Schwermetall am Fussballplatz
Innsbruck, 24.08.2007: Auf einem ehemaligem Bergbaugebiet errichtete die Gemeinde Nassereith bereits in den 70er Jahren einen Fußballplatz und nun eine Eislaufanlage. Aber Sport und Spiel in der wunderschönen Natur könnten auf die Gesundheit der TirolerInnen nicht den gewünschten positiven Effekt haben. Auf eine genauere Prüfung des kontaminierten Bodens wurde nämlich verzichtet.Die Umweltschutzorganisation Global 2000 ist eine unabhängige österreichische Umweltschutzorganisation mit Sitz in Wien, welche Umweltthemen auf internationaler Ebene zur Sprache bringt. Das Ziel von Global 2000 ist es gewaltfrei und unter Ausschöpfung aller demokratischer Mittel, nicht nur die Symptome (End of Pipe- Lösungen) zu behandeln, sondern auch Ursachenbekämpfung zu praktizieren.GLOBAL 2000 zog auf und rund um das Nassereither Freizeitgebiet Bodenproben, welche ein alarmierendes Ergebnis lieferten: Das Gebiet um die besagte Freizeitanlage ist stark mit gesundheitsgefährdendem Blei wird zur Herstellung von Akkumulatoren, Batterien, Kabelummantelungen, Rohren, Legierungen und Farben eingesetzt. Blei ist chemisches Element der IV. Hauptgruppe, Symbol Pb (lat.: plumbum) und zeigt an frischen Schnittstellen bläulich glänzendes, weiches (mit dem Fingernagel ritzbares) Schwermetall. Blei und Chemisches Element der II. Nebengruppe.Cadmium belastet. Vor allem das Gelände neben dem Sportplatz, auf welchem auch Kinder spielen, ist stark mit Schwermetallen kontaminiert. Auch 40 Zentimeter unter dem Sportplatz wurden stark erhöhte Bleiwerte gemessen. Im angrenzenden Waldstück liegt das belastete Material teilweise ohne Vegetationsdecke frei zugänglich herum und es kommt dabei zu einer blei- und cadmiumbelasteten Staubbildung. Immer wieder werden außerdem spielende Kinder in den Ruinen der ehemaligen Erzaufbereitungsanlage beobachtet, berichtet Kernegger.
In Nassereith wurden die Maßnahmen-Schwellenwerte, also jene Werte ab deren Erreichung Handlungsbedarf besteht, teilweise weit überschritten. Der gemessene Spitzenwert beträgt 200 Gramm Blei pro Kilogramm Boden. Das entspricht einem Bleigehalt von 20 Prozent. Auch eine Gefährdung des Grundwassers kann in fünf von sieben Probenahmepunkten nicht ausgeschlossen werden. Unsere Bodenproben zeigen deutlich, dass der mit Schwermetallen belastete Boden ist ein Teil der belebten obersten Erdkruste. Boden eine potenzielle Gefahr für Mensch und Der Begriff der Umwelt ist geprägt durch die anthropogene Sichtweise des Menschens. Umwelt ist danach definiert, als dem Menschen umgebende Medien (Wasser, Boden, Luft usw.) und aller darin lebenden Organismen.Umwelt darstellt. GLOBAL 2000 fordert daher detaillierte Untersuchungen sowie eine umfassende Nachträgliche Verbesserung einer umweltbelastenden Anlage oder eines umweltbelastenden Raumes.Sanierung des Gebietes, so Kernegger.
Das gesundheitliche Risiko, das von Blei und Cadmium ausgeht, ist beträchtlich. Wenn Blei über einen längeren Zeitraum in geringen Dosen aufgenommen wird, kann es vor allem bei Kindern zu einer negativen Beeinflussung des Nervensystems kommen. Bei entsprechender Belastung führt Cadmium zu einer gestörten Nierenfunktion, darüber hinaus zählt Cadmium zu den Durch eine bösartige Geschwulst verursachte lebensbedrohliche Erkrankung, wobei die Geschwulst in gesundes Organgewebe hineinwächst, bis schließlich das gesamte Organ durch Tumor-Gewebe zerstört ist. Krebs erregenden Stoffen. Die Aufnahme sollte daher auf jeden Fall minimiert werden, erläutert der Umweltmediziner Dr. med. Klaus Rhomberg die potenziell gefährliche Situation. Es muss sichergestellt werden, dass Blei und Cadmium das G. ist im Boden vor Jahrzehnten versickertes Niederschlagswasser, das sich an wasserundurchlässigen Schichten ansammelt. Grundwasser nicht verschmutzen, denn sonst besteht die Gefahr, dass diese Sammelbezeichnung für Metalle mit einer Dichte von über 4,5 g/cm3. Schwermetalle ins T. ist weltweit gesehen eine Mangelware und die Lage wird sich in den nächsten Jahrzehnten weiter verschärfen.Trinkwasser gelangen. Auch durch landwirtschaftliche Bewässerung können die Schwermetalle in das Ökosystem und so in die Beziehung zwischen Lebewesen nach dem Prinzip Fressen und Gefressenwerden (Räuber-Beute oder Parasit-Wirt).Nahrungskette kommen. Die Verwehung von belasteten Stäuben von Oberflächen mit hohem Schwermetallgehalt kann über den Atemtrakt zu einer unerwünschten Aufnahme der Stoffe, die durch ihre chemische oder physikalische Wirkung in der Lage sind, Mensch und Umwelt zu schädigen.Schadstoffe führen.
GLOBAL 2000 hat - gemäß Umweltinformationsgesetz alle bisher erhobenen Bodenuntersuchungen im Bereich der Sportanlage Nassereith angefordert. Das Amt der Tiroler Landesregierung räumt aber selbst ein, dass lediglich vier Bodenproben gezogen wurden. Diese entsprechen allerdings nicht den gängigen fachlichen Standards (ÖNORMEN) und lassen laut Behörde keine repräsentative Aussage zu. Es ist skandalös und unverantwortlich, dass in diesem Gebiet Bauarbeiten genehmigt wurden, ohne die genaue Belastung sowie deren Ausbreitung zu kennen, kritisiert Kernegger.
In Tirol existiert jedoch kein Ein, seit einem Jahrzehnt kontrovers diskutiertes, jedoch bisher noch nicht bestehendes B. müßte fast alle übrigen Regelungsbereiche des Umweltrechts zu einem Konvolut bodenschützender oder bodenschutzrelevanter Normen in konsistenter Weise zusammenführen. Bodenschutzgesetz wie etwa in Salzburg. Das Fehlen eines bundesweiten einheitlichen Bodenschutzgesetzes ist ein großes Versäumnis, ärgert sich Kernegger. GLOBAL 2000 fordert, dass die Rechtliche zulässige Höchstwerte für Emission und Immission von Schadstoffen, Lärm, Strahlung usw., die oft recht willkürlich festgelegt werden und dem Anspruch nach Bevölkerung und Umwelt vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen schützen sollen. Grenzwerte für Schwermetalle bundesweit gesetzlich bindend werden. Denn auch in der neuen - frühestens in zwei Jahren - in Österreich geltenden EU-Bodenschutzrichtlinie sind keine bindenden Schwellenwerte für Schwermetalle vorgesehen. Umweltskandale wie in Nassereith können aber nur durch gesetzliche Verbindlichkeiten verhindert und geahndet werden.
Autor: Global 2000 Umweltschutzorganisation
Weiterführende Informationen:
Die letzten 10 Meldungen zum Thema "Schwermetalle":
| Stiftung Warentest ist Umweltgiften auf der Spur | |
| Berlin, 05.06.2009: "Umweltschutz - für unsere Gesundheit" lautet das Motto des heutigen Tages der Umwelt. Um Gesundheitsgefahren zu erkennen, die im eigenen Haushalt lauern können, bietet die Stiftung Warentest zahlreiche persönliche Umweltanalysen an. Ob Gift unterm Parkett, Schwermetalle im Trinkwasser, Asbest in älteren Gebäuden oder Holzschutzmittel in Brettern und Balken - die ... |
| Schadstoffe in Kinderspielzeug sicher nachweisen | |
| Frankfurt a.M., 21.03.2009: Immer wieder geraten Spielzeuge in die Schlagzeilen, weil sie verbotene Farbstoffe, giftige Weichmacher oder Schwermetalle enthalten und so die Gesundheit von Kleinkindern gefährden. Welche Schadstoffe in Spielzeug vorkommen können, wie man diesen Substanzen auf die Spur kommt, und warum Grenzwerte alleine nicht ausreichen, sind Themen der Märzausgabe der "Nachrichten aus der Chemie". |
| Misteln zeigen verborgene Belastungen in Böden | |
| Braunschweig, 23.12.2008: In England und den USA lädt der weihnachtliche Mistelzweig dazu ein, unter ihm Küsse zu tauschen. Finden sich Misteln jedoch anstatt am Türbalken in großen Mengen auf Bäumen, ist die Botschaft unter Umständen weniger froh. Wissenschaftler des Julius Kühn-Instituts (JKI) in Braunschweig haben herausgefunden, dass der Halbschmarotzer anzeigt, ob Schwermetalle im Boden vorhanden sind. |
| Alte Handys weitergeben | |
| Berlin, 09.10.2008: Etwa 60 Millionen ausgediente Handys werden in Deutschland gehortet. Nur ein Bruchteil der Geräte wird entweder an Zweitnutzer oder als Elektroschrott in den Wertstoffkreislauf weiter gegeben. Um die Verbraucher dazu zu motivieren, muss die ökologisch korrekte Handyentsorgung möglichst einfach sein. Ein guter Weg ist die gemeinsame Althandy-Sammelaktion der Deutschen Umwelthilfe e.V. und eines großen Mobilfunkanbieters. |
| Essen Sie keine Wildschweinleber | |
| Düsseldorf, 21.09.2008: Aufgrund von Untersuchungen von Wildschweinelebern im Jahr 2007 empfiehlt das Ministerium vom Verzehr von Lebern von in Nordrhein-Westfalen erlegten Wildschweinen möglichst abzusehen. Im Jahr 2007 wurden Wildschweinelebern auf unterschiedliche Umweltkontaminanten untersucht. Bei einem hohen Anteil von Wildschweinelebern wurden die Schwermetalle Blei und Cadmium in Konzentrationen nachgewiesen, die über ... |
| Biokunststoffe und die babylonische Begriffsverwirrung | |
| Bonn/Berlin/Brüssel, 19.09.2008: Biokunststoffe sind Auffassung vieler Experten nur in der Theorie ökologisch. Praktisch sind sie nicht einheitlich gekennzeichnet, leiden an einer babylonischen Begriffsverwirrung, können Schwermetalle enthalten und Kompostwerke in den Ruin treiben. Als 1988 die Recycling-Codes für die sechs meistgebrauchten Kunststoffe vergeben wurden, hatten Biokunststoffe im heutigen Sinne keine wirtschaftliche Bedeutung. |
| Zerbrochenes Quecksilberthermometer | |
| Köln, 17.09.2008: Der Beitrag Zerbrochenes Quecksilberthermometer im Katalyse-Umweltlexikon ist aktualisiert worden. Dabei wurde besonders darauf geachtet, Fachtermini durch allgemeinverständliche Ausdrücke zu ersetzen. |
| Buntstifte: Gefahr für Schulkinder | |
| Berlin, 28.08.2008: In Buntstiften, Malkästen und Co. finden sich Weichmacher, Benzol und Schwermetalle: "Jedes zehnte Produkt hätte nicht verkauft werden dürfen", schreibt die Stiftung Warentest in der September Ausgabe der Zeitschrift test. Die Tester haben Schulbedarf aller Preiskategorien auf Schadstoffe geprüft und sich bei der Bewertung an den europäischen Grenzwerten orientiert. |
| ReUse-Computer - Weiternutzen statt wegwerfen | |
| Berlin, 09.01.2008: Die Werbung für Computer oder Notebooks suggeriert: Wieder gibt es ein Gerät, das schneller, chicer, leiser als das eigene ist. Nicht immer muss aber wirklich ein Neukauf sein. Die engagierten Fachleute von ReUse-Computer setzen auf die Aufrüstung und Weiternutzung gebrauchter Rechner. Die VERBRAUCHER INITIATIVE e.V. zeichnet den Berliner Verein daher auf www.oeko-fair.de als ... |
| Bleihaltige Armaturen können Schwermetall ins Trinkwasser abgeben | |
| Frankfurt a.M., 05.01.2008: Nahezu alle Sanitärarmaturen werden aus bleihaltigem Messing gefertigt und können deshalb das giftige Schwermetall ins Trinkwasser abgeben. Die Bleizusätze machen das Messing besser bearbeitbar. Mittlerweile wurden von der Industrie Messinglegierungen ohne Blei entwickelt, wie Ecobrass und Ecocast, wobei das Blei meist durch Silizium ersetzt wurde. |
Stand: 24. August 2007
Erstellt: 24. August 2007
Erstellt: 24. August 2007








Artikel Nr.: 12881
Druckansicht