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Artikel Nr.: 15234
Stich ohne Schrecken
München, 29.01.2009: Es kann mit einem harmlosen Wespenstich beginnen: Innerhalb kürzester Zeit kommt es zu einem dramatischen Abfall des Blutdrucks, Herzrasen, asthmaartiger Luftnot und schließlich zum lebensbedrohlichen Versagen des Herz-Kreislauf-Systems. Der anaphylaktische Schock ist die extremste Form einer akuten allergischen Reaktion. Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim, der Universitäten Frankfurt und Heidelberg sowie des Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) haben nun mithilfe eines genetischen Mausmodells die Schlüsselmoleküle identifiziert, die für die fatalen Folgen eines anaphylaktischen Schocks verantwortlich sind. (Journal of Experimental Medicine, Online-Vorabveröffentlichung, 26. Januar 2009, doi:10.1084/jem.20082150)
Seit Jahren ist eine Zunahme von Allergien zu beobachten. In ähnlichem Maße gilt dies auch für die besonders schwere Form, den anaphylaktischen Schock. Zwischen einem und fünfzehn Prozent der Bevölkerung kann es im Laufe des Lebens treffen, Tendenz steigend.
Auslöser sind oftmals Nahrungsmittel,
Antibiotika sind Stoffwechselprodukte von Mikroorganismen, die Bakterien bekämpfen. Ihre Eigenschaften können bakteriostatisch (hemmung der Vermehrung), bakterizid (Tötung)oder bakteriolytisch (Tötung udn Auflösung)sein.
Antibiotika oder ein Wespenstich, die eine extreme Überreaktion auslösen. Der Körper erkennt diese Allergene zunächst mittels Immunglobulinen (IgE), die an IgE-Rezeptoren auf Mastzellen und Basophilen binden. Dabei handelt es sich in beiden Fällen um weiße Blutkörperchen (Leukozyten). Anschließend setzen diese Zellen eine Reihe sogenannter Vermittler (Mediatoren) frei, wie Histamin und den Plättchen-Aktivierungsfaktor PAF. Diese Botenstoffe übermitteln das Signal dann an betroffene Organe wie Lunge, Herz und Blutgefäße.
Für Stefan Offermanns, Direktor am Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung, besitzt die fehlgeleitete Reaktion der inneren Blutgefäßwand, des Endothels, eine zentrale Bedeutung: "Normalerweise kontrolliert das Endothel den Transport von Stoffen über die Gefäßwand hinweg und baut eine enge Barriere auf. Diese bricht beim anaphylaktischen Schock vollständig zusammen. Zudem werden die Endothelzellen aktiviert. Die Folge ist unter anderem ein massiver
Als A. werden bewegliche Gegenstände bezeichnet, deren sich der Besitzer entledigt, entledigen will oder entledigen muss.
Abfall des Blutdrucks." Die meisten der Mediatoren aktivieren G-Protein-gekoppelte Rezeptoren, über welche dann die Signalübertragung läuft. Offermanns und seinen Mitarbeitern ist es nun im Tiermodell gelungen, durch das Ausschalten von nur zwei G-Proteinen die schwersten Reaktionen beim anaphylaktischen Schock zu verhindern.
Bild: © jeger, PIXELIO
Autor: Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.
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Stand: 29. Jänner 2009
Erstellt: 29. Jänner 2009
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