zentralen Nervensystems aufweisen. Kleinkinder nehmen die Gifte über die Muttermilch auf, die überhaupt die höchste toxische Belastung weltweit aufweist. Auf den Färöer Inseln leiden doppelt so viele Menschen an Parkinson, wie z.B. auf dem dänischen Festland. Das Fleisch von Walschulen geringeren Umfangs wird kostenlos an die Altersheime verteilt.
Kürzlich starben auf den Färöer-Inseln zwei Jugendliche angeblich an einem Mangel des körpereigenen Vitaminstoffs Carnitin. Die Meeresumweltschützer vermuten jedoch einen kausalen Zusammenhang zum Verzehr des kontaminierten Walfleischs und warnten die Färöer Bewohner vor diesen vergifteten Naturprodukten. Die große Färöer Zeitung "Sosialurin" veröffentlichte den Appell von WDSF und ProWal anlässlich ihres Besuchs auf der Inselgruppe. Allerdings schlachteten die Färinger auch danach weitere Wale ab.

Das Walfleisch müsste nach EU-Kriterien als Sondermüll entsorgt werden. Auf den nicht zur EU gehörenden Färöer Inseln gilt es heute immer noch als Delikatesse. Ein Regierungsverbot des Walfleischverzehrs gibt es auf der autonomen Inselgruppe nicht. Empfehlungen sehen lediglich vor, dass die Einwohner nur ein- bis zweimal pro Monat und Frauen, die beabsichtigen schwanger zu werden, gar kein Walfleisch essen sollten.

Die Meeresumweltschützer befragten Einwohner und Kinder auf den Färöer Inseln. Dabei stellten sie fest, dass der Verzehr von Walprodukten mehrfach monatlich erfolgt. Die Walportionen werden eingefroren oder durch Pökelung haltbar gemacht. Pro Jahr werden durch rund 900 Walfänge ca. 450.000 Kilogramm Walfleisch und -speck erbeutet. Das bedeutet bei insgesamt 48.000 Einwohnern, dass bei einem Zweidrittel-Konsum von 32.000 Einwohnern jeder pro Jahr 14 Kilogramm kostenlos erhält und verzehrt.

Pál Weihe konnte weiterhin bestätigen, dass die Samenqualität durch Methyl-Quecksilber und PCB stark beeinträchtigt wird. Aber auch diese drohende Gefahr weisen die Färinger Männer weit von sich. Die Fischer versicherten den beiden deutschen Besuchern, dass ihrer Meinung nach Walfleisch potent mache – möglicherweise ein großer und folgenschwerer Irrtum.

Weitere Infos:
http://www.chef-project.dk
http://www.wdsf.eu/faeroeer
http://www.walschutzaktionen.de/226301/home.html
Autor: Wal- und Delfinschutz-Forum WDSF
2029 Aufrufe
Stand: 1. September 2010
Erstellt: 1. September 2010

Weitere Meldungen zum Thema "Walfleisch":

Achtung: Umweltjournal.de übernimmt keine Haftung für veröffentlichtes Textmaterial der Autoren. Die Artikel unterliegen dem Urheberrecht der Autoren und sind nur nach ausdrücklicher Genehmigung frei zum weiterverarbeiten!

Webmaster: André Sepeur
© 1999 - by André Sepeur Medienberatung
plan-verde.de



Social Bookmarks
Newsletter bestellen
Seien Sie immer bestens informiert! Hier können Sie den Tagesrückblick bestellen >
Folgen Sie uns nach Facebook


Inserate
Top-News Gesundheit und Kosmetik
Aminosäuren in der Orthomolekularen MedizinAminosäuren in der Orthomolekularen Medizin
Aminosäuren in der Orthomolekularen Medizin
Marktheidenfeld, 30.12.2011: Zu den Mikronährstoffen gehören neben den Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Fettsäuren auch die Aminosäuren. Aminosäuren sind nicht nur Proteinbausteine, sondern haben darüber hinaus verschiedene weitere Funktionen, z.B. sind sie Ausgangssubstanz für die Bildung wichtiger Stoffwechselprodukte wie Glutathion, Kreatin, Carnitin, Kollagene etc.
Weiterlesen
ÖKO-TEST Zink plus Vitamin C: Falsche ErwartungenÖKO-TEST Zink plus Vitamin C: Falsche Erwartungen
ÖKO-TEST Zink plus Vitamin C: Falsche Erwartungen
Frankfurt a. M., 28.11.2011: Zink wird oft als Wirkstoff gegen Erkältungen angepriesen. ÖKO-TEST macht nun darauf aufmerksam, dass der Nutzen von Zinkpräparaten jedoch keinesfalls belegt ist. Das Frankfurter Verbrauchermagazin hat 25 Nahrungsergänzungsmittel mit Zink und Vitamin C genau unter die Lupe genommen.
Weiterlesen
Süßholzpflanze wird Arzneipflanze des Jahres 2012Süßholzpflanze wird Arzneipflanze des Jahres 2012
Süßholzpflanze wird Arzneipflanze des Jahres 2012
Frankfurt, 23.11.2011: Die Süßholzpflanze wird die Arzneipflanze des Jahres 2012. Das wurde heute in Frankfurt bekannt gegeben. Die Auswahl der Arzneipflanze des Jahres soll die Bedeutung der Arzneipflanzen für den Menschen betonen sowie auf die Gefahren einer Übernutzung aufmerksam machen.
Weiterlesen
Männergesundheit – war da etwas, Herr Bahr?Männergesundheit – war da etwas, Herr Bahr?
Männergesundheit – war da etwas, Herr Bahr?
Hamburg, 03.11.2011: Zum Weltmännertag am 3. November kritisiert der Verein MANNdat e.V. in einem Schreiben an den Bundesgesundheitsminister zum wiederholten Mal die Vernachlässigung von Männergesundheit in der Gesundheitspolitik.
Weiterlesen
Weltdiabetestag 2011: Diabetes verstehen, aktiv werden und handelnWeltdiabetestag 2011: Diabetes verstehen, aktiv werden und handeln
Weltdiabetestag 2011: Diabetes verstehen, aktiv werden und handeln
Bonn, 02.11.2011 (aid): Am 14. November ist Weltdiabetestag. In diesem Jahr stehen die Aktionen unter dem Motto "Handeln Sie jetzt!". Ziel ist, dass Betroffene und Risikogruppen die Erkrankung besser verstehen und aktiv werden.
Weiterlesen
Versorgungsstrukturgesetz: zusätzliche Kosten statt VerbesserungenVersorgungsstrukturgesetz: zusätzliche Kosten statt Verbesserungen
Versorgungsstrukturgesetz: zusätzliche Kosten statt Verbesserungen
Berlin, 19.10.2011: Die Bundesregierung wird ihr Ziel verfehlen, die medizinische Versorgung auf dem Land zu verbessern. Das prophezeit der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) im Vorfeld der Anhörung zum Versorgungsstrukturgesetz.
Weiterlesen
Welttag der geistigen Gesundheit: "Unvergleichliche" Suizidrate bei Guarani-IndianernWelttag der geistigen Gesundheit: "Unvergleichliche" Suizidrate bei Guarani-Indianern
Welttag der geistigen Gesundheit: "Unvergleichliche" Suizidrate bei Guarani-Indianern
Berlin / London, 08.03.2011: Am Welttag der geistigen Gesundheit (10. Oktober) warnt Survival International vor den ernsthaften und dauerhaften Folgen von Landverlust für indigene Völker.
Weiterlesen
ÖKO-TEST Mousepads: Giftmatten unterm HandgelenkÖKO-TEST Mousepads: Giftmatten unterm Handgelenk
ÖKO-TEST Mousepads: Giftmatten unterm Handgelenk
Frankfurt a. M., 02.10.2011: Manche Mousepads sind schlichtweg Sondermüll. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung von ÖKO-TEST. Das Frankfurter Verbrauchermagazin hat 18 Produkte genau durchchecken lassen und dabei eine Vielzahl von Schadstoffen entdeckt.
Weiterlesen
EU-Bericht über Alternativen zu Tierversuchen im Bereich KosmetikEU-Bericht über Alternativen zu Tierversuchen im Bereich Kosmetik
EU-Bericht über Alternativen zu Tierversuchen im Bereich Kosmetik
Hamburg / Brüssel 17.09.2011: Die Europäische Kommission hat ihren neunten Bericht zur Entwicklung, Validierung und rechtlichen Akzeptanz von alternativen Methoden zu Tierversuchen im Bereich Kosmetika veröffentlicht.
Weiterlesen
Die älteste Frau der Welt: Indigene Brasilianerin wird 121Die älteste Frau der Welt: Indigene Brasilianerin wird 121
Die älteste Frau der Welt: Indigene Brasilianerin wird 121
Berlin / London, 31.08.2011: Die wahrscheinlich älteste lebende Person der Welt ist eine brasilianische Indigene vom Kaxinawá-Volk, teilte heute Survival International mit. Die Frau bereitet sich zurzeit auf ihren 121. Geburtstag vor.
Weiterlesen
Inserate
Inserate
Jobbörse