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Umweltjournal.de | Gesundheit und Kosmetik  | Artikel Nr.: 13157

Hautkrebs aus dem Sonnenstudio

Bonn, 20.10.2007: Hautkrebs ist mit mehr als drei Millionen Neuerkrankungen pro Jahr die weltweit häufigste Krebskrankheit. Allein in Deutschland erkranken rund 140.000 Menschen daran. Der Hauptrisikofaktor ist die UV-Strahlung der Sonne und aus Solarien. Im Rahmen der 5. Internationalen Konferenz der European Society of Skin Cancer Prevention (EUROSKIN) diskutierten vom 15. bis zum 17. Oktober 2007 in Hamburg internationale Experten über wirksamen Präventionsstrategien.


Sie erarbeiteten einen Empfehlungskatalog für einen besseren Gesundheitsschutz in Solarien. „UV-Strahlung erhöht das Hautkrebsrisiko erheblich. Daher begrüßen wir jede Initiative, die dazu beiträgt, die UV-Belastung der Bürger zu verringern“, sagte Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe.

Ultraviolette (UV-) Strahlung begünstigt Hautkrebs – das belegen zahlreiche wissenschaftliche Studien. Die UV-Strahlung, der Besucher von Sonnenstudios ausgesetzt sind, stellt ein zusätzliches Gesundheitsrisiko zur natürlichen UV-Strahlung der Sonne dar. „Unzureichender Gesundheitsschutz in Solarien ist ein weltweites Problem. Es kann nachhaltig nur über gemeinsam abgestimmte Maßnahmen gelöst werden“, sagte Dr. Rüdiger Greinert, Generalsekretär von EUROSKIN, in Hamburg. In Deutschland gibt es bislang nur die freiwillige Solarien-Zertifizierung durch das Bundesamt für Strahlenschutz. Für 2009 hat das Bundesministerium für Umwelt aber eine gesetzliche Regelung angekündigt, die eine Solariennutzung für unter 18-Jährige untersagt. Zugleich werden europaweit einheitliche Grenzwerte für die maximale UV-Strahlung in Solarien in Höhe von 0,3 W/m2 umgesetzt.

Ziel der Konferenz in Hamburg war es, einheitliche Kriterien zu entwickeln, die als Basis für europaweite Regulierungen von Sonnenstudios dienen können. Die Experten fassten ihre Forderungen an die Politik in einem Empfehlungskatalog zusammen: Es bedarf klarer gesetzlicher Regulierungen; Empfehlungen reichen nicht aus. Es muss sicher gestellt werden, dass für jeden Nutzer ein individueller Bestrahlungsplan erstellt werden kann. Münz-Solarien sollten vom Markt genommen werden. Die Bewerbung von biopositiven Wirkungen der UV-Strahlung sollte untersagt werden. Die Therapie mit UV-Strahlung darf nur in Kliniken oder ärztlichen Praxen erbracht werden.

Aus Sicht der Deutschen Krebshilfe besteht dringender Handlungsbedarf: „Die Zahl der Hautkrebsfälle steigt in Deutschland jedes Jahr um sieben Prozent an“, so Nettekoven. „Wir informieren die Bevölkerung gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) daher umfassend über die Möglichkeiten, sich vor der UV-Strahlung zu schützen, um das individuelle Krebsrisiko nicht zu erhöhen.“ Die Deutsche Krebshilfe und die ADP stellten in diesem Sommer die Aufklärung über die Gesundheitsrisiken in Solarien in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten zur Hautkrebs-Prävention. Die Gewinnerbilder des Foto-Wettbewerbs für Schüler und junge Erwachsene im Rahmen der Kampagne „Schatz, brennst du?“ gibt es hier (Link).


UV-Strahlen – ein Dauerbrenner
In Deutschland beginnen bereits 12-Jährige damit, ihre Haut in Solarien zu bräunen. Besonders Mädchen gehen häufig auf die Sonnenbank.
Ein gefährlicher Trend, denn UV-Strahlung bewirkt gerade bei jungen Menschen genetische Veränderungen in den Hautzellen, aus denen sich im Laufe des Lebens Hautkrebs entwickeln kann. In deutschen Sonnenstudios sind derzeit Solariengeräte im Gebrauch, deren Bestrahlungsstärke teilweise weit über der natürlichen UV-Intensität der Mittagssonne am Äquator liegt. Auch der neue europäische Grenzwert 0,3 W/m2 entspricht immer noch dem höchsten UV-Index von 12. Für diesen natürlichen UV-Index empfiehlt die WHO den Aufenthalt in Gebäuden. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, die Deutsche Krebshilfe und die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention setzen sich für eine Zertifizierung von Sonnenstudios ein. Ein Solarienverbot für unter 18-Jährige, wie es z.B. bereits in Frankreich und Spanien gilt, wird jetzt auf den Weg gebracht.

Autor: Deutsche Krebshilfe e.V.

Weiterführende Informationen:


Die letzten 10 Meldungen zum Thema "Hautkrebs":
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Berlin, 29.09.2009: Die Behandlung des fortgeschrittenen schwarzen Hautkrebs könnte in Zukunft deutlich einfacher werden. Paul Chapman, Arzt in der Abteilung für Melanome und Sarkome am Memorial Sloan-Kettering Cancer Center in New York (USA), hat auf Europas größtem Krebskongress ECCO 15 - ESMO 34 in Berlin eine neue Studie vorgestellt. Sie zählte zu den meist diskutierten Studien der Tagung.
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Mannheim, 24.06.2009: Der Bundestag hat am vergangenen Freitag eine gesetzliche Regelung beschlossen, die Minderjährigen die Nutzung einer Sonnenbank in Sonnenstudios, Sportclubs und anderen öffentlich zugänglichen Räumen künftig untersagt. Das Verbot zielt darauf ab, die Zahl der Erkrankungen an Schwarzem Hautkrebs zu senken.
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Dortmund, 27.05.2009: Jetzt lockt die Sonne wieder Menschen in Straßencafés oder an die Badeseen. Doch ihre wärmende Strahlung hat zwei Gesichter. Die anregende und wohltuende Wirkung eines Sonnenbads verkehrt sich schnell ins Gegenteil, wenn die Haut zu lange der Sonne ausgesetzt wird. Den anschließenden Sonnenbrand vergisst sie nie.
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München, 10.03.2009: Die Immuntherapie von Tumoren benutzt das körpereigene Immunsystem, um Tumorzellen zu erkennen und abzutöten. Damit solche vielversprechenden Behandlungsansätze funktionieren können, muss das Immunsystem Merkmale des Tumors, sogenannte Antigene, sehen und angreifen können.
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Konstanz, 29.12.2008: Dass Sonnenbaden gefährliche Konsequenzen haben kann, wissen die meisten. Trotzdem schwelt in der Schweiz eine Diskussion über unerwünschte Nebenwirkungen beim Einsatz von Sonnenschutzmitteln. Zum Beginn der Wintersaison könnte sie wiederaufflammen. "Im Gespräch" hat sich bei Daniel R. Dietrich, Inhaber des Lehrstuhls für Toxikologie an der Universität Konstanz, nach Details ...
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Bonn/Hamburg, 05.05.2008: Anlässlich des europäischen "Melanoma-Tages" am 5. Mai 2008 rufen die Deutsche Krebshilfe und die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) e. V. dazu auf, die Hautkrebs-Früherkennung zu nutzen. 22.000 Menschen erkranken jedes Jahr neu an dem besonders aggressiven Malignen Melanom, auch bekannt als schwarzer Hautkrebs.
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Stand: 20. Oktober 2007
Erstellt: 20. Oktober 2007