Umweltjournal.de | Gesundheit und Kosmetik  | Artikel Nr.: 12649

Solarium-Verbot für Kinder rückt näher - Gabriel: Zu viel geröntgt





Berlin, 13.07.2007: Ein Solarium-Verbot für Kinder und Jugendliche wegen der erhöhten Strahlenrisiken rückt näher. "Wir sind dabei, an der Umsetzung des Verbots zu arbeiten", sagte der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Wolfram König, am Donnerstag bei der Vorlage des Jahresberichts 2006 in Berlin. Die Hersteller und Betreiber weigerten sich, das Zertifizierungssystem für die Anlagenqualität zu nutzen. Jugendliche seien besonders gefährdet.


Zugleich warnten er und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) vor einer wachsenden Strahlenbelastung durch zu häufiges Röntgen und ungehemmtes Sonnenbaden.

Vorläufig Entwarnung gab König für die Sendeanlagen für Mobiltelefone. Auch bei den Masten des neuen für schnelle Datenübertragung aufgebauten Handynetzes UMTS gebe es keine wissenschaftlichen Erkenntnisse über schädliche magnetische Felder.

"In Deutschland wird zu viel geröntgt", sagte Gabriel. Mit Sorge beobachte er, dass zunehmend für den Einsatz von Computertomographen (CT) bei so genannten gesundheitlichen Manager-Checks geworben werde. Diese Entwicklung komme aus den USA und sei jetzt verstärkt im Wellnessbereich auch in Deutschland zu beobachten. Röntgenuntersuchungen müssten aber ärztlich gerechtfertigt sein. Bei Manager-Checks, die fälschlicherweise als Früherkennung oder Vorsorge ausgegeben werde, sei das nicht der Fall. König sagte, hier seien die Aufsichtsbehörden gefordert. Die Ärzte rief er zu verantwortlichem Umgang mit CT auf. "Es gilt der Grundsatz: Jede vermeidbare Strahlenbelastung ist zu vermeiden."

Von 1996 bis 2004 stieg die Anwendung der "dosisintensiven Computertomographie" um 65 Prozent, stellte das BfS fest. Auch wenn der Anteil der CT an allen Röntgenuntersuchungen in 2004 mit sieben Prozent gering erscheine, würden die Bürger dadurch mit mehr als 50 Prozent der gesamten Röntgenstrahlendosis belastet.

Auch Mammographien zur Brustkrebskontrolle würden nicht immer qualifiziert eingesetzt, sagte König. «Röntgenuntersuchungen gehören nicht in eine Vorsorgeuntersuchung.» Gabriel appellierte an die Bürger, sich beim BfS oder in Arztpraxen einen Röntgenpass zu besorgen. Ein solcher Ausweis helfe, unnötige Doppeluntersuchungen zu verhindern und Vergleichsmöglichkeiten zu früheren Röntgenaufnahmen zu schaffen, sagte König. Bessere Alternativen könnten im Einzelfall Ultraschall, Endoskopie und andere Verfahren sein.

König verwies auch auf die gefährliche Sonnenbestrahlung. «Letztlich vergisst die Haut nichts.» Jedes Jahr würden durch UV- Strahlung 120 000 Menschen an Hautkrebs erkranken. Für 3000 Betroffene verlaufe diese Krankheit tödlich. 80 Prozent der gesamten UV-Strahlendosis betreffe junge Menschen bis zum 18. Lebensjahr.
Autor: Greenpeace e.V.
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Stand: 13. Juli 2007
Erstellt: 13. Juli 2007

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