Inserate
Top-News Gesundheit und Kosmetik
Vergiftung und Impotenz auf den europäischen Färöer-Inseln durch kontaminiertes Walfleisch
Patientenquittung würde Behandlungskosten transparent machen
Monopol des Hausärzteverbandes brechen
Rückrufaktion von Gerli – Reaktion auf katastrophale Testergebnisse
ÖKO-TEST Spezial Gesundheit & Fitness – Wellness
Wenn Pflege zu Hause eskaliert: Freiheitsberaubung oder "smarte" Fürsorge?
Kaum sanfte Medizin auf Rezept
Gesundheitsrisiko Luftmatratzen
Ratgeber Psychotherapie - seriöse Angebote erkennen
ÖKO-TEST Kompakt Kosmetik & Mode – Naturkosmetik
Was das Handy nicht kann, kann der Fisch schon lange!
Warum Nichtrauchen so einfach sein kann!
Wollen Sie auf ihre Magenspiegelung warten?
Hohe Ansprüche an die „zweite Haut“
Männer immer noch Vorsorgemuffel
Cremen, pudern, peelen: „grüner Weg“ für eine umweltschonende Kosmetik?
Gesundheitspolitik: Raus aus den ideologischen Schützengräben
Diabetes bei Heimtieren
Hormone aus der Dose: Bier-, Softdrink- und Energydrink-Dosen enthalten Bisphenol A
Ein H für Haiti – eine Aktion der Welthungerhilfe
Inserate
Umweltjournal.de | Gesundheit und Kosmetik  | Artikel Nr.: 13987

Leberversagen durch Paracetamol?

Essen, 09.04.2008: Die Überdosierung des rezeptfreien Medikamentes Paracetamol ist oft die Ursache für ein akutes Versagen der Leber- Tendenz steigend. Besonders oft betroffen sind übergewichtige Frauen. Das ist nur eines von mehreren überraschenden Ergebnissen der "Acute Liver Failure Study Group", die Aufkommen und Ursache des akuten Leberversagens in Deutschland erforscht.


Bisher galt die Hepatitis als häufigste Ursache für das akute Versagen der Leber. "Die Fälle von akutem Leberversagen verursacht durch Medikamente, nehmen im Klinikalltag zu. Besonders oft ist das gängige Medikament Paracetamol, aber auch Marcumar, dafür der Auslöser", erläutert PD Dr. Ali Canbay, Leiter der Forschergruppe am Zentrum für Viszeralmedizin am Universitätsklinikum Essen. Die kritiklose Einnahme von Medikamenten wie Paracetamol hält Canbay deshalb für sehr gefährlich:

"Paracetamol sollte rezeptpflichtig werden. Vor Einnahme dieses Medikamentes sollte die Leber im Ultraschall von einem Mediziner begutachtet werden", fordert der Wissenschaftler. Denn die Studie zeigt, dass gerade Übergewichtete mit einer so genannten Fettleber überdurchschnittlich oft unter den Betroffenen sind. Durch den erhöhten Fettanteil in der Leber, ist das Organ nicht in der Lage, eine Überdosierung von toxischen Medikamenten wie Paracetamol abzubauen. Die Folge: Leberzellen sterben, die Leber fällt zusammen. Die Betroffenen sind Bewusstseinsgetrübt, fallen ins Koma, entwickeln einen Ikterus (gelbliche Hautverfärbung) und haben Spontanblutungen.

Der Krankheitsverlauf ist dramatisch und endet, wenn nicht transplantiert werden kann, in 80 Prozent der Fälle mit dem Tod. Bis zu 500 Patienten sterben - Tendenz steigend - deutschlandweit an der schlecht therapierbaren Erkrankung. "Wir planen daher eine multizentristische Studie durchzuführen. Neben den Ursachen sollen auch Krankheitsverlauf und Therapie weiter erforscht werden" so Prof. Guido Gerken, Leiter des Viszeralzentrums am UK Essen.

Den Essener Forschern ist es gelungen, zumindest eine bessere Charakterisierung des Krankheitsverlaufs zu ermöglichen. So haben sie herausgefunden, dass eine erweiterte medizinische Anamnese und der Body-Maß-Index (BMI) helfen, das Risiko besser abschätzen. Weitere wichtige Faktoren seien die Entwicklung neuer Laborparameter, durch die sich der Grad der Gewebsnekrose und der Apoptose (Zelltod) bestimmen lassen.

Immerhin zeichnen sich auch bei der Behandlung Fortschritte am Horizont ab. So erforschen die Essener Wissenschaftler derzeit zusammen mit dem pharmazeutischen Unternehmen Cytonet den Einsatz körperfremder (allogenen) adulter Hepatocyten in der Therapie.


Bild: www.pixelio.de, Klicker

Autor: Universitätsklinikum Essen

Weiterführende Informationen:


Die letzten 10 Meldungen zum Thema "Medikamente":
Heilkräfte aus RegenwäldernHeilkräfte aus Regenwäldern
Völklingen, 11.02.2010: Neu erforschte und erstaunliche Therapiemöglichkeiten mit pflanzlichen und tierischen Substanzen aus den Regenwäldern. Der Regenwald ist die größte Naturapotheke der Welt. Bis heute wurde nur ein kleiner Teil der dortigen Pflanzen wissenschaftlich auf ihren möglichen Einsatz als Heilmittel untersucht, u.a. für Herz-Kreislaufmedikamente sowie gegen Krebs.
Zusammenhang zwischen Adipositas und Diabetes entdecktZusammenhang zwischen Adipositas und Diabetes entdeckt
Berlin, 23.07.2009: In einer Studie der australischen Monash University wurde ein entscheidender Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit und der Entstehung von Typ-2-Diabetes nachgewiesen. Die Entdeckung könnte zur Entwicklung eines Medikaments zur Vorbeugung dieser Erkrankung führen. Bis jetzt vermuteten Wissenschaftler nur, dass ein Zusammenhang zwischen Adipositas und Typ-2-Diabetes besteht.
Stress im Job - Doping als Ausweg?Stress im Job - Doping als Ausweg?
Frankfurt, 18.07.2009: Sie wurden entwickelt, um schwere Krankheiten wie Demenz oder Depressionen zu lindern, doch werden Medikamente wie Piracetam oder Fluoxetin auch von Gesunden eingenommen, um im Job mehr Leistung bringen zu können. Dies zeigt der DAK-Gesundheitsreport 2009. Was im Leistungssport verboten ist, scheint jetzt in der Arbeitswelt angekommen zu sein:
Sanft statt radikal zu  Autoimmunkrankheiten Sanft statt radikal zu Autoimmunkrankheiten
Konstanz, 19.06.2009: Bisher werden Autoimmunkrankheiten mit Medikamenten behandelt, die das gesamte Immunsystem blockieren und so den Körper extrem anfällig machen für Infektionen aller Art. Ein Konstanzer Forscherteam um den Immunologen Prof. Marcus Groettrup hat jetzt eine Behandlungsmethode entwickelt, die das ...
Leberschaden: Warnung vor HydroxycutLeberschaden: Warnung vor Hydroxycut
Berlin, 10.06.2009: Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) weist darauf hin, dass die Einnahme des Nahrungsergänzungsmittels Hydroxycut schwere Leberschädigungen verursachen kann. Wie einer Veröffentlichung Finnlands zu entnehmen ist, wird das Erzeugnis unter den Markennamen "Iovate" und "Muscle Tech" ...
Mutterboden, Dämmstoffe und Medikamente aus HolzMutterboden, Dämmstoffe und Medikamente aus Holz
Frankfurt, 04.06.2009: Bisher bleibt das Potenzial von Holz als nachwachsendem Rohstoff größtenteils ungenutzt: So landet die Grundsubstanz Lignin, die ein Drittel des Holzes ausmacht, zu 95 Prozent in den Öfen der Zellstofffabriken. Doch Lignin kann mehr sein als Brennstoff, zum Beispiel ein hochwertiger Humusersatzstoff.
Brokkoli versus HelicobacterBrokkoli versus Helicobacter
Bonn, 07.05.2009: Jeder dritte Europäer, weltweit sogar jeder zweite Mensch, lebt mit dem Bakterium Helicobacter pylori. Es siedelt sich im Magen an und verursacht dort viele Beschwerden. Magenschleimhautentzündungen, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre und sogar Magenkrebs können auf H. pylori zurückzuführen sein. Neben einer komplexen Therapie mit zwei verschiedenen Antibiotika und Medikamenten zur Reduzierung der Magensäure ...
Medikamente müssen bezahlbar sein!Medikamente müssen bezahlbar sein!
Hannover, 08.04.2009: Die Entwicklung neuer Impfstoffe und Arzneimittel wird weltweit zu über 40 Prozent mit öffentlichen Geldern finanziert. Der breite Zugang zu Medikamenten sollte damit gesichert sein. Doch das ist nicht immer der Fall. Patente führen häufig zu hohen Preisen, sodass Entwicklungsländer sich einige Medikamente nicht leisten können. Neue Lizenzmodelle zwischen öffentlich finanzierten ...
Bakterien als SchmerzkillerBakterien als Schmerzkiller
Berlin, 08.04.2009: Forscher der Charité - Universitätsmedizin Berlin haben jetzt erstmals nachgewiesen, dass bestimmte Bestandteile von Bakterien im entzündeten Gewebe schmerzlindernd wirken. Bislang war man davon ausgegangen, dass bakterielle Entzündungen generell Schmerz verstärken. Die Forscher um Prof. Christoph Stein und Privatdozent Dr. Alexander Brack von der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin ...
Antibiotika aus TabakAntibiotika aus Tabak
München, 02.04.2009: Wissenschaftlern vom Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie in Potsdam und dem Institut für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene der Universität Rostock ist es mit einer neuen Strategie gelungen, von Viren geborgte Gene für die Bildung antibiotisch-wirksamer Eiweiße in Pflanzen zu nutzen.

Stand: 9. April 2008
Erstellt: 9. April 2008