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Umweltjournal.de | Gesundheit und Kosmetik  | Artikel Nr.: 15790

Gesundheitsschäden durch giftiges Walfleisch

Madeira/München, 25.06.2009: Auf der Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Madeira standen heute die Walfangländer in der Kritik, die Konsumenten von Walprodukten erheblichen Gesundheitsrisiken auszusetzen. So wurden die dänischen Färöer-Inseln zur Rede gestellt, wo trotz Warnung der eigenen Gesundheitsbehörden in diesem Jahr bereits zwei Grindwal-Jagden stattfanden.


Die Artenschutzorganisationen Pro Wildlife und OceanCare begrüßen dies als Teilerfolg, um die Nachfrage nach Walfleisch und damit die Jagd auf die Meeressäuger zu verringern. Japan leugnete heute jegliche Belastung von japanischem Walfleisch – den eigenen wissenschaftlichen Ergebnissen zum Trotz.

Konferenz ohne Beschlüsse

„Das einzige, was die IWC bisher beschlossen hat, ist, so gut wie keine Beschlüsse zu fassen“, berichtet Dr. Sandra Altherr, die für Pro Wildlife an der Konferenz teilnimmt. Nur bei unstrittigen Themen sollte, ganz dem Wunsch Japans entsprechend, diskutiert werden. „Das ist schon ein einmaliger Vorgang, der zeigt, wie sehr Japan die IWC am Gängelband führt“, so Altherr.

Walfangländern gehen die Argumente aus

Umso erfreuter zeigten sich die Walschützer, dass die Gesundheitsrisiken für Walfleischkonsumenten, die wissenschaftlich eindeutig bewiesen sind, einen so großen Raum in den diesjährigen Diskussionen einnahmen: „Auf der Walfangtagung ernteten die Walfangländer heute Kritik dafür, dass Konsumenten durch belastetes Walfleisch regelrecht vergiftet werden“, berichtet Sigrid Lüber, Präsidentin der Schweizer Organisation OceanCare von der Konferenz. Und Altherr ergänzt: „Japan behauptete heute wörtlich, das Fleisch aus dem Wissenschaftswalfang sei unbelastet – doch die eigenen Wissenschaftler überführen sie der Lüge.“ Aus Sicht der beiden Verbände ist es auch ein wichtiger Schritt, dass einige Länder eine stärkere Kooperation mit der Weltgesundheitsorganisation WHO gefordert hatten.

Weckruf für Walfleischkonsumenten

Pro Wildlife und OceanCare hatten zum Auftakt der Tagung mit ihrem Bericht „Toxic Menu“ einen Überblick gegeben, wie hoch die Giftstoffwerte im Fleisch von Walen und Delfinen weltweit sind und wie wenig die Regierungen in den Walfangländern tun, um die Konsumenten zu schützen. „Unser Bericht hat einige Länder aufgerüttelt, dieses wichtige Thema hier anzusprechen. Für die Walfangländer wird es immer schwieriger, dieses Problem zu ignorieren“, betont Lüber. „Auch wenn die IWC aus Rücksichtnahme auf Verhandlungen um ein umstrittenes Kompromisspaket in diesem Jahr keine formellen Resolutionen beschließen will, ist die heutige Kritik an dem mangelnden Verbraucherschutz in den Walfangländern ein wichtiges Ergebnis der diesjährigen IWC-Tagung.“ Dies ist eine Basis, um in anderen Foren wie der WHO und bei den Verbraucherschutzverbänden in den Walfangländern anknüpfen zu können. „Unser Ziel ist es, die Nachfrage nach Walfleisch zu reduzieren. Nur so können wir die Jagd auf Wale und Delfine bekämpfen“, so das Credo von Pro Wildlife und OceanCare. „Die heutigen Verhandlungen sind hierbei ein wichtiger Etappenerfolg“, sagt Altherr.

Autor: Prowildlife

Weiterführende Informationen:


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Stand: 25. Juni 2009
Erstellt: 25. Juni 2009