Umweltjournal.de
|
Gesundheit und Kosmetik
|

Artikel Nr.: 16803
Wollen Sie auf ihre Magenspiegelung warten?
Ulm, 03.05.2010: Magenbeschwerden sind oft harmlos. Manchmal sind sie aber auch gefährlich, denn sie können Zeichen für Geschwüre oder gar für Krebs sein. Die Magenspiegelung ist unverzichtbar zur abklärenden Diagnose von schwerwiegenden Erkrankungen. Sie darf nicht aus Kostengründen vorenthalten werden."Sparen am falschen Ende, führt zwangsläufig zu Engpässen", erklärt Dr. Franz Josef Heil vom Berufsverband der Niedergelassenen Gastroenterologen (bng). "Ein niedergelassener Gastroenterologe macht im Durchschnitt etwa 800 Magenspiegelungen pro Jahr. Seit der letzten Vergütungsreform für kassenärztliche Leistungen bekommen die Fachärzte aber nur rund 480 dieser Untersuchungen von den Krankenkassen bezahlt."
Vor diesem Hintergrund hat der Berufsverband eine Informationskampagne in den Praxen gestartet. Die Magenspiegelung, in deren Rahmen neben dem Magen auch die Speiseröhre und der Zwölffingerdarm auf akute oder chronische, möglicherweise bösartige Veränderungen der Schleimhäute untersucht werden, ist eine technisch aufwändige Methode, die hohen Qualitäts- und Hygienestandards gerecht werden muss. "Wir können und wollen den Patienten diese mitunter lebenswichtige Untersuchung nicht vorenthalten", betont Dr. Heil. "Aber wir sind gezwungen, wirtschaftlich zu arbeiten. Kein Unternehmer kann es sich leisten, Kosten zu produzieren, die nicht gedeckt sind. Unter den gegebenen Umständen bleibt uns nichts anderes übrig, als dringende und notfallmäßige Untersuchungen vorzuziehen und alle anderen Untersuchungen zeitlich so zu strecken, wie es die Honorarsituation erfordert."
Wartezeiten sind unerträglich für die Patienten und müssten aus Sicht der niedergelassenen Gastroenterologen nicht sein. "Wir fordern deshalb eine bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung und erwarten von den Krankenkassen, dass sie ihren Versicherten diese Leistung zeitnah ermöglichen. Der unterschwellige Verdacht, Gastroenterologen würden Magenspiegelungen wie am Fließband durchführen, um Kasse zu machen, ist absurd", betont Dr. Heil. "Kein Mensch wird sich freiwillig einer solchen Untersuchung unterziehen, wenn es nicht sein muss. Wenn es aber sein muss, ist die Magenspiegelung eine segensreiche Methode, um der Entstehung schwerwiegender Erkrankungen effektiv entgegen zu treten!"
Autor: Dr. Holger Böhm - skriptstudio.de
2112 Aufrufe
Stand: 3. Mai 2010
Erstellt: 3. Mai 2010
Weitere Meldungen zum Thema "Magenspiegelung":