Umweltjournal.de | Gesundheit und Kosmetik  | Artikel Nr.: 14784

Krill-, Robben- und Fischöle als Quelle für Omega-3-Fettsäuren ökologisch bedenklich





Wädenswil, 14.10.2008: Schenkt man Werbestrategen und Medienberichten Glauben, so handelt es sich bei Krill-, Robben- und Fischöl um eine Art Wundermittel gegen alle möglichen Leiden wie Entzündungen, Herzleiden, Bluthochdruck, Diabetes oder chronische Schmerzen. Grund: Die Öle sind reich an den mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA), die mit der Nahrung zugeführt werde müssen.


Sie sind wichtiger Bestandteil der Zellwände und vor allem auch des Gehirns. "Doch wenn man die Sache eingehend studiert“, sagt Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare, dem Verein zum Schutz der Meeressäuger und ihrer Umwelt, „so zeigt sich, dass man auf Krill-, Robben oder auch Fischöl getrost verzichten kann und aus ökologischen Gründen auch sollte.“

Das Erste, was jede/r unbedingt in Betracht ziehen sollte, wäre, den Lebensstil und vor allem die Ernährungsweise entsprechend umzustellen. So zeigen Studien, dass es nicht in erster Linie die mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren sind, sondern vielmehr die gesündere Ernährung als Ganzes, die die positiven Gesundheitseffekte bewirken und der „moderne Mensch“ derart viel Fast Food und frittierte bzw. hoch verarbeitete Produkte und so wenig frisches Obst und Gemüse konsumiert, dass das Verhältnis von Omega-3-Fettsäuren (die tendenziell entzündungshemmend wirken sollen) und Omega-6-Fettsäuren (die tendenziell entzündungsfördernd wirken sollen) in der heutigen Ernährung bei 1:25 bis 1:50 liegt, was meilenweit entfernt ist von dem Verhältnis von 1:1 bis 1:2, an das wir genetisch angepasst sind. „Sprich, eine Ernährungsumstellung ist vor diesem Hintergrund ohnehin angeraten, auch wenn man Omega-3-Öle als Nahrungsergänzung verwendet“, so Sigrid Lüber.

Wer nicht bereit oder – zum Beispiel krankheitsbedingt – gerade nicht imstande ist, seine (Ess-)Gewohnheiten zu ändern, kann ausserdem problemlos auf Algenöle zurückgreifen. „Algenöl ist eine geeignete Alternative zu Krill-, Robben- Fischöl“, sagt etwa auch Artemis Simopoulos, renommierter Omega-3-Forscher und Präsident der International Society of Nutrigenetics/Nutrigenomics (ISNN). Algen sind wohlgemerkt die eigentliche Quelle für DHA und EPA – entsprechend beziehen auch Fische und Krill diese Omega-3-Fettsäuren aus Algen.

Und die aus Algen gewonnenen Öle stehen, was den Gehalt an DHA und EPA angeht, tierischen Ölen und auch fetten Fischen in nichts nach. Auch zeichnen sich Algenöle dadurch aus, dass sie völlig schadstofffrei und von manchen Anbietern auch sehr schonend hergestellt werden – ein Aspekt, der bei den sehr empfindlichen mehrfach ungesättigten Fettsäuren von grosser Bedeutung ist. Im Vergleich zu Krillöl, das stark beworben wird, ist Algenöl ausserdem sehr viel preisgünstiger. Und nicht zuletzt ist der Konsum von Algenölen – anders als der Verzehr von Krill-, Robben- und Fischölen – ökologisch völlig unbedenklich, denn er lässt die Weltmeere und deren Bewohner unberührt.

„Ein Aspekt von enormer Wichtigkeit“, so Sigrid Lüber, „trägt der Verzehr von tierischen Ölen doch seinen Teil dazu bei, dass die Plünderung der Ozeane für die Zwecke des Menschen ungehindert voranschreitet und dass die Ausbeutung manchem sogar selbstverständlich und notwendig erscheinen mag. Hier ist eine Bewusstseinsänderung – hin zu einem nachhaltigen Umgang mit dem Meer und seinen Geschöpfen – dringend vonnöten.“ Denn nicht nur sterben Fische und Robben und letztlich auch Krill oft einen qualvollen Tod, indem sie langsam ersticken oder ausbluten oder mit Keulen und Hacken erschlagen werden, auch stehen die Weltmeere und deren Bewohner kurz vor dem Kollaps. Wenn es so weitergeht, werden alle Bestände bis 2048 kollabiert sein. Mit der Konsequenz, dass auch Meeressäugern wie Walen, Delphinen und Robben zunehmend die Nahrungsgrundlage entzogen wird.

Algenöle oder positive Änderung des Lebensstils sind vollkommen ausreichend


Für weitere Informationen:
Sigrid Lüber
Präsidentin OceanCare
Oberdorfstrasse 16
CH-8820 Wädenswil
Telefon +41-44-780 66 88
Fax +41-44-780 68 08
Mobil +41-79-475 26 87
Email slueber@oceancare.org


Über OceanCare:
OceanCare setzt sich seit 1989 für den Schutz der Meeressäuger und der Ozeane ein. Jagd, Lärm, Überfischung und Zerstörung der Ökosysteme bedrohen die Zukunft der Tiere – und auch unsere. Mit konstruktiven Massnahmen wie Forschungsprojekten und Umweltbildungskampagnen sowie dem Engagement im Bereich der Gesetzgebung und in internationalen Foren verschafft sich OceanCare weit über die Landesgrenzen Gehör und setzt Verbesserungen durch. Bei all ihren Aktivitäten strebt OceanCare eine lösungsorientierte Zusammenarbeit an. Denn: Was uns alle angeht, können wir nur gemeinsam lösen.
Autor: OceanCare
3570 Aufrufe
Stand: 15. Oktober 2008
Erstellt: 14. Oktober 2008

Weiterführende Informationen:

Weitere Meldungen zum Thema "Fische, Algen, Medikamente":

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