Strahlung und die Wirkung auf Menschen
Berlin, 20.06.2007: Strahlen wirken möglicherweise stärker auf Menschen ein als bisher angenommen. Auf einer Konferenz über neue Erkenntnisse zur Wirkung ionisierender Strahlung in Berlin hat Bundesumweltminister Sigmar Gabriel die schnelle Umsetzung des neuen Wissens in das Strahlenschutzrecht und den praktischen Vollzug gefordert."Es geht darum, jeden der neuen Sachverhalte eingehend zu prüfen und klare Antworten auf die Frage zu geben, ob unsere bestehenden Schutzsysteme den Stand des Wissens noch richtig und angemessen abbilden. Wo dies nicht der Fall ist, muss unverzüglich gehandelt werden", so Gabriel. Dies sei der grundsätzlichen Verpflichtung der U. als eigenständigen Politikbereich gibt es in der BRD seit Beginn der 70er Jahre. Umweltpolitik zur rechtzeitigen und angemessenen Vorsorge gegen Der Begriff der Umwelt ist geprägt durch die anthropogene Sichtweise des Menschens. Umwelt ist danach definiert, als dem Menschen umgebende Medien (Wasser, Boden, Luft usw.) und aller darin lebenden Organismen.Umwelt- und Gesundheitsrisiken geschuldet und gelte sowohl für das europäische wie auch für das nationale Strahlenschutzrecht. Gabriel: "Die Schutzstandards dürften dem Wissensstand nicht hinterherhinken. Gleiches gilt für den praktischen Vollzug."
Die Strahlenschutzkonferenz findet heute in Berlin im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft statt. Vorgestellt und diskutiert wurde die neue Grundsatzempfehlung der Internationalen Strahlenschutzkommission (ICRP) zum Der S. regelt den Umgang und die Lagerung radioaktiver Stoffe und den Betrieb von Anlagen zur Erzeugung ionisierender Strahlung zum Schutz von Einzelpersonen (somatische Strahlenschäden), deren Nachkommen (genetische Strahlenschäden) und der Bevölkerung insgesamt (Kollektivdosis). Strahlenschutz (Dr. Lars-Erik Holm). Über diese Empfehlung hinausgehend wurden aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu strahlenbedingten Krebserkrankungen bei Kernkraftwerksarbeitern (Dr. Elisabeth Cardis), zum Lungenkrebsrisiko durch R. ist ein radioaktives Edelgas, Ordnungszahl 86, R. entsteht durch natürlichen Zerfall von Radium. R. ist die wichtigste Quelle der natürlichen Strahlenbelastung des Menschen.Radon (Dr. Margot Tirmarche) und zu Besonderheiten der Strahlenempfindlichkeit, insbesondere der Frau und des Ungeborenen (Prof. Dr. Wolfgang-Ulrich Müller), vorgetragen.
Die neuen Erkenntnisse wurden intensiv mit Wissenschaftlern und mit Vertretern von Regierungen verschiedener europäischer Staaten und der Europäischen Union diskutiert. Es wurde deutlich, dass Erkenntnisse auf dem Tisch liegen, auf die der Strahlenschutz in nächster Zeit reagieren muss. Obwohl die bestehenden Strahlenschutzkonzepte nicht grundsätzlich in Frage gestellt werden, muss über Präzisierungen, Anpassungen und Korrekturen nachgedacht werden.
Im Zentrum der Debatte standen folgende Aspekte:
Krebserkrankungen bei Kernkraftwerksarbeitern. Die Wirkung niedriger Expositionen wird bisher zweifach unterschätzt. Das relative Strahlenrisiko im Bereich der beruflichen Anderer Begriff für die Strahlenbelastung durch ionisierende Strahlung, der wir v.a. durch Atomwaffentests, Medizin (Röntgendiagnostik, Nuklearmedizin, Strahlentherapie), Kernkraftwerke (Atommüll, Brennstoffkreislauf, Wiederaufarbeitung, Tschernobyl) und natürliche Radionuklide (natürliche Strahlenbelastung, Radon, Radioaktive Baustoffe) ausgesetzt sind.Strahlenexposition ist durchaus vergleichbar mit dem bei hohen Expositionen. Bereits bei Beruf-Lebenszeit-Dosen, die mit den derzeit geltenden Grenzwerten verträglich sind, werden erhöhte Krebsraten beobachtet. Eine Senkung der Rechtliche zulässige Höchstwerte für Emission und Immission von Schadstoffen, Lärm, Strahlung usw., die oft recht willkürlich festgelegt werden und dem Anspruch nach Bevölkerung und Umwelt vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen schützen sollen. Grenzwerte muss dringend geprüft werden.
L. (Bronchial-Karzinom) macht 25% aller Karzinome (Ca) aus; Männer sind häufiger betroffen (4:1); der Häufigkeitsgipfel liegt zwischen 55 und 60 Jahren.Lungenkrebs durch radioaktives R. ist ein radioaktives Edelgas, Ordnungszahl 86, R. entsteht durch natürlichen Zerfall von Radium. R. ist die wichtigste Quelle der natürlichen Strahlenbelastung des Menschen.Radon in Wohnräumen: Das radonbedingten Lungenkrebsrisiko in Wohnungen steigt um ca. 8 % pro 100 Maßeinheit für den radioaktiven Zerfall von Atomkernen (Aktivität). Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m³). Bereits zwischen 100 und 200 Bq/m³ werden zusätzliche Krebserkrankungen beobachtet. Jährlich sterben in Deutschland etwa 1.800 Menschen an Radon, also alle vier Stunden ein Mensch. Möglicherweise trägt Radon auch zur kindlichen Leukämie bei. Es besteht dingender Handlungsbedarf, die Radonexpositionen zu senken. Zielwert für Neubauten: 100 Bq/m3, Orientierungswert für Sanierungsentscheidungen an Altbauten: 200 Bq/m3.
Strahlenempfindlichkeit: Die Strahlenempfindlichkeit des Ungeborenen ist besonders hoch und die Strahlenempfindlichkeit der Frau scheint etwa doppelt so hoch zu sein, wie die des Mannes. Zudem ist die Strahlenempfindlichkeit der Augenlinse höher als bisher angenommen. Die Forschungen sind fortzusetzen und zu intensivieren, eine Senkung des Grenzwerts für die Augenlinse muss dringend geprüft werden.
Bundesumweltminister Gabriel sprach sich dafür aus, die Kompetenz im Strahlenschutz zu erhalten und gezielt weiter zu forschen. Mit der Gründung des "Kompetenzverbundes Strahlenforschung" in Deutschland, der eine enge Kooperation zwischen Forschungszentren und Hochschulen gewährleiste und wissenschaftlichen Nachwuchs fördere, werde dieses Ziel angestrebt. Kompetenzerhaltung beziehe sich aber auch auf die Vollzugsbehörden, denn der praktische Vollzug werde nur bei ausreichender Personalausstattung und guter Qualifikation Schritt halten können.
Besonders begrüßte Gabriel, dass der Gedanke der Nachhaltigkeit des Schutzes der Umwelt nun auch von der ICRP für den Strahlenschutz aufgegriffen werde. Die Umwelt auch unabhängig vom Menschen zu schützen, sei ein wesentliches Element nachhaltiger U. als eigenständigen Politikbereich gibt es in der BRD seit Beginn der 70er Jahre. Umweltpolitik.
Autor: Bundesumweltministerium, Berlin
Weiterführende Informationen:
Die letzten 10 Meldungen zum Thema "Strahlung":
Weiteres Solarkraftwerk geht mit Solarfortis in Mönchengladbach ans NetzMönchengladbach, 05.01.2010: Das in Mönchengladbach ansässige Unternehmen Solarfortis GmbH gibt heute die Betriebsbereitschaft einer Solaranlage (Photovoltaikanlage) mit einer Nennleistung von 450 kwp bekannt. Trotz widriger Witterungsverhältnisse konnten in nur 5 Wochen Bauzeit insgesamt 2250 Solarmodule pünktlich zum 29.12. auf dem Dach des Logistikzentrums der ABV 2. Beteiligungs- GmbH installiert werden.
Geht heute die Welt unter?München, 12.11.2009: Heute startet in den Kinos der Weltuntergangsfilm "2012" von Roland Emmerich. Experten beruhigen: An dem Szenario ist nichts dran. Am 21. Dezember 2012 ist es soweit, die Maya haben es schon zu ihrer Zeit gewusst: An diesem Tag wird die Welt untergehen. Nicht nur weil die Sonne durch verstärkte Eruptionen und daraus resultierende Neutronenstrahlung den Erdkern aufheizt und sich dadurch die Erdkruste, auf der unsere Zivilisation basiert, auflöst.
BUND warnt vor mehr Elektrosmog durch neue Mobilfunk-SendeanlagenBerlin, 13.10.2009: Anlässlich der Bekanntmachung der Versteigerungsregeln für neue Funkfrequenzen durch die Bundesnetzagentur hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) vor dem massiven Ausbau der Mobilfunknetze in Deutschland gewarnt. Es fehlten notwendige Schutzmaßnahmen für Anwohner und Nutzer, wenn es wie geplant Anfang nächsten Jahres zur Versteigerung der Frequenzen an die Mobilfunkbetreiber komme.
Kleine Schwankung der Sonnenaktivität, große Wirkung im KlimaPotsdam, 28.08.2009: Der Sonnenfleckenrhythmus hat unvermutet starken Einfluss auf Wolkenbildung und Niederschlag. Unsere Sonne strahlt nicht gleichmäßig. Das bekannteste Beispiel der Strahlungsschwankungen ist der berühmte 11-Jahreszyklus der Sonnenflecken. Seinen Einfluss auf die natürliche Klimavariabilität bestreitet niemand, aber die bisherigen Klimamodelle ...
Wie schützen sich Pflanzen vor Sonnenbrand?Braunschweig, 20.08.2009: Nicht nur die meisten Menschen - auch Pflanzen müssen sich vor zu starker Sonnenstrahlung schützen. Sie nutzen das Sonnenlicht, um chemisch gespeicherte Energie herzustellen (Fotosynthese). Ihr Reaktionszentrum arbeitet so effizient, dass jedes "Zuviel" an Sonne das System zum Durchbrennen bringen würde. Wie sich Pflanzen davor schützen, hat jetzt ...
Schwarzes Loch schleudert Teilchen ins AllErlangen, 03.07.2009: Auf der Suche nach Hinweisen auf die Entstehung und Entwicklung des Universums, richten die Astronomen ihren Blick auf die hochenergetische Gammastrahlung. Jetzt konnten Wissenschaftler bei Beobachtungen der Galaxie Messier 87 erstmals nachweisen, wo die Gammastrahlung genau entsteht - in ...
Mit heiler Haut durch den SommerSalzgitter, 30.06.2009: Sommerzeit ist Ferienzeit. Wohltuender Sonnenschein ist jedoch mit einer Ernst zu nehmenden Gefahrenquelle verbunden: UV-Strahlung. Damit man das gute Wetter gefahrlos genießen kann, darf der richtige Sonnenschutz nicht fehlen. Das Bundesamt für Strahlenschutz informiert über den richtigen Umgang mit der UV-Strahlung und veröffentlicht im Internet Prognosen, wie hoch ...
Solaranlage, Holzpelletheizung, Wärmepumpe: Was rechnet sich wann?Berlin, 10.06.2009: Den Heizkessel komplett abschalten und so Geld und Energie sparen - im Sommer ist das für Hausbesitzer mit Solaranlagen kein Problem. Mit dem Einbau einer Solarthermieanlage können sie die wertvolle Wärmestrahlung einfangen und ihr Warmwasser damit heizen. Auch Pelletöfen oder Wärmepumpen, die die Energie aus Holz beziehungsweise anteilig ...
Arbeiten im Freien: Mit heiler Haut davonkommenDortmund, 27.05.2009: Jetzt lockt die Sonne wieder Menschen in Straßencafés oder an die Badeseen. Doch ihre wärmende Strahlung hat zwei Gesichter. Die anregende und wohltuende Wirkung eines Sonnenbads verkehrt sich schnell ins Gegenteil, wenn die Haut zu lange der Sonne ausgesetzt wird. Den anschließenden Sonnenbrand vergisst sie nie.
Weniger Insekten am ReaktorMünchen, 23.03.2009: Auch mehr als 20 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl dezimiert die radioaktive Strahlung die Zahl der Insekten in der Region. Das hat eine Volkszählung bei Hummeln, Schmetterlingen, Libellen und Grashüpfern gezeigt.
Stand: 20. Juni 2007
Erstellt: 20. Juni 2007
Erstellt: 20. Juni 2007




















Druckansicht